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ForumTanztheater eröffnet Freispiel-Festival

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15 Tänzerinnen des Tanztheater Schlebusch haben mit “Body politics” im ausverkauften Forum-Studio das “Freispiel”-Festival 2011” eröffnet. (Bild: Britta Berg)

15 Tänzerinnen des Tanztheater Schlebusch haben mit “Body politics” im ausverkauften Forum-Studio das “Freispiel”-Festival 2011” eröffnet. (Bild: Britta Berg)

Wiesdorf – Das Tanzstück “Body politics”, ein mehrteiliges Forschungsprojekt der Choreographin Anna-Carolin Weber, setzt sich mit dem Thema Körper und den Techniken, die den Körper organisieren und formen auseinander. Durch welche Konstruktionsmechanismen und Bedingungen entstehen unsere Vorstellungen und Bilder vom Körper? Was passiert mit unseren Vorstellungen über den Körper, wenn dieser in groteske Positionen zu seiner räumlichen Umgebung gebracht wird. Im Verlauf des Stückes setzt sich das Ensemble intensiv mit der Beziehung des tanzenden Körpers, zu dem ihn dabei umgebenden Raum auseinander.

Das vor rund 15 Jahren gegründete Ensemble Tanztheater Schlebusch gilt mittlerweile als fester Bestandteil des Leverkusener Kulturangebots, es ist etabliert in der Szene der Freien Theater und schafft Kontinuität durch jährliche Premieren im Rahmen des „Freispiel“-Festivals der Kultur-Stadt. Zurzeit engagieren sich neben 5 erwachsenen Tänzerinnen 16 ambitionierte Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren in einer Projektgruppe. Unter der künstlerischen Leitung der Choreografin Inge Weber-Hintzen und der Gastchoreografin Anna-Carolin Weber entstehen jährlich abendfüllende Tanztheaterstücke.Das junge Tanztheaterensemble hat sich mit experimentellen Tanzstücken zu einer lokalen Kulturinstanz entwickelt.

Die ungewöhnliche Situierung eines künstlerischen Tanztheaters in einem Sportverein (STV 1881 e.V.) gibt den Tanzschaffenden jene Freiräume, die unabhängige Kulturarbeit und Kulturelle Bildung braucht: Durch tänzerische Experimente können neue Wege gegangen werden, ohne dass auf konventionellen Geschmack geachtet werden muss. So Projekte, die sich auch jenseits einer konventionellen Bühnentanzästhetik positionieren: Tanzende erobern andere Orte im öffentlichen Raum (in U-Bahnstationen, Fabrikhallen etc.), Tänzerinnen werden zu Skulpturen umgeformt und angemalt, sie finden sich in Videos an merkwürdigen Plätzen wieder, treten in einem Fußballfilm auf oder erschaffen durch ihre tanzende, malenden Körper ein riesiges Gemälde live auf der Bühne.

So auch zum Abschluss von “Body politics”: Die Tänzerinnen nahmen ein Bad in zwei mit Farbe gefüllten Wannen und malten mit ihren Körpern ein großformatiges Kunstwerk, in dem sie ihre Spuren auf einen großen, mit Zahlen beschrieben Tuch hinterlassen und durch ihre bemalten Körper Teil dieser Farbinstallation werden. Am 22. Juli werden Teile dieses getanzten Kunstwerks im Rahmen einer Performance der Choreographin Anna-Carolin Weber im Leverkusener Kunstverein versteigert. (ksta)

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