Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Nahen Osten fort. US-Präsident Trump verlangt Hilfe von der Nato. Alle Infos im Liveblog.
Krieg in NahostIran fordert von Deutschland Klarstellung zur US-Nutzung von Ramstein
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.
19. März
Iran fordert Klarstellung zur US-Nutzung von Ramstein
18.28 Uhr: Der iranische Botschafter in Deutschland, Madschid Nili, hat von der Bundesregierung eine Klarstellung zur Nutzung der US-Luftwaffenbasis Ramstein durch die USA für den Iran-Krieg gefordert. Die Rolle des Militärstützpunkts in Rheinland-Pfalz sei für Teheran bislang „offiziell nicht klar“, sagte Nili am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. „Bislang haben wir keine Antwort.“

Eine Boeing C-17 Globemaster III der U.S. Air Force startet von der US-Airbase Ramstein, während weitere Militärtransportflugzeuge desselben Typs auf dem Vorfeld stehen.
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Öl-Raffinerie in Israel getroffen
17.41 Uhr: Im Norden Israels ist die Öl-Raffinerie von Haifa laut israelischen Medienberichten infolge eines Angriffes mit iranischen Raketen getroffen worden. Über der Anlage in der Hafenstadt stieg dicker dunkler Rauch auf, wie Bilder zeigten, die von dem Sender Kan 11 am Donnerstag verbreitet wurden. Im Onlinedienst X schrieb der Sender, dass es aber keinen Anlass zur Sorge wegen eines möglichen Austritts gefährlicher Stoffe gebe.
Die Raffinerie in Haifa, die in einem großen Industriegebiet liegt, ist die größte des Landes. Das Umweltministerium erklärte, dass Vertreter des Ministeriums und Notfallteams vor Ort seien, „nachdem ein Bericht über herabgestürzte Trümmer eines Abfangflugkörpers im Raum Haifa sowie über einen mutmaßlichen Vorfall mit Gefahrstoffen eingegangen war“.
Iran meldet 178 Festnahmen wegen Spionagevorwürfen
16.36 Uhr: Der iranische Geheimdienst hat nach eigenen Angaben seit Beginn des Kriegs 178 mutmaßliche Spione festgenommen. Ihnen würden „Vaterlandsverrat“ sowie Kontakte zu Agenten der USA und Israels vorgeworfen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Mehr. Die Festgenommenen sollen demnach „Bildmaterial von sensiblen Standorten und Kontrollpunkten“ an feindliche Geheimdienste weitergegeben haben, damit diese gezielt angegriffen werden.
Zudem seien mehrere ausländische Staatsbürger in Gewahrsam genommen worden, hieß es weiter. Bei ihnen seien Waffen, Ortungsgeräte, spezielle Kommunikationsmittel sowie ausländische Währungen beschlagnahmt worden. Der Geheimdienst der Revolutionsgarden rief die Bevölkerung auf, Verdachtsmomente umgehend zu melden. Unabhängige Bestätigungen für die Angaben liegen nicht vor. Beobachter weisen darauf hin, dass Teheran in Kriegs- und Krisenzeiten regelmäßig über umfangreiche Festnahmen von mutmaßlichen Spionen berichtet.
Pistorius schließt deutschen Hormus-Einsatz nicht aus – und nennt Bedingugen
16.10 Uhr: Für eine deutsche Beteiligung an der Sicherung der Straße von Hormus nach dem Ende der aktuellen Kriegshandlungen hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Bedingungen genannt. „Wir schließen nichts aus, aber das hängt von der Situation nach einem Waffenstillstand ab“, sagte Pistorius am Donnerstag in Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich am Mittwoch im Bundestag offen für eine deutsche Beteiligung gezeigt.

