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Überfall auf PortaLandgericht verurteilt Täter aus Frechen zu viereinhalb Jahren Haft

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Ein Polizist mit Handschellen und einer Pistole am Gürtel steht vor einem Streifenwagen. (Symbolbild)

Die Ermittler kamen dem Täter schnell auf die Spur. (Symbolbild)

Obwohl der 61-Jährige bei dem Überfall maskiert war und kaum sprach, kamen ihm die Ermittler schnell auf die Spur.

Zu vier Jahren und sechs Monaten Gefängnis hat das Landgericht einen 61-jährigen Frechener verurteilt, der am Gründonnerstag, 2. April, um 17 Uhr das Möbelhaus überfiel, in dem er seit 28 Jahren als Schreiner angestellt war. Die 23. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Michael Greve folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die keinen minderschweren Fall der angeklagten schweren räuberischen Erpressung sah.

Frechen: Einen Teil der Beute von 40.000 Euro will der Mann versehentlich in einem Altkleider-Container entsorgt haben

Der Mann gestand zwar die Tat, bei der er fast 40.000 Euro erbeutete, erzählte zum Verbleib eines beträchtlichen Teils der Geldscheine in Stückelungen bis 500 Euro aber eine Geschichte, die ihm das Gericht nicht abkaufte. Er will ein Bündel der Geldscheine in der Jacke vergessen haben, die er bei dem Raubzug trug und deshalb in einem Altkleider-Container am Frechener Krankenhaus entsorgte. Als er die Schusseligkeit bemerkt haben will, habe er sich angeblich nicht getraut, den Container aufzubrechen.

Ansonsten legte der Räuber bereits vor Anklageerhebung ein Geständnis ab, das die Ermittlungsergebnisse weitgehend bestätigte. Der Mann war nachweislich planvoll vorgegangen, nachdem ihm Schulden für eine angebliche Kernsanierung seines Hauses über den Kopf gewachsen waren. „Mir kam der bestusste Gedanke, ich könnte den Tresor bei Porta leermachen“, sagte er in ersten Vernehmungen.

Mit einer Sturmhaube vermummt und mit einer Pistole bewaffnet

Ein gepfändetes Konto bei der Kreissparkasse soll den Ausschlag gegeben haben, den bereits im Herbst 2025 gefassten Plan in die Tat umzusetzen. Vermummt mit einer Sturmhaube und bewaffnet mit einer Pistole, die wie eine Beretta ausgesehen haben soll, zwang er eine Auszubildende und den Geschäftsführer im Verwaltungsteil des Möbelhauses, den dortigen Tresor zu öffnen. Dabei hielt er der Kollegin und dem Kollegen einen Zettel „Tresor Open, No Police, Dawey“ - vermutlich meinte er das russische Wort „dawei“ für „los, vorwärts“. Anschließend fuhr er zur Bank und zahlte die fälligen 9000 Euro ein.

Zwei Tage nach dem Überfall verreiste der 61-Jährige mit seiner Ehefrau nach Garmisch-Partenkirchen. Als die beiden zwei Wochen später aus dem Urlaub zurückkehrten, empfing sie die Polizei mit einem Durchsuchungsbefehl. Rund 14.000 Euro von der Beute in einer weißen Tüte konnten in der Wohnung sichergestellt werden. Für die restlichen rund 26.000 Euro sowie die Prozesskosten muss der Verurteilte jetzt mit seinem Immobilienbesitz und sonstigen Werten geradestehen.

Obwohl der 61-Jährige bei dem Überfall maskiert war und kaum sprach, kamen ihm die Ermittler schnell auf die Spur. Denn zum einen war er bei seinem Arbeitgeber aufgefallen, da er unter dem Vorwand, Opfer von Internet-Betrug geworden zu sein, im Januar zum wiederholten Mal um einen Gehaltsvorschuss gebeten hatte.

Angeklagter bekundete unter Tränen Reue für seine Tat

Zum anderen gab die Auswertung seines Mobiltelefons Standortdaten und einschlägige Recherchen preis. So hatte er nachgeforscht, wie man Überwachungskameras austrickst und welche Beweiskraft DNA-Spuren an Kleidung haben, nachdem er erfahren hatte, dass die Jacke der Auszubildenden auf mögliche genetische „Fingerabdrücke“ des Räubers untersucht werden sollte.

Unter Tränen bekundete der Angeklagte in seinem letzten Wort Reue. Doch auch das hinterließ nach den Worten von Richter Greve den Eindruck einer „bemerkenswerten Ambivalenz“ im Verhalten während des Prozesses. Insbesondere konnte sich die Kammer nicht vorstellen, dass ein beträchtliches Geldbündel in einem Sammelcontainer verschwunden sein soll.