Köln – Für mächtig Ärger sorgte ein Formular, das die Kölner Journalistin Amy Zayed vor wenigen Tagen in ihren Händen hielt. Die sehbehinderte 48-Jährige wurde dazu aufgefordert, ihren aktuellen Behindertenstatus mitzuteilen – in Druckschrift und per Hand.
„Ihr schickt mir einen Brief, der für mich erst mal vorgelesen werden muss, um mir mitzuteilen, dass Ihr in vier Wochen Rückmeldung von mir braucht, ob ich noch blind bin? Und dann soll ich meine Unterschrift leserlich in Druckbuchstaben wiederholen?“, ärgerte sich Zayed am vergangenen Mittwoch über ihren Twitter-Account.
Innerhalb weniger Stunden erreichte der Tweet tausende Nutzerinnen und Nutzer. Adressiert war Zayeds Ärger an die Stadt Köln, später stellte sich heraus, dass der Landschaftsverband Rheinland (LVR) für das Schreiben verantwortlich war.
Eine Antwort des LVR kam auch prompt: „Wir können Ihren Ärger sehr gut verstehen. Leider sind derzeit noch nicht alle Prozesse so digital und barrierefrei, wie wir uns das beim LVR manchmal selbst wünschen würden. Aber wir arbeiten dran und sind zuversichtlich, dass sich das in Zukunft deutlich verbessert.“
Amy Zayed: Verweis auf UN-Behindertenrechtskonvention
Auch Zayed reagierte auf die Antwort des LVR und zeigte sich versöhnlich: „Danke für die liebe Antwort. Ich bin nicht mal wirklich verärgert. Nur denke ich, dass wir im Jahr 2022 in Deutschland 13 Jahre nach dem Unterschreiben der #UN-Behindertenrechtskonvention weiter sein sollten. Was, wenn grad niemand zum Ausfüllen da ist?“
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