In seiner Heimatstadt empfängt Putin Gäste bei seinem in der Regel glanzvollen Wirtschaftsforum. Nun gibt es Drohnenalarm.
Explosionen vor Putins Forum„Die Hitze ist spürbar“ – Ukraine greift St. Petersburg an

Ein Screenshot aus einem Video soll einen Angriff in St. Petersburg zeigen.
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Die Ukraine setzt ihre Angriffe auf russische Ölinfrastruktur fort – und hat dafür mit St. Petersburg nun ein symbolträchtiges Ziel ins Visier genommen. Die Millionenmetropole ist nicht nur die Heimatstadt von Kremlchef Wladimir Putin, sondern auch Ausrichtungsort des am Mittwoch (3. Juni) beginnenden Internationalen Wirtschaftsforums, dessen Teilnehmer nun mit schwarzen Rauchsäulen über dem Stadtgebiet begrüßt werden.
„Achtung! Es besteht Drohnengefahr auf dem Gebiet von St. Petersburg, möglich sind Störungen des mobilen Internets“, hieß es in der versandten SMS der Behörden am Mittwochmorgen. In St. Petersburg selbst soll eine Ölraffinerie in Brand geraten sein, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte.
Wolodymyr Selenskyj: „Wichtige Einrichtungen getroffen“
„Wichtige Einrichtungen auf russischem Hoheitsgebiet wurden in der vergangenen Nacht getroffen, darunter befand sich das Petersburger Ölkraftwerk“, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Es seien „gute Ergebnisse“ erzielt worden. „Die Entfernung von der Staatsgrenze der Ukraine zu dieser Einrichtung der russischen Ölindustrie, die dem Krieg dient, beträgt etwa 1100 Kilometer“, betonte der Staatschef.

Ein Screenshot aus einem vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj veröffentlichten Video zeigt Rauchsäulen über St. Petersburg.
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In sozialen Netzwerken kursierten Aufnahmen von einer schwarzen Rauchwolke. Augenzeugen berichten von heftigen Explosionen und mehreren sichtbaren Bränden. „Die Hitze ist spürbar“, sagt eine Person in einem der Videos. Auch der russische Telegram-Kanal Astra berichtete von einem Drohnenangriff auf das Ölterminal in St. Petersburg und veröffentlichte entsprechende Aufnahmen.
Russische Behörden: „Es sind einige Objekte beschädigt worden“
Es gebe einige Verletzte, teilte auch der St. Petersburger Gouverneur Alexander Beglow mit. „Es sind einige Objekte beschädigt worden. Im Moment läuft die Beseitigung der Folgen.“ Konkrete Angaben zu den Schäden machte er nicht. Alle Einsatzkräfte sind seinen Angaben nach in erhöhter Bereitschaft.
Gleichzeitig kam es nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass zu zahlreichen Flugausfällen in St. Petersburg. Am Flughafen Pulkowo verspäteten sich fast 30 Flüge um mehr als zwei Stunden, neun weitere wurden auf andere Flugplätze umgeleitet.
Ölterminal in St. Petersburg eines der größten in Russland
Das Ölterminal am Finnischen Meerbusen im Hafen von St. Petersburg sei mit einem Umschlag von 12,5 Millionen Tonnen pro Jahr eine der größten Treibstofflager- und Exportanlagen Russlands, berichtete unterdessen die ukrainische Zeitung „Kyiv Independent“.
Der Angriff auf die Ölinfrastruktur in St. Petersburg erfolgte einen Tag nach verheerenden russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw und weitere ukrainische Städte. Bei dem russischen Großangriff waren mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder. Mehr als 100 Menschen wurden zudem verletzt.
Angriffe pünktlich zum Beginn von Putins glanzvollem Wirtschaftsforum
Der Alarm überschattet das in der Regel glanzvoll für Gäste aus aller Welt inszenierte Forum, das bis Samstag dauert. Kremlchef Wladimir Putin ist in seiner Heimatstadt selbst Gastgeber.
Erwartet werden auch Unternehmer und Wirtschaftsvertreter aus westlichen Staaten, darunter aus Deutschland. Auch Politiker der AfD besuchen das Forum, bei dem Russland zeigt, wie es seine Wirtschaft in Kriegszeiten und ungeachtet der westlichen Sanktionen am Laufen hält. (mit dpa)
