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Kommunalwahl in Bad MünstereifelMaria Zibell fehlte eine Stimme

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Maria Zibell (mitte)

Bad Münstereifel – Die Münstereifeler Wähler müssen sich bei der Kommunalwahl am 25. Mai bei der CDU auf einige neue Gesichter gefasst machen. Gleich sechs der 16 Direktkandidaten wären Neulinge im Stadtrat.

Während der amtierende Fraktionsvorsitzende Harald Krauß und Thomas Schiefer, der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, aus beruflichen Gründen freiwillig aus dem Rat ausscheiden, wollte sich Maria Zibell erneut als Direktkandidatin für Eicherscheid aufstellen lassen. Doch die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes haben ihr bei der Aufstellungsversammlung einen Strich durch die Rechnung gemacht und sie abgewählt, und zwar auf die denkbar knappste Art und Weise, die in einer Demokratie möglich ist: Ihr fehlte exakt eine Stimme.

21 CDU-Mitglieder für, 21 gegen Zibell

21 CDU-Mitglieder stimmten für Maria Zibell, 21 waren gegen sie als Direktkandidatin. Zwei Mitglieder haben sich enthalten, diese Stimmen gelten wie elf weitere als ungültig. Um aber als Direktkandidat für einen Wahlbezirk aufgestellt werden zu können, benötigt man über 50 Prozent der gültigen Stimmen, Maria Zibell hat aber genau 50 Prozent – zu wenig.

In einem zweiten Wahlgang verzichtete die 39-Jährige darauf, erneut aufgestellt zu werden. Ihr Lebensgefährte Markus Breuer wurde schließlich als Direktkandidat für den Wahlbezirk 10 nominiert, 32 Mitglieder stimmten für ihn, 17 dagegen. Alle anderen 15 vom Stadtverband vorgeschlagenen Kandidaten waren mit großer Mehrheit gewählt worden.

Fragt man nach den Gründen für Zibells Abwahl, werden immer wieder ihre Äußerungen nach der Kandidatenaufstellung für den Kreistag aufgeführt. Mitte November war Dirk Jahr anstatt Zibell vom Münstereifeler Stadtverband ins Rennen geschickt worden. Zibell verlor in einer Kampfkandidatur im Gemünder Kurhaus knapp und sprach anschließend von einem abgekarteten Spiel und davon, dass sie belogen worden sei.

Die Quittung erhielt sie beim Treffen des CDU-Stadtverbandsvorstands im Vorfeld der Aufstellungsversammlung. Bei der Wahl der Reserveliste wurde sie auf Platz 15 von 16 Plätzen aufgestellt. Ihren Unmut äußerte sie diesmal über das soziale Netzwerk Facebook, dabei zeigte sie sich auch verständnislos darüber, dass mit Frank Dibowski ein Nicht-CDU-Mitglied auf der Reserveliste vor ihr platziert wurde.

Den Beitrag hat sie mittlerweile gelöscht. Nach der Sitzung, die sie früher verließ, schoss Zibell erneut gegen Dibowski, der sich in Houverath um ein Ratsmandat bewirbt. „Lieber ein Kandidat, der sein Studium abgebrochen hat und seit Jahren Hausmann ist“, schrieb Zibell bei Facebook. Dibowski sei zwar nun Unions-Mitglied, sie sei das aber immerhin schon seit ihrem 13. Lebensjahr. „Wer macht mit mir eine neue Partei auf, ich mag nicht mehr“, schreibt sie abschließend.

Ansonsten verlief die Sitzung harmonisch. Der Bundestagsabgeordnete Detlef Seif brachte zum Ausdruck, dass er mit der Großen Koalition und einigen Ministern nicht zufrieden sei.

Er schoss gegen den neuen SPD-Unterbezirksvorsitzenden Markus Ramers und gegen die rot-grüne Landesregierung, die den Lückenschluss der Autobahn 1 verhindere. Unter der vorherigen CDU/FDP-Landesregierung habe man die Planung für den Lückenschluss schließlich abgeschlossen.

Landtagsabgeordneter Klaus Voussem äußerte sich zur aktuellen Diskussion über die Bekämpfung der Einbrüche im Kreisgebiet: „Es kann nicht sein, dass die Freiwillige Feuerwehr oder eine Bürgerwehr eingesetzt werden.“

Sinnvoller sei die Einstellung von Polizeihelfern, die den Beamten die Verwaltungsarbeiten abnehmen. Es sei ein Unding, dass die sehr guten Polizeibeamten im Kreis Euskirchen mit einem Verkehrsunfall mit 500 Euro Sachschaden den halben Tag beschäftigt seien.