Köln/Bonn – 8 Uhr am Donnerstagmorgen. „Kölner Stadt-Anzeiger“-Redakteur Peter Seidel schwingt sich in Bonn aufs Fahrrad. Normalerweise bringt ihn die Deutsche Bahn jeden morgen nach Köln in die Redaktion, beim Ausstand der Lokfühhrer steigt er aber lieber auf Plan B um - will den Streik umgehen und an den Staus auf den Straßen vorbeiziehen.
Stopp nach wenigen Metern an einer Schranke. „Ein Güterzug!“, staut Seidel. Vermutlich sitzt ein verbeamteter Lokführer am Steuer. Oder es handelt sich um den Zug eines Privatunternehmens.
Nach 45 Minuten eine kurze Verschnaufpause auf der Autobahnbrücke über der A59 bei Troisdorf-Spich. „Zäh fließt der Verkehr“, twittert Peter Seidel.
Die Entscheidung fürs Rad bereut er nicht. Auf dem Weg entlang der Bahntrasse nach Köln herrscht Ruhe. Kaum ein Zug saust am Radweg vorbei.
Knapp zwei Stunden Später: fast geschafft. Peter Seidel sieht Rheinauhafen und Domspitzen, als er über die Südbrücke radelt. Am Streik vorbei und „ohne Stau nach Köln“, freut er sich. (ksta)
