Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif berichtet, dass ein Deal kurz vor der Unterzeichnung ist. Zuvor gab es wütende Worte aus den USA.
„Schwach und erbärmlich“Trump und Vance poltern im Netz – Einigung zwischen USA und Iran?

US-Präsident Donald Trump hat sich bei Truth Social verärgert über iranische Medienberichte gezeigt. (Archivbild)
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Die USA und der Iran haben sich nach Angaben des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif auf die finale Fassung einer Friedensvereinbarung geeinigt. „Wir können bestätigen, dass ein endgültiger, einvernehmlich abgestimmter Text des Friedensabkommens vorliegt“, erklärte Sharif am Freitag im Onlinedienst X. Pakistan arbeite nun „eng mit beiden Seiten zusammen, um die nächsten Schritte abzuschließen“, fügte er hinzu.
„Frieden war noch nie so nah wie jetzt“, erklärte Sharif weiter. Er sprach zudem von einer „unablässigen Desinformationskampagne, die von jenen geführt wird, die das Friedensabkommen sabotieren wollen“. Auch aus den USA hatte es zuvor wütende Wortmeldungen dazu gegeben.
Iran: Einigung war noch „nie näher“
Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte im Onlinedienst X derweil, beide Parteien seien einer Einigung „nie näher gewesen“. Er fügte hinzu, Medien sollten bis zum vollständigen Abschluss der Gespräche „Abstand von Spekulationen über den Inhalt nehmen“. Die Inhalte würden zu gegebener Zeit bekannt gegeben werden.
US-Präsident Donald Trump, der bereits mehrfach erklärt hatte, die Gespräche mit dem Iran stünden kurz vor einer Einigung, klagte wiederum in seinem Onlinedienst Truth Social, es sei unmöglich, mit den Iranern „in guten Glauben zu verhandeln“. Iranische Angaben über den Inhalt einer Friedensvereinbarung „entbehren jeglicher Realität“.
Iranische Medien verbreiten Inhalte – Trump setzt Wut-Beitrag ab
Die iranischen Nachrichtenagenturen Irna und Mehr hatten über angebliche Inhalte einer Absichtserklärung berichtet, die sich wie eine Wunschliste Teherans lesen. Demnach hätte die Einigung ein Ende der Kämpfe im Libanon, die Kontrolle des Iran über die Straße von Hormus, die Freigabe von iranischen Vermögenswerten und eine Fortführung der Urananreicherung beinhaltet.
„Die Bedingungen, die der Iran nach außen getragen hat … haben nichts mit den Bedingungen zu tun, die schriftlich vereinbart wurden“, erklärte Trump dazu bei Truth Social. Die Aussagen aus dem Iran seien „schwach und erbärmlich“ und die Iraner „sehr unehrenhafte Menschen“, polterte der US-Präsident weiter und fügte hinzu: „Sie sollten sich besser zusammenreißen, und zwar schnell!“
J. D. Vance verteidigt Donald Trump
Unterstützung bekam Trump von US-Vizepräsident J. D. Vance, der ebenfalls von „vielen Falschmeldungen“ sprach. „Das Abkommen ist so gestaltet, dass die Bedenken der USA und ihrer Verbündeten Vorrang haben und dass, sofern die Islamische Republik Iran ihren Verpflichtungen nachkommt, wirtschaftliche Vorteile für das Land und die gesamte Region entstehen“, hieß es weiter von Vance in einem Beitrag auf der Plattform X – und wies Kritik an Trump zurück.
„Erstens kritisieren Leute, die vor einem Monat (zu Recht) sagten, Donald Trump sei ein historischer Präsident, nun ein Abkommen auf der Grundlage unbestätigter Medienberichte. Zweitens sagen Leute, man könne kein Wort glauben, was die Islamische Revolutionsgarde sagt, und glauben offenbar Social-Media-Beiträgen aus anonymen Quellen“, kritisierte Vance und versicherte: „Der Präsident wird uns in jedem Fall ein gutes Ergebnis bescheren.“
Donald Trump hat fast 40 Mal behauptet, eine Einigung stehe bevor
In den vergangenen Tagen hatte es trotz einer seit Anfang April eigentlich geltenden Waffenruhe mehrfach gegenseitige Angriffe gegeben. Das US-Militär griff Ziele im Iran an, Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait. In der Nacht zum Freitag blieb es ruhig.
Seit die USA und Israel Ende Februar mit dem Angriff auf den Iran den Krieg begannen, behauptete Trump unterdessen fast 40 Mal, ein Abkommen mit dem Iran stehe unmittelbar bevor, was der Iran meist kurz darauf dementierte. Die diplomatischen Bemühungen wurden dennoch immer weiter fortgesetzt. (das/afp)
