Nach dem AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt lieferte die Kölner Grünen-Politikerin Katharina Dröge eine vielbeachtete Rede ab.
Merz und AfD im VisierKölner Politikerin erhält enormen Zuspruch nach Bundestagsrede

Katharina Dröge, Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, spricht im Deutschen Bundestag. (Archivbild)
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Die Kölner Grünen-Politikerin Katharina Dröge hat nach ihrer Rede im Bundestag am 9. September nach eigenen Angaben enormen Zulauf im sozialen Netzwerk Instagram erhalten. „Wow! 30.000 Menschen sind seit meiner Rede im Bundestag neu hier dazugekommen“, verkündete die Chefin der Grünen-Fraktion im Bundestag am Mittwoch (23. September).
Mittlerweile folgen der Kölnerin rund 99.700 Accounts bei Instagram, damit kann sich Dröge nach ihrer vielbeachteten Rede über einen Follower-Zuwachs von 43 Prozent freuen.
In der Generaldebatte des Bundestags hatte sich Dröge Anfang September mit deutlichen Worten zum Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt geäußert – und der Bundesregierung eine Mitschuld am Erstarken der in Teilen rechtsextremen Partei gegeben.
Viel beachtete Rede von Katharina Dröge im Bundestag
Dröge warf etwa Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor, er habe sich von den „Verlockungen des Populismus“ anstecken lassen. Das sei „einer der größten Fehler der Union“ unter Merz’ Führung in den vergangenen Jahren gewesen.
Die Kölnerin hielt dem Kanzler außerdem vor, mit populistischen Versprechungen, durch eine „herablassende Art“ sowie Belehrungen die Menschen gegen sich aufgebracht zu haben.
Dröge: Koalition beim Thema Migration „fulminant gescheitert“
„Für ein paar billige Klicks, für ein bisschen Anstacheln gegen Ausländer, gegen Arbeitslose, für das bisschen Mitschwimmen auf der Welle, die nutzen unser System aus, haben Sie am Ende eine Sache riskiert. Und das ist Ihre eigene Glaubwürdigkeit“, sagte Dröge. Doch anders als „die Rechtsextremen“, die niemals regieren und Verantwortung übernehmen wollten, werde Merz „an der Realität gemessen“, fügte sie hinzu.
Beim Thema Migration sei die Koalition „fulminant gescheitert“ mit dem Ansatz, durch eine möglichst harte Asylpolitik könne die AfD klein gekriegt werden, „weil man irgendwie quasi deren Kernthema erledigen würde“, kritisierte die Grünen-Politikerin obendrein.
Kölner Grünen-Politikerin fordert Prüfung eines AfD-Verbots
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) habe „die größtmögliche Härte durchgezogen in der Asylpolitik, inklusive Rechtsbruch an den deutschen Grenzen, inklusive Kooperation mit den Verbrechern der Taliban“, betonte Dröge. „Und trotzdem, es hat nichts gebracht mit Blick auf das AfD‑Wahlergebnis. Nichts hat es gebracht.“
Dröge rief die Abgeordneten des Bundestags zudem auf, die Prüfung eines AfD-Verbots auf den Weg zu bringen. „Wir sind mittlerweile an einem Punkt in unserer Demokratie, wo die politische Auseinandersetzung alleine vielleicht nicht mehr reicht.“ Das deutsche Grundgesetz sehe daher als letztes Mittel auch das Parteienverbot vor. „Es ist an der Zeit. Ich kann nur an Sie appellieren, ich kann Sie nur bitten, prüfen Sie als Abgeordnete des Deutschen Bundestages Ihr eigenes Gewissen.“
Katharina Dröge freut sich über Zuwachs: „Danke, dass ihr da seid“
Für den energischen Auftritt am Rednerpult hatte Dröge schnell viel Zuspruch bekommen, insbesondere in den sozialen Netzwerken, wo die Worte der Kölnerin von vielen Nutzerinnen und Nutzern etwa als „grandios“ und „beste Rede seit langer Zeit“ bezeichnet wurden.
Dröge zeigte sich nun „sehr berührt“ von dem vielen Lob und dem großen Nutzer-Zuwachs bei Instagram. „Danke, dass ihr da seid“, fügte sie hinzu und kündigte an, weiter für eine Politik eintreten zu wollen, „die die Bedürfnisse der Menschen hört, konkrete Lösungen vorschlägt, klare Haltung zeigt und sich auch in Frage stellt“. (das/dpa)
