Das Pentagon hat den Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland angekündigt. Zuvor kam es zu öffentlichen Differenzen zwischen Trump und Merz.
TruppenabzugTrump macht ernst – Pentagon kündigt erste Verlegung an

US-Präsident Donald Trump (r), unterhält sich mit Verteidigungsminister Pete Hegseth, während des Rundtischgesprächs der Memphis Safe Task Force zur öffentlichen Sicherheit auf der Tennessee Air National Guard Base.
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Das Verhältnis zwischen Berlin und Washington erreicht eine neue Belastungsprobe. Nachdem US-Präsident Donald Trump bereits in seiner ersten Amtszeit mit dem Abzug amerikanischer Soldaten gedroht hatte, rückt dieses Szenario nun wieder in greifbare Nähe. Das Pentagon kündigte bereits konkret den Abzug von 5.000 Einsatzkräften aus Deutschland an. Das berichtet unter anderem die „Tagesschau“.
Vom Hoffnungsschimmer zur Verbalattacke
Dabei sah es zwischenzeitlich nach einer Entspannung aus. Noch im Sommer letzten Jahres sowie bei einem Besuch im März signalisierte Trump dem Bundeskanzler Friedrich Merz, an der Truppenpräsenz festhalten zu wollen. „Ja, das werden wir tun. Das ist kein Problem“, zitierte man den US-Präsidenten damals noch optimistisch.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach dem Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft. (Archivbild)
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Doch die Stimmung ist gekippt. Auslöser für den aktuellen Zerwürfnis sind kritische Äußerungen von Merz zum Vorgehen der USA im Irankrieg. Bei einem Termin im Sauerland bemängelte der Kanzler eine fehlende Strategie der Amerikaner und konstatierte, dass der Iran militärisch stärker sei als gedacht.
Trump teilt gegen Merz aus
Die Reaktion aus dem Weißen Haus ließ nicht lange auf sich warten. Via „Truth Social“ feuerte Trump eine Breitseite gegen den Kanzler ab: Merz habe keine Ahnung, wovon er spreche, und sei mitverantwortlich für den wirtschaftlichen Zustand Deutschlands. Trump ging sogar so weit, dem Kanzler zu unterstellen, er nehme eine iranische Atombewaffnung billigend in Kauf.

Ein militärisches Transportflugzeug vom Typ Boeing C-17 Globemaster III startet von der US-Airbase in Ramstein, der zentralen Luftdrehscheibe für Europa und den Nahen Osten. (Archivbild)
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Trotz dieser scharfen persönlichen Angriffe bemüht sich Merz um Schadensbegrenzung. Er betonte am Mittwoch, dass das persönliche Verhältnis aus seiner Sicht weiterhin gut sei und man sich im Dialog befinde.
Hürden für den Abzug
Ein totaler Rückzug der US-Streitkräfte ist rechtlich jedoch nicht ohne Weiteres möglich. Der US-Kongress hat Ende 2025 einen Sicherheitsmechanismus verabschiedet, der die Truppenstärke im Bereich des Europa-Kommandos schützt:
Die Gesamtzahl der dauerhaft stationierten Soldaten darf nicht länger als 45 Tage unter 76.000 sinken.
Für eine dauerhafte Verringerung unter diese Grenze müssen komplexe Berichtswege und Begründungen eingehalten werden.
Ob der angekündigte Abzug der 5.000 Soldaten lediglich der Anfang einer größeren Umstrukturierung ist oder als politisches Druckmittel dient, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass die strategische Partnerschaft unter der aktuellen Rhetorik massiv leidet. (jag)