Boris Pistorius
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Die Entscheidung für einen möglichen deutschen Einsatz in der Straße von Hormus hänge neben der militärischen und der Sicherheitslage in der Region auch davon ab, „dass wir im Rahmen eines internationalen Mandats oder einer internationalen Kooperation dann uns beteiligen könnten, wenn alle Parameter stimmen und der Bundestag zustimmt“, sagte Pistorius.
Bericht: Trump soll von Israels Angriff auf Gasfeld gewusst haben
13.07 Uhr: US-Medienberichte legen nahe, dass Präsident Donald Trump vor dem israelischen Angriff auf das bedeutende Gasfeld „South Pars“ informiert war. Damit widersprechen sie Trumps Darstellung, die USA hätten von dem Schlag nichts gewusst.
Das „Wall Street Journal“ berichtet, die USA seien im Bilde gewesen und hätten keine Einwände gehabt. Trump habe den Angriff gebilligt, um den Druck auf den Iran zu erhöhen, die Straße von Hormus freizugeben. Der Iran blockiert derzeit die für den globalen Ölexport wichtige Meeresenge. Das Gasfeld „South Pars“ ist die weltweit größte bekannte Gasreserve - und liefert rund 70 Prozent der iranischen Gasversorgung.

US-Präsident Donald Trump.
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Das US-Nachrichtenportal „Axios“ schreibt, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Trump hätten sich über das Vorgehen abgestimmt. Sowohl „Axios“ als auch „Wall Street Journal“ berufen sich auf US- und israelische Beamte.
Massiver Anstieg des Ölpreises nach Angriffen auf Energieinfrastruktur in Nahost
10.58 Uhr: Die Angriffe auf die Energieinfrastruktur in den Golfstaaten hat Folgen: Der Ölpreis ist noch einmal massiv angestiegen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent legte am Donnerstag um mehr als zehn Prozent auf mehr als 119 Dollar zu. Israel hatte am Mittwoch iranische Gasanlagen angegriffen, Teheran nahm daraufhin Öl- und Gasanlagen in Katar, Saudi-Arabien und Kuwait ins Visier.
Raketenalarm in Tel Aviv - Explosionen zu hören
10.28 Uhr: In Tel Aviv ist am Donnerstag erneut Raketenalarm ausgerufen worden. Kurz nach einer Warnung der Armee vor vom Iran aus abgefeuerten Raketen waren in der israelischen Metropole mehrere Explosionen zu hören, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Der israelischen Armee zufolge handelte es sich um den sechsten Raketenangriff des Iran auf Israel seit Mitternacht.
Kuwait meldet Brände nach Drohnenangriffen auf Ölraffinerien
9.17 Uhr: In Kuwait sind zwei Raffinerieanlagen der staatlichen Ölgesellschaft Ziel von Drohnenangriffen geworden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur unter Berufung auf die Kuwait Petroleum Corporation berichtete, wurde eine Betriebseinheit in der Raffinerie Mina Abdullah von einer Drohne attackiert. Daraufhin sei ein Brand ausgebrochen.
Zudem wurde eine weitere Betriebseinheit in der Raffinerie Mina al-Ahmadi von einem ähnlichen Angriff getroffen. Auch dort kam es nach Angaben des Unternehmens zu einem begrenzten Brand. Beide Anlagen gehören zu den wichtigsten Ölraffinerien des Landes und auch der Golfregion.
Iran richtet drei Männer nach Protesten hin
7.42 Uhr: Der Iran hat erstmals mehrere Todesurteile nach den jüngsten Massenprotesten vollstreckt. Wie der staatliche Rundfunk berichtete, wurden drei Männer hingerichtet. Ihnen wurde vorgeworfen, in der Hauptstadt Teheran für den Tod von zwei Sicherheitskräften verantwortlich zu sein. Ihr Urteil sei wegen „Mord und operativer Handlungen“ seitens der USA und Israel gefallen, hieß es in dem Bericht. In der Regel werden Todesurteile im Iran durch Erhängen vollstreckt.
