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„Ich hau’ Dir auf die Fresse!“Gladbacher und Kölner fesseln 80-Jährige in ihrem Zuhause

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Zwei Männer stehen mit ihren Anwälten vor Gericht.

Tafelsilber, Schmuck, hochpreisige Uhren und Handtaschen, etwas Bargeld sowie einen Mercedes SLK sollen zwei polizeibekannte Männer einer Seniorin gestohlen haben.

Wegen gemeinschaftlichen schweren Raubs und gemeinschaftlicher Brandstiftung stehen die zwei Männer nun vor Gericht.

Gemeinschaftlicher schwerer Raub und gemeinschaftliche Brandstiftung, so lauten seit Montag die Vorwürfe gegen einen bereits mehrfach vorbestraften Kölner (50) und einen strafrechtlich ebenfalls schon in Erscheinung getretenen Gladbacher (38) vor dem Kölner Landgericht. Sie sollen im Februar eine 80-Jährige in ihrem Zuhause überfallen, gefesselt und ausgeraubt haben, wobei sie Tafelsilber, Schmuck, hochpreisige Uhren und Handtaschen, etwas Bargeld sowie einen Mercedes SLK erbeuteten. Da ihnen das Fahrzeug aber zu „heiß“ war, sollen die beiden Angeklagten den Wagen zwei Tage später in einem Wald in Bergisch Gladbach in Brand gesteckt haben.

Laut Anklage sollen die Männer am 14. Februar 2026 zum entlegen gelegenen Haus der 80-Jährigen gefahren zu sein, „um die Geschädigte gemäß eines gemeinsam gefassten Tatplans zu überfallen“. Hierzu habe der 50-Jährige geklingelt und die Geschädigte nach Öffnen der Haustüre gefragt haben, ob sie Massagen anbiete; wie der 38-Jährige später sagte, soll die Seniorin in dem Haus „eine Art Bordell“ betreiben. Nachdem der 50-Jährige die Diele des Hauses betreten habe, habe er die Frau mit einem Stoß mit der flachen Hand vor die Stirn zu Boden gebracht und mit Klebeband gefesselt. „Anschließend streifte er eine Armbanduhr der Marke Rolex vom Handgelenk der Geschädigten und nahm diese an sich“, sagte die Staatsanwältin bei der Anklageverlesung. Sodann habe der Angeklagte die Frau in den Wohnbereich geführt, auf einen Sessel gesetzt, ihr die Füße gefesselt und die Augen abgeklebt.

Einer der Männer soll gedroht haben, den Hund der Seniorin zu töten

Daraufhin sei der 38-Jährige in das Haus gekommen und habe das Haus plangemäß nach Beute durchsucht. „Dabei entwendete er Bargeld in Höhe von 2000 Euro und 5000 Schweizer Franken“, hieß es in der Anklage. Zudem hätten die Täter ein Kaffeeservice aus Silber im Wert von 7000 Euro, besagtes Tafelsilber und fünf Uhren der Hersteller Piaget, Chopard, Rolex und Breitling im Wert von 28.500 Euro sowie Handtaschen der Marken Chanell, Dior, Maison Ernest und Louis Vuitton im Wert von rund 28.000 Euro geraubt.

Während der 38-Jährige durch das Haus streifte und nach Beute suchte, soll der 50-Jährige das Raubopfer weiter in die Mangel genommen haben. Wo sich der Tresor befinde, habe er gefragt und die Preisgabe der PIN-Nummern zu ihren EC-Karten verlangt. „Als die Geschädigte sich weigerte ihm zu antworten, ballte er die Faust vor ihrem Gesicht und drohte ihr mit den Worten: Ich hau’ Dir auf die Fresse!“ Darüber hinaus habe er noch gedroht, ihren Hund zu töten, wovon sich die Geschädigte jedoch unbeeindruckt gezeigt habe. Die Angeklagten hätten schließlich mit dem in der Garage geparkten Mercedes der 80-Jährigen den Tatort verlassen und das Fahrzeug am 16. Februar in einem Wald bei Bergisch Gladbach in Brand gesteckt.

Gladbacher stand im Tatzeitraum unter Drogen

Beide Angeklagten legten nach Anklageverlesung Geständnisse ab. Der 38-Jährige zeigte sich sehr beschämt darüber, dass er eine 80-Jährige überfallen habe. Er habe die Geschädigte noch aus der Schulzeit gekannt, als er mal einen Bus verpasst habe und von ihrem Haus aus seine Eltern habe anrufen dürfen. Später sei er noch ein paar Mal bei der Frau gewesen. Bei dem Haus handle es sich um eine Art Bordell, in dem er auch selbst schon „Dienstleistungen“ wahrgenommen habe. Als Motiv gab der Gladbacher Schulden an.

Nach einer zunächst erfolgreichen Karriere als Banker und später im Vertrieb von Software, wollte er sich am Ende der Pandemie mit modularem und nachhaltigem Wohnungsbau mit umgebauten Seefracht-Containern selbstständig machen. Nach dem Bau einer Unterkunft für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Odenthal sei er aber finanziell baden gegangen. „Die haben die Abschlussrechnung von 500.000 Euro nicht bezahlt“, sagte der 38-Jährige, der noch angab, im Tatzeitraum massiv Kokain, Ketamin und Alkohol konsumiert zu haben. Der Prozess wird fortgesetzt.