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Prügeleien an russischen TankstellenRoskosmos und Flugplatz – Ukraine greift massiv mit Flamingos an

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Ein Screenshot aus einem Video der ukrainischen Rüstungsfirma Fire Point zeigt den Start eines Flamingo-Marschflugkörpers.

Ein Screenshot aus einem Video der ukrainischen Rüstungsfirma Fire Point zeigt den Start eines Flamingo-Marschflugkörpers.

Während die Ukraine zuletzt oftmals auf Drohnen gesetzt hat, sind nun Flamingo-Marschflugkörper in Russland eingeschlagen.

Die ukrainischen Streitkräfte melden erneute Angriffe auf Ziele tief in Russland. Der russische Militärflugplatz Savasleyka in der Region Nischni Nowgorod und ein Raketen-Zentrum des russischen Staatskonzerns Roskosmos in der Stadt Samara seien mit Flamingo-Marschflugkörpern angegriffen worden, berichteten zunächst ukrainische Zeitungen. Staatschef Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Angriffe.

„Flamingo-Raketen wurden eingesetzt“, schrieb Selenskyj auf der Plattform X und sprach von einem „guten Erfolg“. Der Militärflugplatz Sacasleyka liege etwa 700 Kilometer von der Ukraine entfernt, erklärte Selenskyj. 

Ukraine greift russischen MiG-Flugplatz an

„Träger russischer Raketen, die unsere Städte und Dörfer angreifen“, seien dort stationiert, betonte der Staatschef. Nach Angaben der „Kyiv Post“ waren auf dem Flugplatz oftmals MiG-31K-Kampfjets stationiert, die mit Kinschal-Raketen ausgerüstet sind. 

Das Roskosmos-Gebäude in Samara liege unterdessen sogar etwa 900 Kilometer von der Ukraine entfernt, betonte Selenskyj die Reichweite der von der Ukraine selbst entwickelten Flamingo-Marschflugkörper. Der Hersteller des Waffensystems, die Firma Fire Point, veröffentlichte ein Video vom Start der Marschflugkörper – versehen mit einem Flamingo-Emoji. Die Behörden in Russland berichteten derweil, eine „Industrieanlage“ sei getroffen worden, ohne den genauen Ort zu nennen.

Flamingos treffen russisches „Schlüsselunternehmen“

Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs diente das angegriffene Gebäude als Raumfahrtzentrum. Es handele sich um ein „Schlüsselunternehmen“ der russischen Raketen- und Raumfahrtindustrie, zitierte die „Ukrainska Prawda“ den Generalstab.

Die dort produzierten Trägerraketen der Sojus-Familie werden demnach für den Transport von russischen Kommunikationssatelliten genutzt, die auch für den Aufbau eines Pendants zum amerikanischen Starlink genutzt werden sollen. 

Großbrände und Rauchsäulen in Russland

In russischen Telegram-Kanälen und sozialen Netzwerken kursierten am Samstag (15. August) entsprechende Aufnahmen von beiden ukrainischen Angriffen – Großbrände und Rauchsäulen sind dort zu sehen. Von heftigen Explosionen in der Nacht war zudem oftmals die Rede. Unabhängig überprüfen lassen sich die Aufnahmen nicht. 

Selenskyj berichtete unterdessen auch, dass die Ukraine nun die Bestätigung des Schadens habe, „den wir an einer Ölanlage in Ust-Luga anrichten wollten“. Weitere Details zu diesem Angriff nannte der Staatschef nicht.

Die ukrainischen Streitkräfte greifen bereits seit Wochen immer wieder russische Raffinerien und Ölanlagen an, um so die Versorgung der Streitkräfte mit Treibstoff zu unterbinden. Gleichzeitig sollen die Angriffe tief im Landesinnern auch dazu dienen, den „Krieg nach Russland zu tragen“, wie Selensky bereits vor einigen Wochen erklärt hatte.

Tatsächlich sorgen die oftmals von enormer Rauchentwicklung begleiteten Angriffe für wachsende Kritik an Kremlchef Wladimir Putin in Russland. Immer wieder kursieren wütende Wortmeldungen von Russinnen und Russen in den sozialen Netzwerken. Offene Kritik am Kreml ist in Russland eher unüblich, oftmals folgen Repressionen.

Russen prügeln sich an Tankstellen – aber Kreml auf Kriegskurs

Gleichzeitig haben die Angriffe westlichen Analysen zufolge erhebliche Auswirkungen auf die russische Öl- und Treibstoffproduktion. Die Versorgungskrise wird in den vergangenen Wochen in vielen Regionen Russlands zudem sichtbar: Immer wieder gibt es lange Schlangen vor Tankstellen.

Am Samstag kursierten entsprechende Videos in den sozialen Netzwerken, die aus der Stadt Sotschi und anderen Regionen stammen sollen. Dort sollen sich mitunter kilometerlange Schlangen an Tankstellen gebildet haben. Auch Videos von Wortgefechten und Schlägereien im Ringen um die letzten Tropfen Treibstoff wurden verbreitet.

Der Kreml bleibt trotz der sichtbaren Auswirkungen der ukrainischen Angriffe jedoch weiter auf Kriegskurs. Am Freitag drohte das russische Außenministerium der Ukraine mit verstärkten Angriffen im Winter. Außenminister Sergej Lawrow kündigte zudem an, mit verschärften Methoden gegen alle Unterstützer der Ukraine vorgehen zu wollen.