Der Angriff auf einen 35-Jährigen in Düsseldorf könnte antisemitisch motiviert gewesen sein. Das Opfer trug eine Kippa, sagt die Polizei.
Ermittlungskommission gebildetJude mit Kippa und IDF-Pullover in Düsseldorf angegriffen

Ein Jude mit einer Kippa auf dem Kopf steht vor einem beleuchteten Davidstern. (Archivbild)
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Nach einem Angriff auf einen 35-jährigen deutschen Juden am Rheinufer in Düsseldorf hat die Polizei eine Ermittlungskommission gebildet. Inzwischen sei klar, dass das Opfer eine Kippa getragen habe, teilte die Polizei mit. Dies hätten mehrere Zeugen und Video-Aufzeichnungen bestätigt. Der Angriff könnte daher auch antisemitisch motiviert gewesen sein.
Der Mann trug zudem einen schwarzen Pullover mit aufgedrucktem „IDF“-Schriftzug der israelischen Streitkräfte („Israel Defense Forces“), als er am Dienstagabend (22. September) zunächst von zwei Frauen angesprochen und israelfeindlich beleidigt worden war. Anschließend sollen zwei hinzugekommene Männer den Mann attackiert und leicht verletzt haben. Die Polizei sucht Zeugen, die Angaben zur Tat oder zu den Beteiligten machen können.
Zahl antisemitischer Vorfälle auf hohem Niveau
Die Zahl antisemitisch motivierter Vorfälle in Deutschland bleibt auf einem hohen Niveau: 2025 dokumentierten Meldestellen insgesamt 8725 Fälle, neun mehr als im Jahr zuvor. Heruntergerechnet sind das knapp 24 antisemitische Vorfälle pro Tag. Das geht aus dem Jahresbericht des Bundesverbandes der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) hervor.
Die Zahlen sind laut Rias in den vergangenen Jahren besonders nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 gestiegen. Die Entwicklung des Krieges im Nahen Osten diene vielen Menschen als Anlass dafür, sich antisemitisch zu äußern oder Juden anzugreifen, heißt es im Bericht. Zum Vergleich: 2023 lag die Zahl der antisemitischen Vorfälle laut Bericht bei 4886, ein Jahr zuvor noch bei 2610.
Drastischer Anstieg der Zahlen nach Terror vom 7. Oktober
Rias verzeichnete zudem die bisher höchste Zahl antisemitischer Vorfälle mit einem rechtsextremen Hintergrund (807) seit Beginn des bundesweiten Vergleichs 2020. Im Jahr 2024 waren es noch 562. Die meisten Fälle wurden den Angaben zufolge aus einem anti-israelischen Aktivismus heraus begangen (1970).
An dritter Stelle nach den 807 Vorfällen mit einem rechtsextremen Hintergrund stünden links-antiimperialistische Weltanschauungen (501). Bei 4935 Fällen konnte keine eindeutige Zuordnung erfolgen. (das/dpa)
