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Kampf gegen Billig-DrohnenGroßbritannien rüstet Typhoon-Jets mit günstigen Raketen aus

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Iran-Krieg - Katar

Britische Kampfjets vom Typ Typhoon beteiligen sich in den Golfstaaten an der Luftabwehr. (Archivbild)

Teure Raketen gegen billige Drohnen: Großbritannien will dieses Dilemma mit einer neuen, günstigen Waffe beenden.

Großbritannien entwickelt günstige Raketen zur Drohnenabwehr. Die Abwehr günstiger Drohnen mit teuren Raketen ist ein finanzielles Dilemma. London will das nun mit einer neuen Waffe für seine Typhoon-Jets ändern.

Großbritannien widmet sich nun einem militärischen Dilemma: Von Iran attackierte Golfnationen und ihre Alliierten verwenden extrem kostspielige Abwehrmunition, um sehr günstige Drohnen zu neutralisieren. Das Londoner Verteidigungsministerium gab bekannt, dass seine Typhoon-Kampfjets im Nahen Osten mit neuartigen, preiswerten Raketen für die Drohnenbekämpfung bestückt werden. Dies ermögliche die genaue Vernichtung von Zielen, und zwar „zu einem Bruchteil der Kosten der Raketen, die aktuell dafür genutzt werden“.

Die Entwicklung des Rüstungssystems von den initialen Erprobungen bis zur Bereitstellung in der Nahost-Region habe nur wenige Monate in Anspruch genommen, wurde ferner mitgeteilt. Verteidigungsminister Luke Pollard führte aus, es werde der Luftwaffe ermöglichen, „bei viel geringeren Kosten viel mehr Drohnen abzuschießen“. Die Typhoon-Jets sichern in der Region britische Bürger, nationale Interessen und alliierte Partner. Diese Flugzeuge bilden das Fundament der Luftverteidigung des Vereinigten Königreichs sowie der Nato und bewahren darüber hinaus die Ostflanke des Bündnisses vor potenziellen Infiltrationen durch russische Drohnen.

Laser-Zielsystem als Kern der neuen Waffe

Das neue Abwehrsystem gegen Drohnen, abgekürzt APKWS, verwendet eine Laser-Zielerfassung, welche simple Raketen zu kosteneffizienten Präzisionsgeschossen modifiziert. Über den exakten Preis des Systems machte das Ministerium keine Angaben. „Die Entwicklung günstiger Systeme bietet einen effektiveren und nachhaltigeren Weg, der zunehmenden Bedrohung des britischen Militärs und unserer Partner durch Drohnen zu begegnen“, wurde verlautbart.

Das Kosten-Dilemma bei der Drohnenabwehr

Das erhebliche finanzielle Ungleichgewicht in der Abwehr von Drohnen zeigte sich unlängst bei Attacken des Irans und seiner Verbündeten in der Nahost-Region. Bei diesen Operationen kamen zusätzlich zu ballistischen Raketen auch eine große Anzahl von Drohnen des Modells Shahed zum Einsatz. In dem Konflikt herrscht gegenwärtig ein Waffenstillstand.

Meldungen besagen, dass die Produktion einer einzelnen Drohne für den Iran lediglich circa 25.000 US-Dollar beträgt. Im Gegensatz dazu können Abfangraketen, die von Jets oder der Bodenverteidigung gestartet werden, Kosten von mehreren Hunderttausend bis über eine Million Dollar erreichen. Laut Berichten belaufen sich die Kosten für die fortschrittlichsten Geschosse für Patriot-Systeme, welche auch zum Abfangen ballistischer Raketen fähig sind, auf etwa vier Millionen US-Dollar pro Stück.

Für die Entwicklung einer verbesserten und wirtschaftlicheren Drohnenverteidigung haben diverse Nationen am Persischen Golf schon eine Kooperation mit der Ukraine initiiert. Die Streitkräfte in Kiew sehen sich täglich mit der Abwehr zahlreicher russischer Drohnen konfrontiert, deren Konstruktion mehrheitlich auf dem iranischen Shahed-Modell basiert. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.