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Milliarden-Plan stocktBericht zeigt: Gelder für Modernisierung fließen zu langsam

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Verzögerungen bei Streckensanierung Hamburg-Berlin

Ein Großteil des Gelds geht in den Verkehrsbereich.

Ein milliardenschweres Sondervermögen soll Deutschland modernisieren. Doch ein Bericht zeigt nun: Die Gelder fließen zu langsam.

Zur Modernisierung Deutschlands wurde eine „nie dagewesene Investitionsoffensive“ angekündigt – diese Absicht verfolgt das milliardenschwere Sondervermögen der Bundesregierung. Ein initialer Überwachungsbericht aus dem Bundesfinanzministerium legt jedoch offen, dass bei der Realisierung noch beträchtliche Defizite bestehen. „Dieser Bericht zeigt, dass wir Tempo brauchen“, äußerte ein Sprecher des Ressortchefs Lars Klingbeil (SPD) in Berlin. Die Finanzmittel müssten zügig die Bevölkerung erreichen.

Eine zusätzliche Kreditaufnahme in Höhe von insgesamt 500 Milliarden Euro wurde im Vorjahr von Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Dieses Geld soll für ergänzende Investitionen zur Erneuerung der Infrastruktur verwendet werden und dazu beitragen, die Klimaschutzvorgaben bis zum Jahr 2045 zu erfüllen. Der Finanztopf hat eine Laufzeit von zwölf Jahren. Hiervon stehen dem Bund 300 Milliarden Euro für Investitionen zur Verfügung, während 100 Milliarden Euro für die Länder und Kommunen vorgesehen sind. Zusätzliche 100 Milliarden Euro sind im Klima- und Transformationsfonds für Maßnahmen zum Klimaschutz reserviert.

Die Intention ist, einen über Jahre entstandenen Investitionsbedarf abzubauen und die Lebensqualität der Menschen im Alltag merklich zu steigern. Vorgesehen sind Ausgaben für bessere Bildungseinrichtungen, kostengünstige sowie umweltfreundliche Energie, ein leistungsfähiges Internet und die Schaffung von mehr Wohnraum. Die Sanierung maroder Brücken und Schienenwege ist geplant. Das Ministerium bezeichnet dies als ein „nie dagewesenen Investitionsprogramm für ein modernes und zukunftsfähiges Deutschland“.

Realisierung des Programms schreitet nur zögerlich voran

Dem Haushaltsausschuss des Bundestags übermittelte das Finanzministerium nun ein 380-seitiges Dokument, das die wirtschaftliche Nutzung der Bundesgelder analysiert. Zentrale Fragen sind hierbei, in welchem Maße Finanzmittel eingesetzt werden, welche spezifischen Ergebnisse erzielt und ob die definierten Vorgaben eingehalten wurden.

Im Jahr 2025 war ein Abfluss von 37,2 Milliarden Euro aus den Bundesmitteln des Spezialfonds geplant, tatsächlich belief sich die Summe laut dem Report auf etwa 24 Milliarden Euro. Hierbei muss man jedoch beachten, dass sich der Spezialfonds noch in der Anfangsphase befand, weil die erforderlichen Ausführungsgesetze erst im Laufe des Jahres verabschiedet wurden. Gelder dürfen außerdem überjährig budgetiert werden.

Eine zentrale Messgröße, die „Fortschritts- und Wirkungskennzahl“, wurde vom Finanzministerium entwickelt. Ihr Durchschnittswert von 54 Prozent deutet auf eine „teilweise Zielerreichung“ hin. Folglich besteht weiterhin erheblicher Handlungsbedarf.

Positive Entwicklungen verzeichnet der Bericht beispielsweise bei der Instandsetzung von Brücken, Tunneln und Gleisanlagen sowie bei Ausgaben für den Wohnungsbau. Im Gegensatz dazu stagniert die Digitalisierung von Schienenfahrzeugen und Bahnlinien. Ebenso kommen Investitionen in den landesweiten Breitbandausbau sowie in Forschung und Entwicklung nicht zügig genug voran.

Uneinigkeit in der Regierungskoalition blockiert Gesetzesvorhaben

Um zu verhindern, dass die Gelder aus dem Sondervermögen wirkungslos bleiben, sollen Planungs- und Bauprozesse beschleunigt werden, was auch dazu dient, starke Anstiege der Baukosten zu unterbinden. Ein wesentliches Projekt der Bundesregierung, das „Infrastruktur-Zukunftsgesetz“, wird jedoch seit Monaten im Bundestag nicht weiterbehandelt. Als Ursache gilt eine Auseinandersetzung innerhalb der Regierungsparteien über Kompensationsmaßnahmen für Naturräume.

Die Implementierung des Sondervermögens soll im laufenden Jahr an Dynamik gewinnen. Laut Finanzministerium waren zum Stichtag 30. April von den für dieses Jahr budgetierten 39,7 Milliarden Euro circa 11,2 Milliarden ausgezahlt. Für den verbleibenden Jahresverlauf erwarte die Bundesregierung eine signifikante Beschleunigung, wie ein Sprecher mitteilte.

Baustelle Südschnellweg Hannover

In den kommenden Jahren gibt es viele Baustellen.

Aus dem Umfeld des Finanzministeriums verlautete, man erwarte „deutliche Fortschritte“ bei den definierten „Meilensteinen“. Diese fungieren als Frühwarnsysteme, um Hindernisse bei der Projektdurchführung rechtzeitig zu identifizieren. Zur Erhöhung des Drucks auf die Ministerien erwägt das Finanzministerium ein „Bonus-Malus-System“. Es soll Anreize schaffen, die Mittel aus dem Spezialfonds zügig und effektiv einzusetzen. Sollte ein Ministerium bei einem Projekt keine Fortschritte erzielen, könnten Finanzmittel zu anderen Vorhaben umgeschichtet werden.

Kritik an der Mittelverwendung

Seit Längerem beanstanden der Bundesrechnungshof und diverse Wirtschaftsinstitute, dass die Investitionen aus dem Sondervermögen nicht im zugesagten Umfang zusätzlich erfolgen. Stattdessen werde der Extratopf dazu genutzt, Finanzlücken im regulären Haushalt zu schließen. In diesem Zusammenhang wird von einem „Verschiebebahnhof“ gesprochen.

Grünen-Haushälter Schäfer

Die Grünen fordern Nachbesserungen.

Diese Darstellung wird vom Finanzministerium zurückgewiesen. Der Grünen-Haushaltspolitiker Sebastian Schäfer äußerte sich jedoch im Hinblick auf den aktuellen Bericht: „Die Mittel müssen endlich konsequent dorthin fließen, wo sie nachhaltig, investiv und klimapolitisch wirksam sind.“ Es sei dringend erforderlich, dass die Bundesregierung korrigierend eingreift. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.