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NRW startet Image-KampagneWüst will „Spiele für alle“ – und wirbt für Olympia

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Auftakt der Olympia-Werbekampagne in der Kölner Lanxess-Arrena: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und die Botschafter der Olympia-Bewerbung jubeln gemeinsam mit den Kindern einer Kölner Schule.

Auftakt der Olympia-Werbekampagne in der Kölner Lanxess-Arrena: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und die Botschafter der Olympia-Bewerbung jubeln gemeinsam mit den Kindern einer Kölner Schule.

Drei Monate vor dem Bürgerentscheid startet NRW die Olympia-Kampagne. NRWs Ministerpräsident hofft auf starken Rückhalt.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat die Kampagne für die Bewerbung Kölns und der Region Rhein-Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele gestartet. Vor der Kölner Lanxess-Arena drückte der CDU-Politiker am Montag symbolisch einen „Buzzer“, mit dem in verschiedenen NRW-Städten Lichtinstallationen eingeschaltet wurden. Sie sollen um Zustimmung zu dem Großevent werben. „Nordrhein-Westfalen will Spiele für alle“, sagte Wüst. Die Menschen im Land hätten es jetzt in der Hand, mit ihrer Zustimmung den Weg dafür zu ebnen, die Spiele 2036, 2040 oder 2044 nach NRW zu holen.

In den 17 Kommunen, in denen Wettbewerbe ausgetragen werden könnten, werden am 19. April Bürgerentscheide stattfinden. Rund vier Millionen Menschen in den beteiligten Kommunen können dann per Briefwahl über die Kandidatur abstimmen. Die finale Entscheidung für eine deutsche Bewerbung fällt dann am 26. September im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Startschuss für Olympia-Kampagne – Bürgerentscheide in 17 Kommunen

Neben NRW wollen auch München, Berlin und Hamburg den Zuschlag erhalten. „Kein anderer Bewerber bezieht mehr Menschen ein“, sagte Wüst mit Blick auf die NRW-Bewerbung. Moderne, nachhaltige Spiele könne es nur mit den Menschen im Land und nicht gegen ihren Willen geben. Wüst setzt nach eigenen Worten darauf, dass ein starker Rückhalt in der Bevölkerung in NRW einen Unterschied machen könne.

Ein Plakat mit dem Schriftzug „Ja“ hängt beim Start der Kampagne für die Bewerbung Köln-Rhein-Ruhr um Olympische und Paralympische Spiele an der Lanxess-Arena.

Ein Plakat mit dem Schriftzug „Ja“ hängt beim Start der Kampagne für die Bewerbung Köln-Rhein-Ruhr um Olympische und Paralympische Spiele an der Lanxess-Arena.

In München hatten sich in einer Bürgerbefragung knapp zwei Drittel der Teilnehmenden für die Spiele ausgesprochen. Ein ähnliches Ergebnis für NRW sei wünschenswert, hieß es in der Landeshauptstadt Düsseldorf. Der Slogan der Bewerbung lautet „Köln-Rhein-Ruhr. Unsere Städte. Unsere Spiele.“

Prominente Botschafter werben für „Unsere Spiele“

Wüst stellte ein Team von Botschaftern für die Bewerbung vor, zu dem neben prominenten Sportlern auch der Vorgänger Wüsts und ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) gehören. Der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) sagte, mit Köln als „Kapitän eines starken Teams“ könne der Traum von Olympia an Rhein und Ruhr Wirklichkeit werden. Die Spiele könnten den Kölnerinnen und Kölnern „langfristig nutzen und nachhaltig wirken“.

Mit einer Lichtinstallation am Römisch-Germanischen-Museum wirbt die Landesregierung für ihre Olympia-Kampagne. Zeitgleiche Aktionen an markanten Orten in NRW sollen die Bevölkerung von der Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele überzeugen.

Mit einer Lichtinstallation am Römisch-Germanischen-Museum wirbt die Landesregierung für ihre Olympia-Kampagne. Zeitgleiche Aktionen an markanten Orten in NRW sollen die Bevölkerung von der Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele überzeugen.

So würde sowohl der Spitzen- als auch der Breitensport profitieren. Investitionen brächten Wachstum für die Wirtschaft und einen Ausbau der Infrastruktur. „Gemeinsam wollen wir die Bürgerinnen und Bürger weiter mit guten Argumenten überzeugen, damit Köln und Rhein-Ruhr mit einem klaren Ja die Voraussetzung für Olympische und Paralympische Spiele schaffen“, sagte Burmester.

Keine „weißen Elefanten“ – Olympiastadion, Dorf, Kosten

Sollten die Spiele in NRW stattfinden, könnten bis zu 14 Millionen Tickets angeboten werden. „Das ist ein absoluter Spitzenwert“, sagte Wüst. NRW habe auch das kompakteste Olympia-Konzept und den nachhaltigsten Plan. Fast alle Sportstätten bestünden schon oder würden temporär errichtet. „In Nordrhein-Westfalen wird es nach den Spielen keine weißen Elefanten geben“, erklärte der Ministerpräsident.

In Köln könnte ein Olympiastadion in Modulbauweise für die Leichtathletik-Wettbewerbe errichtet werden. Das Olympische Dorf im Kölner Norden könnte nachgenutzt werden und neuen Wohnraum schaffen. Burmester zeigte sich zuversichtlich, dass die Bauprojekte rechtzeitig fertiggestellt werden, falls NRW den Zuschlag erhält. „Köln kann bauen“, sagte der SPD-Politiker. Ersten Schätzungen zufolge könnten die Spiele rund 4,8 Milliarden Euro kosten.

Die Einnahmen würden aber deutlich darüber liegen, sagte Wüst. NRW werden den Breitensport in den nächsten Jahren mit einer Milliarde Euro fördern. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, Sport-Infrastruktur in Ordnung zu bringen“, sagte der Ministerpräsident. Die Menschen würden die Verbesserungen bei Sanierung und Neubau von Schwimmbädern und Sportplätzen spüren.