Abo

Eltern im HöhengebietPetition gegen die Offene Ganztagsschule in Bad Münstereifel

3 min
Ein Kind macht Hausaufgaben.

Rund 120 Menschen haben eine Petition gegen die OGS in Bad Münstereifel unterzeichnet.

Die Eltern fordern eine Kurzbetreuung und flexible Abholzeiten. Allerdings ist eine Kurzbetreuung etwas anderes als eine OGS.

Per Online-Petition haben 120 Unterzeichnende familienfreundlichere Betreuungszeiten der Offenen Ganztagsschulen (OGS) und die Bildung einer Kurzbetreuung an den Höhengebietsstandorten Mutscheid und Houverath gefordert. Die OGS endet um 15 oder 16 Uhr. Frühere Abholungen seien in der Praxis nur in begründeten Ausnahmefällen möglich, heißt es in der Petition.

„Konkret soll es Eltern ermöglicht werden, ihr Kind an ein bis zwei festen Tagen pro Woche flexibel früher aus der OGS abzuholen, auch ohne zwingenden Termin, sondern aus familiären Gründen. Ziel ist nicht die Abschaffung der OGS, sondern eine praxisnahe Weiterentwicklung, die sowohl den pädagogischen Anforderungen als auch den Bedürfnissen von Kindern und Familien gerecht wird“, steht es in der Petition.

Wie die Stadt Bad Münstereifel ausführt, hätten nur 40 von den 120 Unterzeichnern ihren Wohnsitz im Stadtgebiet, weshalb nicht davon ausgegangen wird, dass deren Kinder das Angebot in Bad Münstereifel nutzen. Gleichwohl hat die Stadt die Antragsteller zum Gespräch gebeten und den Unterschied zwischen Kurzbetreuung und OGS verdeutlicht. Eine Kurzbetreuung ist ein reines Betreuungsangebot bis zum Ende der sechsten Stunde. Dieses ist im Höhengebiet wegen geringer Anmeldezahlen aus finanziellen Gründen nicht möglich, weil zwei Betreuer pro Gruppe erforderlich sind.

Eine OGS ist ein Bildungsangebot des Landes mit verpflichtender Teilnahme

Bei einer OGS hingegen handelt es sich um ein Bildungsangebot des Landes. Die Teilnahme an fünf Tagen bis mindestens 15 Uhr sei verpflichtend. Diese regelmäßige Teilnahme sei aus pädagogischer Sicht von besonderer Bedeutung, da sie den Kindern ermögliche, kontinuierlich und bis zum Abschluss der Bildungsangebote teilzunehmen. „Wenn Kinder während eines Sport-, Bastel- oder Kochangebots vorzeitig abgeholt werden, kann dies zu Frustration führen, da begonnene Aktivitäten nicht gemeinsam zu Ende geführt werden können und Gruppen- und Teamprozesse unterbrochen werden“, schreibt die Stadt.

„Es geht immer um scheinbar fehlende Flexibilität“, sagte Stefan Meier, Leiter der Grundschule Arloff, als Vertreter der Schulen im Bildungsausschuss. Selbst wenn man so transparent wie möglich sei, seien manche Eltern nicht begeistert. So wollten manche Eltern nur Betreuung, aber kein Bildungsangebot. Dabei gehe es in einer OGS um Inhalte. „Es ist ungünstig, wenn Eltern im Minutentakt Kinder rausholen. Das ist kein Drehtürmodell“, so Meier.

AfD schlägt Gebühr für früheres Abholen vor

Die städtische Amtsleiterin Stephanie Schmitz unterstützte die Aussagen Meiers: „Die Eltern möchten ihre Kinder früher aus der OGS abholen. Das geht aber nur bei wichtigen Verpflichtungen.“ Schmitz sieht die Notwendigkeit, dass die Stadt bei den Eltern individuelle Abfragen tätigen und Workshops anbieten muss.

Norbert Lindemann (AfD) dachte an die leere Stadtkasse und wollte die Eltern monetär in die Pflicht nehmen. „Eltern zahlen eine Gebühr bei früherer Abholung“, schlug er vor. Dieser Vorschlag stieß aber auf Ablehnung. „Die OGS braucht ein Stück weit Planbarkeit, sonst funktioniert das System nicht mehr“, sagte Tenzin Naktsang (SPD).

Die Stadt wurde vom Ausschuss einstimmig beauftragt, die Bedarfe – insbesondere im Höhengebiet – zu benennen, transparent die Kosten der Angebote darzulegen und die Ergebnisse und Lösungsvorschläge in einer der nächsten Ausschusssitzungen zu präsentieren.