US-Flugzeugträger muss nach Brand an Bord zur Reparatur
6.18 Uhr: Der modernste Flugzeugträger der US-Marine, die USS „Gerald R. Ford“ muss das Rote Meer verlassen, um nach einem Brand an Bord auf Kreta repariert zu werden. Das Schiff ist seit fast neun Monaten im Einsatz und wurde im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran in die Region entsandt. Bei dem Feuer in der vergangenen Woche waren Seeleute verletzt und erhebliche Schäden verursacht worden. Wie erst jetzt bekannt wurde, waren die Auswirkungen des Brandes weitaus massiver als zunächst angenommen.
Das Feuer wütete länger als 30 Stunden. Dabei wurden unter anderem die Unterkünfte und Messen von etwa 600 der 4500 Besatzungsmitglieder so sehr beschädigt, dass sie nun unbrauchbar sind, berichten amerikanische Medien. Der Brand wurde nicht im Kampfeinsatz verursacht, sondern er brach in der Wäscherei aus. Mehr als 200 Besatzungsmitglieder wurden nach dem Ausbruch des Feuers am 2. März auf Rauchvergiftung untersucht und kehrten später in den Dienst zurück, teilten US-Beamte der BBC mit. 100 Betten seien unbrauchbar, heißt es bei der BBC.
Trump droht Iran mit massivem Angriff auf gesamtes Gasfeld
5.30 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einer massiven Bombardierung des wichtigen Gasfelds „South Pars“ gedroht. Eine solche Attacke des US-Militärs werde es geben, falls Iran weiter Katars Gasindustrie angreife, schrieb er auf der Plattform Truth Social. Für diesen Fall drohte er mit einem Angriff „mit einer Stärke und Schlagkraft, wie Iran es noch nie zuvor gesehen hat“. Zugleich betonte er, dass Israel dieses Gasfeld nicht erneut angreifen werde - solange der Iran Katar nicht weiter attackiere.
Israel habe das „South Pars“-Gasfeld am Mittwoch „aus Wut über die Ereignisse im Nahen Osten“ angegriffen, schrieb Trump weiter. Die Vereinigten Staaten hätten nichts von diesem Angriff gewusst, betonte er. Katar sei in keiner Weise daran beteiligt gewesen. Leider habe der Iran „ungerechtfertigt und unfair“ Katars Flüssiggasanlagen angegriffen.
„ES WERDEN KEINE WEITEREN ANGRIFFE VON ISRAEL auf dieses äußerst wichtige und wertvolle South-Pars-Feld erfolgen“, schrieb der US-Präsident weiter, teils in Großbuchstaben. Es sei denn, „der Iran beschließt unklugerweise, einen völlig Unschuldigen anzugreifen, in diesem Fall Katar“. Dann werde es - mit oder ohne Hilfe Israels - einen massiven Angriff geben. Er betonte, er wolle ein solches Ausmaß der „Gewalt und Zerstörung“ wegen der langfristigen Konsequenzen für den Iran eigentlich nicht anordnen.
Das weltgrößte Gasfeld „South Pars“, das der Iran und Katar getrennt ausbeuten, liefert rund 70 Prozent der iranischen Gasversorgung. Nach Israels Angriff im Iran wurden Katars für den Weltmarkt bedeutende Flüssiggasanlagen bei einem iranischen Raketenangriff nach Angaben aus dem Golfstaat schwer beschädigt.
18. März
Iran verübt Vergeltungsangriffe auf mehrere Golfstaaten
21.16 Uhr: Nach dem US-israelischen Angriff auf eine iranische Anlage im größten Erdgasfeld der Welt hat Teheran am Mittwoch mehrere Golfstaaten mit Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen. In Saudi-Arabien wurden nach Behördenangaben mindestens vier Menschen durch Splitter einer abgefangenen Rakete verletzt. In Katar traf der Iran den wichtigsten Gaskomplex des Landes. Der iranische Präsident Massud Peseschkian warnte nach der Attacke auf Verarbeitungsanlagen am iranischen Gasfeld South Pars vor „unkontrollierbaren Folgen“.
