In Neapel wurde wegen eines Hepatitis-A-Ausbruchs der Verkauf roher Meeresfrüchte untersagt. Was dies für Urlauber bedeutet und wie man sich wirksam schützt.
Hepatitis-Gefahr im UrlaubWas Reisende über die Leberentzündung wissen sollten

Impfen statt ärgern: Hepatitis-Viren sind in vielen Reiseländern ein Risiko – mit Impfung und Hygiene lässt sich viel abfangen.
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Niemand wünscht sich eine Leberentzündung als Souvenir aus dem Urlaub. In zahlreichen Destinationen existiert jedoch ein Infektionsrisiko mit Hepatitis-A- oder -B-Viren. Ein aktueller Fall, über den die dpa informiert, ist Süditalien, wo seit Anfang des Jahres eine ungewöhnlich hohe Zahl an Hepatitis-A-Fällen registriert wurde.
Als Konsequenz hat die Verwaltung von Neapel den Gastronomiebetrieben den Ausschank von rohen Meeresfrüchten verboten. Zudem wurde den Einwohnern nahegelegt, auch im privaten Bereich darauf zu verzichten. Nachfolgend werden die wichtigsten Informationen für Touristen zu Hepatitis A und B zusammengefasst.
Hepatitis A: Die sogenannte Reisegelbsucht
Die Übertragung von Hepatitis-A-Viren erfolgt primär durch kontaminiertes Wasser zum Trinken oder Baden und durch Nahrungsmittel. Das Robert Koch-Institut (RKI) benennt als bedeutsame Infektionsherde bei Lebensmitteln unter anderem Muscheln, Datteln, getrocknete Tomaten oder auch Salat.
Typische Anzeichen einer Infektion sind Symptome, die einer Grippe ähneln, darunter Fieber, generelles Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen sowie Schmerzen im Bauchbereich. Ein weiteres Kennzeichen ist die Gelbfärbung der Haut und der Bindehäute, was der Erkrankung den Namen Reisegelbsucht eingebracht hat. Laut der Deutschen Leberstiftung verläuft die Heilung der Entzündung zumeist unkompliziert, allerdings können Schäden an der Leber bestehen bleiben.
Hepatitis B: Ansteckung über Körperflüssigkeiten
Hepatitis-B-Viren hingegen verbreiten sich durch Körperflüssigkeiten, beispielsweise Blut, Sperma, Vaginalsekret und Speichel. Wie das Portal „infektionsschutz-info.de“ erläutert, kann eine Infektion ebenfalls über die gemeinsame Nutzung von Objekten wie Rasierern, Sexspielzeug, Injektionsnadeln oder Zahnbürsten erfolgen.
Eine Leberentzündung mit grippeartigen Beschwerden kann ebenfalls durch Hepatitis-B-Viren hervorgerufen werden. Bei dieser Virusvariante droht allerdings ein chronischer Krankheitsverlauf. Dieser kann der Ausgangspunkt für schwere Folgeerkrankungen wie eine Leberzirrhose oder Leberzellkrebs sein.
Impfung als wirksamer Schutz für Reisende
Gegen beide Formen der Hepatitis-Infektion gibt es effektive Impfungen zur Prävention. Um den persönlichen Bedarf an Impfungen festzustellen, empfiehlt die Deutsche Leberstiftung eine reisemedizinische Konsultation, die idealerweise sechs bis acht Wochen vor dem Antritt der Reise stattfinden sollte.
Das RKI rät zu einer Hepatitis-A-Impfung für Reisen nach Mittel- und Südamerika, Afrika, Asien und in osteuropäische Staaten. Zwei Impfdosen sind für die Grundimmunisierung erforderlich. Eine Vakzination gegen Hepatitis B wird hingegen nur bei Vorliegen spezifischer Risiken nahegelegt, zum Beispiel bei einem Aufenthalt von über vier Wochen oder wenn medizinische Behandlungen oder Tätowierungen im Zielland geplant sind. In diesem Fall sind drei Dosen für den vollständigen Schutz nötig. Zudem gibt es Kombinationsimpfstoffe.
Weitere Schutzmaßnahmen für unterwegs
Personen, die sich in Regionen mit verbreiteter Hepatitis A aufhalten, wird zu besonderer Sorgfalt bei der Hand- und Lebensmittelhygiene geraten. Die Infektionsgefahr kann reduziert werden, indem man ausschließlich Speisen zu sich nimmt, die genügend erhitzt wurden. Zum Schutz vor einer Hepatitis-B-Infektion tragen unter anderem Kondome und Lecktücher bei sexuellen Kontakten bei. (red)
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