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Tödliche „Double Tap“-TaktikUkraine greift Raffinerie an – Russland nimmt Einkaufszentrum ins Visier

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Ein Screenshot soll eine Explosion in einer russischen Raffinerie zeigen. Die Ukraine hat erneut eine Energieanlage in der Stadt Perm angegriffen. (Archivbild)

Ein Screenshot soll eine Explosion in einer russischen Raffinerie zeigen. Die Ukraine hat erneut eine Energieanlage in der Stadt Perm angegriffen. (Archivbild)

Russland greift ein gut besuchtes Einkaufszentrum in Selenskyjs Heimatstadt an – und setzt dabei auf eine besonders tödliche Taktik. 

Die Ukraine hat erneut eine Raffinerie in Russland angegriffen, das berichtete Staatschef Wolodymyr Selenskyj am Freitag (21. August). Bereits zuvor hatte es in den sozialen Netzwerken Hinweise auf einen ukrainischen Drohnenangriff auf eine Ölraffinerie in Perm gegeben, die zu den größten Russlands gehört.

Aufnahmen, die vom ukrainischen Telegram-Kanal Exilenova+ veröffentlicht wurden, zeigten angeblich Explosionen und einen Brand in Perm. Auch der russische Telegram-Kanal Astra berichtete über den Angriff. Die Stadt liegt rund 1500 Kilometer von der Ukraine entfernt. 

Ukraine setzt Angriffe fort – Kraftstoffkrise in Russland

„Mit unseren weitreichenden Sanktionen sorgen wir weiterhin dafür, dass die Folgen des Krieges dorthin zurückkehren, wo sie ihren Ursprung haben“, schrieb Selenskyj derweil auf der Plattform X. Auch der Militärflugplatz Marinowka in der Region Wolgograd sei von der Ukraine angegriffen worden, teilte der Staatschef außerdem mit. 

Die Ukraine greift in ihrem Abwehrkampf immer wieder gezielt Anlagen der russischen Ölindustrie an, um damit der Kriegswirtschaft des Landes zu schaden. Durch die Attacken gibt es mittlerweile eine Kraftstoffkrise im Land. Tankstellen haben oft kein Benzin – oder rationieren die Mengen.

Kremlchef Wladimir Putin, der den Krieg gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 begonnen hat, räumte diese Woche erneut Probleme und Schäden durch die ukrainischen Angriffe ein. Der russische Machthaber behauptete aber, die Lage sei nicht kritisch und unter Kontrolle.

Russland nimmt erneut zivile Ziele in der Ukraine ins Visier

Auch Russland setzte seine Angriffe auf die Ukraine fort – und nahm dabei nach ukrainischen Angaben erneut zivile Ziele ins Visier. Bei einer Attacke mit sechs Drohnen auf das Dorf Lebjaschje seien zwei Frauen im Alter von 66 und 73 Jahren getötet und zwei weitere Menschen verletzt worden, teilten örtliche Behörden mit. Es seien fünf Häuser in Brand geraten, drei zerstört und viele weitere beschädigt worden.

Für viel Entsetzen und Empörung in der Ukraine sorgte dann ein weiterer russischer Angriff am Freitagnachmittag, der das größte Einkaufszentrum in Selenskyjs Heimatstadt Krywyj Rih traf. Mindestens sechs Menschen wurden nach Angaben der Zeitung „Ukrainska Prawda“ getötet, 91 weitere verletzt.

Ukraine: Entsetzen über „zynischen“ Angriff auf Einkaufszentrum

Nach ukrainischen Angaben soll Russland bei dem Angriff auf das gut besuchte Einkaufszentrum auf einen „Double Tap“ („Doppelschlag“) gesetzt haben. Bei derartigen Angriffen folgt auf die erste Attacke bewusst ein verzögerter zweiter Schlag, der herangeeilte Helfer und Rettungskräfte treffen soll. Die Rettungsmaßnahmen in Krywyj Rih dauerten am Freitagnachmittag noch an. 

In den sozialen Netzwerken kursierten Aufnahmen, die sowohl den Angriff als auch die Lage nach der Attacke vor Ort zeigen sollen. Dort ist zu sehen, wie eine Drohne im Dach des Gebäudes einschlägt. Auch Aufnahmen von blutüberströmten Menschen waren darunter. Unabhängig überprüfen lassen sich die Videos nicht.

Selenskyj: Zweiter Angriff richtete sich gegen die Rettungskräfte

Staatschef Selenskyj berichtete ebenfalls von zwei Angriffswellen. „Die Russen haben einen absolut zynischen und verabscheuungswürdigen Angriff auf ein gewöhnliches Einkaufszentrum in Krywyj Rih verübt“, schrieb er auf der Plattform X.

„Die Angriffsdrohnen schlugen in zwei Wellen zu – eine halbe Stunde nach dem ersten Treffer und dem Ausbruch des Feuers folgte ein zweiter Angriff, der sich gegen die Rettungskräfte richtete.“

Bei derartigen Angriffen auf zivile Ziele handele es sich um „nichts Geringeres als Terrorakte“, schrieb Selenskyj außerdem. „Die Welt muss entsprechend darauf reagieren – mit echtem Druck auf den Aggressor“, forderte der Präsident. Frieden sei möglich, wenn Russland „wirklich zur Rechenschaft gezogen“ werde, so Selenskyj. (mit dpa)