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Hohlwege Abkürzung aus dem Mittelalter

Noch gut zu erkennen ist dieser Hohlweg. Die Bedeutung der Wege für die Menschen von Odenthal beleuchtet eine Führung. (Bild: Roland U. Neumann)

Noch gut zu erkennen ist dieser Hohlweg. Die Bedeutung der Wege für die Menschen von Odenthal beleuchtet eine Führung. (Bild: Roland U. Neumann)

Odenthal – Was heute binnen weniger Minuten mit dem Auto geschafft ist, nämlich der Weg von Odenthal hoch nach Scheuren, das dauerte im Mittelalter Stunden. Beschwerlich war die Reise hinauf auf die Höhe, die schweren Holzkarren blieben häufig im Morast stecken. „Wer schlau war, nutzte die Höhenrücken, um schneller vorwärts zu kommen“, weiß Randolf Link.

Sein Verein Landschaft und Geschichte (Lugev) lädt für Sonntag, 11. September, im Rahmen der Expedition Heimat dazu ein, sich dem Thema „Karren, Pilger, Reiseweg“ einmal von einer eher unbekannten Seite zu nähern.

Jenseits der Verbindungswege auf den Höhenrücken, wie etwa dem von Bechen nach Köln, also der heutigen B 506, gab es nach Links Ansicht eine Vielzahl an Verbindungen ins Tal der Dhünn, die so genannten Hohlwege. Sie durchziehen wie tiefe Furchen das Land. Wie eindrucksvoll das gesamte Hohlwegbündel im Wald hinter Odenthal ist, lässt sich am besten auf einem Laserscan erkennen – tief in Gestein und Erde eingegraben, durchziehen sie den Wald hinauf nach Scheuren.

Markante Fuchskaule

Je weiter sie nach oben kommen, desto verzweigter werden sie – auch hin zum Funkenhof verläuft ein solcher Weg. Was aus der Vogelperspektive gut zu erkennen ist, bleibt den meisten Spaziergängern verborgen, obwohl die alten Transportwege teilweise direkt neben den heutigen Wanderwegen entlanglaufen. Ein ganz markanter Weg ist die Fuchskaule, im Wald hinter der Lindenallee gelegen. „Das ist der einzige Hohlweg, der sich direkt ins Mittelalter stellen lässt“, ergänzt der Geologe. Der Name der Fuchskaule weist laut Link darauf hin, dass hier etwas abgebaut worden sein könnte: „Im unteren Teil erkennt man auf dem Scan ein zerklüftetes Gebiet, hier könnte Löß abgegraben worden sein.“ Derzeit sind die „Ameisen“ des Verschönerungs- und Kulturvereins Altenberg (VKA) dabei, quer liegende Stämme herauszuholen, um die Fuchskaule begehbar zu machen. „Der Waldbesitzer hat dem gerne zugestimmt“, freut sich Link. Gemeinsam mit seinem Vater Manfred Link und der Geographin Silke Junick wird er am Sonntag Führungen dorthin anbieten. Ausgangspunkt ist das Bürgerhaus Herzogenhof, wo von 11 Uhr bis 18 Uhr alte und neue Karten sowie Fotomaterial gezeigt werden. Auch Getränke und Verpflegung für die Expeditionsteilnehmer gibt es dort: „Wer sich mehrere Punkte der Expedition anschauen möchte, freut sich immer, wenn er unterwegs etwas zu Essen bekommt“, weiß Link aus Erfahrung.

Um 12 Uhr beginnt die Führung „Historische Wege – Straßen und Dhünnübergänge in Odenthal und Altenberg“, die Link selbst übernimmt. Um 15 Uhr bricht sein Vater Manfred zu einer Führung „Sagenhafte Hohlwege in Odenthal“ auf, die sich der Fuchskaule und denen sich um sie rankenden Sagen widmen wird. Anmeldung unter ☎ 02207/912884 oder im Internet.