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Neuer MenschenrechtspreisGrüne wollen Mut und Haltung in NRW auszeichnen

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Berivan Aymaz (l, Bündis 90/Die Grünen) und Moderatorin Bettina Böttinger sprechen während einer Pressekonferenz. Die Landtagsfraktion der Grünen lobt Menschenrechtspreis in Nordrhein-Westfalen aus.

Berivan Aymaz (l., Bündis 90/Die Grünen) und Moderatorin Bettina Böttinger sprechen während einer Pressekonferenz. Die Landtagsfraktion der Grünen lobt einen Menschenrechtspreis in Nordrhein-Westfalen aus.  

Die Grünen-Landtagsfraktion lobt erstmals einen Menschenrechtspreis aus – finanziert wird das Preisgeld in Höhe von 3000 Euro von den Abgeordneten.

Die Menschenrechte stehen international vor wachsenden Herausforderungen. Politische Verfolgung, Einschränkung von Frauenrechten sowie Diskriminierung queerer Menschen prägen viele globale Krisen. Neben staatlichen Akteuren engagieren sich auch in Nordrhein-Westfalen zahlreiche private Initiativen und Einzelpersonen für den Schutz der Betroffenen. Bislang findet ihre Arbeit oft abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit statt. Nun hat die Grüne Landtagsfraktion NRW einen eigenen Menschenrechtspreis initiiert, um den Aktivisten für die Menschenrechte zu danken. 

Ziel der Auszeichnung ist es, das zivilgesellschaftliche Engagement in der Region sichtbarer zu machen. „Menschenrechte sind keine Selbstverständlichkeit, sie müssen jeden Tag verteidigt werden“, erklärte Berîvan Aymaz bei der Vorstellung des Preises in Düsseldorf. Angesichts globaler Angriffe auf Freiheit und Demokratie brauche es Menschen, die für universelle Rechte einstehen. Der Preis soll diesen Einsatz würdigen und unterstützen.

Aymaz ist Vizepräsidentin des Landtags Nordrhein-Westfalen und Sprecherin für Europa, Internationales und Eine Welt. Die Abgeordnete, deren Vater als kurdischer Diplomat in Deutschland politisches Asyl beantragte, befasst sich seit ihrem Landtagseinzug 2017 mit der Flüchtlingspolitik. Unter anderem setzte sie sich für Aufnahmeprogramme nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan ein und wirkte im März 2023 am überparteilichen Patenschaftsprogramm „Demokratie-Brücken“ mit.

Menschenrechtspreis für Dezember geplant

Der neue Menschenrechtspreis ist mit 3000 Euro dotiert, die von den Abgeordneten der Regierungsfraktion privat gespendet wurden. Die Verleihung ist für den Zeitraum rund um den Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember geplant. Bis zum 7. September können Einzelpersonen, Organisationen oder konkrete Projekte aus Nordrhein-Westfalen vorgeschlagen werden oder sich selbst bewerben. Voraussetzung ist ein nachweisbarer Einsatz im Bereich der Menschenrechte.

Eine fünfköpfige Jury entscheidet über die Vergabe. Neben Berîvan Aymaz und der Fraktionsvorsitzenden Wibke Brems gehören dem Gremium die Journalistin Bettina Böttinger, Conrad Schetter vom Bonn International Centre for Conflict Studies sowie Ulrike Dufner vom Verein Südwind an. Böttinger betonte bei der Vorstellung, dass das Engagement Sichtbarkeit verdiene. Die Menschenrechtsarbeit hänge maßgeblich von Personen ab, die unter teils schwierigen Bedingungen Verantwortung für andere übernehmen würden, sagte Böttinger: „Engagement verdient Sichtbarkeit. Menschenrechtsarbeit lebt von Menschen, die nicht wegsehen, sondern Verantwortung übernehmen und sich oft unter schwierigen Rahmenbedingungen in kleinen Initiativen für andere einsetzen.”

Auch die Gerhart-Baum-Stiftung – benannt nach dem 2025 verstorbenen FDP-Politiker – vergibt alle zwei Jahre einen Menschenrechtspreis. Preisträgerin 2026 ist die in Istanbul lebende türkisch-kurdische Menschenrechtsanwältin Eren Keskin.