Die Islamischen Revolutionsgarden attackieren in dem Schreiben Donald Trump – der US-Präsident sei ein „Lügner“ und „maßlos gierig“.
„Amerikaner müssen sich erheben“Iran veröffentlicht offenen Brief – und ruft zu Aufstand gegen Trump auf

US-Präsident Donald Trump hat die USA bereits mehrfach zum Sieger im Krieg mit dem Iran erklärt. Teheran sieht das anders – und hat nun einen offenen Brief an die Amerikaner veröffentlicht. (Archivbild)
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Die Islamischen Revolutionsgarden haben einen 25-seitigen offenen Brief an die Bevölkerung der USA veröffentlicht. Darin erklären sie Iran zum Sieger im Konflikt mit den Vereinigten Staaten und Israel und rufen die US-Bürger dazu auf, sich gegen ihre Regierung zu erheben. „Menschen auf der ganzen Welt blicken auf die Amerikaner und hoffen, dass sie ihre Regierung stoppen“, heißt es etwa in dem Brief. Die USA haben die Revolutionsgarden bereits 2019 als ausländische Terrororganisation eingestuft.
In dem Schreiben behaupten die Revolutionsgarden, die USA und Israel hätten ihre Kriegsziele verfehlt. US-Präsident Trump habe zwar wiederholt den Sieg der Vereinigten Staaten verkündet, doch die Angriffe hätten nach Darstellung der Revolutionsgarden keinen entscheidenden Erfolg gebracht.
Offener Brief an die Amerikaner: „Keinen einzigen Sieg errungen“
„Nun, fast sieben Monate nach Beginn dieses ungerechten Krieges, hat das US-Militär – das größte und teuerste Militär in der Geschichte der Welt – keinen einzigen Sieg errungen, und das ist umso demütigender, wenn man bedenkt, dass es diesen Krieg in Zusammenarbeit mit dem israelischen Militär geführt hat, das von sich behauptet, die viertgrößte Militärmacht der Welt zu sein“, heißt es in dem Brief.
Zugleich nimmt das Schreiben Trump persönlich ins Visier: Die Revolutionsgarden werfen ihm vor, aus Eigeninteresse zu handeln und vom Krieg zu profitieren. „Die nationale Sicherheit Amerikas und das Leben seiner Soldaten werden jemandem anvertraut, der nicht nur ein notorischer Lügner, sondern auch maßlos gierig ist“, heißt es etwa in dem Brief mit Blick auf Trump. Der US-Präsident verbreite „ungeheuerliche Lügen“ über den Iran, behaupten die Revolutionsgarden weiter.
„Die Amerikaner müssen sich erheben“
Auch die Unterstützung der USA für Israels Militäreinsätze wird kritisiert. Die US-Bürger sollten ihre Regierung dazu drängen, sich von Israel zu distanzieren und den Konflikt zu beenden. „Die Amerikaner müssen sich erheben und dieser miserablen Lage ein Ende setzen, in der sich ihr Land – und die Welt insgesamt – befindet“, so die Forderung der Revolutionsgarden. Das Weiße Haus sei eine „unermüdliche Lügenfabrik“, heißt es weiter.
Der Brief erscheint wenige Wochen vor den US-Zwischenwahlen, bei denen über die Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses entschieden wird. In jüngsten Umfragen sprachen lediglich 31 Prozent der Amerikaner dem Krieg gegen den Iran ihre Unterstützung aus. Diese Lage scheint Teheran für sich nutzen zu wollen.
Teheran: Brief soll iranische Position erklären
Der Sprecher der Revolutionsgarden, Brigadegeneral Hossein Mohebbi, bestritt dieses Motiv gegenüber iranischen Medien und bezeichnete das Schreiben als „wohlwollenden und mitfühlenden Brief“ an die amerikanische Bevölkerung. Es gehe nicht nur um öffentliche Aufmerksamkeit. „Diese Maßnahme ist kein werblicher und kurzfristiger Schachzug“, behauptete Mohebbi, es gehe vielmehr darum, den Amerikanern Teherans Position zu erklären.

Der Sprecher der Revolutionsgarden, Hossein Mohebbi, bei einer Pressekonferenz am Dienstag (29. September).
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Alan Eyre, ein früherer Mitarbeiter des US-Außenministeriums und Experte des Middle East Institute, zeigte sich von diesem Vorhaben im Gespräch mit dem US-Nachrichtenmagazin „Newsweek“ derweil wenig beeindruckt. Es sei unwahrscheinlich, dass der Brief die Haltung Trumps und der US-Regierung wesentlich verändern werde, erklärte Eyre. Ein Teil der Kritik könne jedoch bei US-Bürgern Anklang finden, die mit Trumps Außenpolitik und dem Krieg unzufrieden seien.
Bisher kein Durchbruch bei Friedensverhandlungen
Die Verhandlungen um ein Kriegsende und insbesondere um die Straße von Hormus gehen nach iranischen Angaben unterdessen weiter. In dem festgefahrenen Konflikt versuche aktuell der Golfstaat Katar eine Lösung zu finden, sagte Irans Außenminister Abbas Araghtschi laut seinem Ministerium am Dienstag (29. September) in New York.
„Es ist vorgesehen, dass sie (Katar) dieses Thema erneut der amerikanischen Seite vorbringen und anschließend die endgültige Antwort der amerikanischen Seite über den katarischen Vermittler an uns übermittelt wird“, sagte Araghtschi weiter.
Vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Trump einem iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der für Erdöl-Lieferungen wichtigen Straße von Hormus eine Abfuhr erteilt. Der Iran hatte zuvor Bedingungen gestellt. Laut dem „Wall Street Journal“ soll dazugehören, dass die USA ihre Seeblockade aufheben. (das)
