Die Hochschule der Justiz in Bad Münstereifel wurde 1976 gegründet. NRW-Justizminister Benjamin Limbach nimmt die Schuld für die Hitze auf sich.
Festakt in Bad MünstereifelZum 50-Jährigen der Justiz-Hochschule gab es neue Fächer

Die Hochschule der Justiz in Bad Münstereifel feierte ihr 50-jähriges Bestehen.
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Als NRW-Justizminister steht man eigentlich auf der Seite des Gesetzes. Doch am Donnerstag legte Dr. Benjamin Limbach ein Geständnis ab: Er sei schuld am Wetter. Noch als Direktor der Fachhochschule für Rechtspflege in Bad Münstereifel hatte er 2018 seinen Studierenden gesagt, dass keine Hitzewelle kommen werde. Doch die Studenten saßen schwitzend in der Aula, während sie ihre Examen schrieben. „Das ist jetzt die Rache“, sagte er, nicht ohne zu erwähnen, wie schön es vom Rednerpult aussehe, wie sich ein Großteil der Gäste in der Aula mit Fächern, die kurzfristig wegen der Hitze bestellt worden waren, Luft zuwedele.
Seit 50 Jahren besteht die Hochschule der Justiz, die die meiste Zeit Fachhochschule für Rechtspflege hieß und bei alteingesessenen Bad Münstereifelern auch immer noch Rechtspflegerschule – so lautete der Name von 1955 bis zur FH-Gründung 1976 – genannt wird. Ursprünglich war die Rechtspflegeschule im St.-Michael-Gymnasium untergebracht, das jüngst sein 400-jähriges Bestehen feierte. „Bis zur 400-Jahr-Feier der Hochschule hat sich bestimmt jeder in Bad Münstereifel an den neuen Namen gewöhnt“, war sich Bürgermeister Sebastian Glatzel sicher.
Aus der Rechtspflegerschule wurde 1976 eine Fachhochschule
Am 1. August 1976 wurde aus der bisherigen Rechtspflegerschule die Fachhochschule für Rechtspflege. Der letzte Leiter der einen wurde zum ersten Direktor der anderen: Friedrich Stüsser. 2023 wurde unter Limbach der Standort Essen gegründet. „Die Hochschule lebt vor allen Dingen von den Menschen“, sagte der aktuelle, insgesamt sechste Direktor, Dr. Alexander Meyer, in seiner Begrüßung.

Vier von sechs Direktoren: Hanno Allolio (v.l.), Dr. Corinna Dylla-Krebs, Dr. Benjamin Limbach und Dr. Alexander Meyer.
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Eine Studentin spielte Klavier.
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Benjamin Limbachs anschließende Laudatio wurde zur Liebeserklärung, wie er auch freimütig zugab – auch wenn die Themen Bildung und Veränderung Hauptbestandteile seiner Rede sein sollten. Unter dem NRW-Wissenschaftsminister und späteren Ministerpräsidenten Johannes Rau seien zahlreiche Hochschulen ins Leben gerufen worden, darunter auch die FH in Bad Münstereifel, die zunächst Rechtspfleger, später auch Amtsanwälte ausbildete und den Studiengang Strafvollzug hinzunahm. „Die Schule ist eine Institution in Deutschland, ein Rückgrat der Justiz“, sagte Limbach und bezeichnete sie als „das Harvard der Schulen des Öffentlichen Dienstes“.
Für den Minister waren Klausuren spannend wie Krimis
Limbach erinnerte sich an seine Zeit: Wie er Klausuren las, die ihm vorkamen wie ein Agatha-Christie-Krimi. Wie er in einer persönlichen privaten Krise wegen eines erkrankten Kindes von Heike Romeike und Angelika Hein Rückendeckung erhielt – „es ist gar nicht aufgefallen, dass ich nicht oder nur kurz da war“. Wie die Schule sich verändert hat über die Jahre, sei es inhaltlich, aber auch von den Interessen der Studierenden: Aus gemeinsamen Brettspielabenden wurden Zocker- und Netflix-Nächte. Und er erinnert sich an die Flutkatastrophe, als die Feuerwehr die Klausuren aus dem Tresor holen musste.

Die Fächer wurden fleißig genutzt.
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Der Ruf der Hochschule ist gewaltig, das wurde auch bei anderen Rednern deutlich. Die Studenten seien bestens vorbereitet, und nicht selten höre man den Satz: „In der Eifel war das so und so“, sagte Dr. Dietmar Dunke, Präsident des Amtsgerichts Köln.
Auch im Erlenhof in Euskirchen war die FH einmal untergebracht
Jennifer Rybarczyk, Leiterin der Justizvollzugsanstalt Euskirchen, erinnerte sich daran, wie der „Erlenhof“ auch Heimat der FH war. 13 von 16 Bundesländern würden ihre Strafvollzugsstudenten nach Bad Münstereifel schicken. Der fruchtbare Austausch zwischen Theorie und Praxis werde geschätzt.
„Die Studenten werden uns förmlich aus den Händen gerissen“, sagte Dr. Karin Schwarz, Leiterin der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. „Ihr größtes Siegel ist die Qualität der Ausbildung“, so Schwarz.
Insgesamt vier Direktoren wohnten dem Festakt bei. Neben Dr. Alexander Meyer (seit 2020) und Dr. Benjamin Limbach (2014 bis 2020) waren das auch Dr. Corinna Dylla-Krebs (2010 bis 2014) und Hanno Allolio (1987 bis 2004). Kurzfristig abgesagt hatte Reiner Napierala (2004 bis 2010). Der erste Direktor, Friedrich Stüsser (1976 bis 1987), ist 2023 gestorben.