Saudi-Arabien wurde nach Behördenangaben vom Iran mit Drohnen und ballistischen Raketen attackiert. Nach dem Abfangen einer Rakete wurden demnach vier Menschen in einem Wohngebiet der Hauptstadt Riad durch herabfallende Raketensplitter verletzt. Splitter seien zudem nahe einer Erdölraffinerie südlich der Hauptstadt zu Boden gegangen. Dem Verteidigungsministerium in Riad zufolge wurde außerdem eine Drohne abgefangen, die sich einer Gasanlage im Osten des Landes näherte.
Iran sieht nach Angriffen „neue Eskalationsstufe“
20.09 Uhr: Irans Präsident Massud Peseschkian warnt nach Angriffen auf die Energieinfrastruktur vor einer weiteren Eskalation. Auf der Plattform X schrieb er, diese „aggressiven Handlungen“ würden Israel, den USA sowie deren Verbündeten keinen Vorteil bringen, sondern die Lage verschärfen. Sie könnten „unkontrollierbare Folgen“ haben, die sich weltweit auswirken.
Parlamentspräsident, Mohammed Bagher Ghalibaf, erklärte auf X, es habe eine neue Eskalationsstufe begonnen. Das Prinzip „Auge um Auge“ gelte.
US-Geheimdienstanalyse stellt Trumps Begründung infrage
18.25 Uhr: Eine aktuelle US-Geheimdienstanalyse stellt die Begründung von US-Präsident Donald Trump für den Iran-Krieg infrage. Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard erklärte am Mittwoch, der Iran habe seine Nuklearanlagen seit den vernichtenden US-israelischen Luftangriffen vom vergangenen Juni nicht wieder aufgebaut. Trump hatte den Krieg unter anderem damit begründet, Teheran stehe kurz vor dem Bau von Atomwaffen und könne damit „bald“ sogar die USA angreifen.
Durch den US-israelischen Einsatz „Mitternachtshammer“ vom Juni 2025 sei Irans Atomanreicherungsprogramm „vernichtet“ worden, bekräftigte Gabbard in ihrer schriftlichen Erklärung vor einer Anhörung im Geheimdienstausschuss des Senats. „Seitdem hat es keinerlei Bemühungen gegeben, die Anreicherungskapazitäten wieder aufzubauen“, heißt es darin unter Berufung auf Erkenntnisse der Geheimdienste.
Trump hatte die US-israelischen Luftangriffe ab dem 28. Februar mit einer „unmittelbar bevorstehenden Bedrohung“ durch das iranische Atomprogramm begründet. In seiner Rede zur Lage der Nation am 25. Februar hatte er dem Iran zudem vorgeworfen, „Raketen zu bauen, die bald die Vereinigten Staaten von Amerika erreichen werden“.
Katar: Israels Angriff auf Gasanlagen „unverantwortlich“
16.55 Uhr: Katar hat Israel für einen Angriff auf Anlagen der iranischen Gasindustrie am größten Gasfeld der Welt verantwortlich gemacht und diesen scharf verurteilt. Es handle sich um einen „gefährlichen und unverantwortlichen Schritt inmitten der aktuellen militärischen Eskalation in der Region, erklärte der katarische Außenamtssprecher Madschid al-Ansari auf X.
Das Gasfeld „South Pars“ befindet sich im Persischen Golf und wird vom Iran und Katar ausgebeutet. Iranische Medien hatten zuvor berichtet, dass Anlagen bei der Industriestadt Asalujeh bombardiert worden sein. Israelische Medien meldeten, die Luftwaffe habe die iranische Gasproduktion im Süden des Landes angegriffen. Asalujeh liegt nahe dem riesigen Gasfeld.

