Köln – Der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, hat in der Christmette an Heiligabend vor einem Streben nach immer mehr gewarnt. „Es bleibt ein eigenartiger Kontrast in uns. Im Äußeren suchen wir immer das Unerhörte, das noch nie Dagewesene, den Weltrekord. Und dabei werden wir innerlich immer schwächer, seelisch blasser und haltloser“, sagte Meisner in seiner Predigt im Kölner Dom.
Im Kontrast dazu stehe das Weihnachtsfest. „Wir Menschen brauchen diese Erfahrung des großen Gottes, der sich Weihnachten klein gemacht hat, aber groß geblieben ist“, sagte Meisner in seiner letzten Christmette als Erzbischof von Köln.
Kardinal feiert 80. Geburtstag
Der Kölner Kardinal wird heute - am ersten Weihnachtsfeiertag - 80 Jahre alt. Die offiziellen Feierlichkeiten zum Geburtstag und zum 25-jährigen Amtsjubiläum als Kölner Erzbischof finden erst am 9. März statt. Der streitbare Theologe erwartet in den nächsten Wochen seine Emeritierung durch Papst Franziskus. Er hat den Papst um die Versetzung in den Ruhestand gebeten.
Meisner ist seit seiner Erhebung zum Kardinal 1983 Mitglied in mehreren römischen Kongregationen. Zudem arbeitet er in Kommissionen der katholische Deutschen Bischofskonferenz mit.
Joachim Meisner wurde am 25. Dezember 1933 in Breslau geboren und wuchs im thüringischen Körner auf. Nach einer Lehre zum Bankkaufmann holte er am Magdeburger Priesterseminar Norbertinum sein Abitur nach und studierte Philosophie und Theologie in Erfurt. Nach der Priesterweihe 1962 folgte 1975 die Ernennung zum Weihbischof des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen. 1980 wurde Meisner Bischof in Berlin und wechselte 1989 als Kölner Erzbischof an den Rhein. (epd/ dpa)
