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Kreativraum in AlendorfRalf Bönder will auch queerer Kunst Platz einräumen

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Zwei Männer sitzen auf Stühlen in einem Raum mit mehrerne Tischen.

Veranstalter Ralf Bönder (links) hat den in Eiserfey lebenden Schauspieler Stephan Hellweg zur Eröffnung seines Kulturangebotes im Haus Neubou in Alendorf eingeladen.

In seinem Haus richtet Ralf Bönder in Alendorf einen Raum für Kunst ein. Schauspieler Stephan Hellweg erzählt als Erster aus seinem Leben.   

Im Haus Neubou – das ist der alte Hausname des 1929 erbauten Gebäudes – plant Ralf Bönder ein ungewöhnliches neues Kulturformat: Queere Kunst soll hier möglich sein. Nicht nur, aber auch. Als Ergänzung zur üblichen Mainstream-Kultur. Dass die allgemeine Stimmung auch in Deutschland gerade nicht die liberalste und offenste ist, davon ist der seit 2018 in Alendorf lebende Ralf Bönder überzeugt. Da müsse man nicht in die USA blicken – hierzulande macht ihm das Erstarken der AfD Sorgen.

Ralf Bönder ist als Kulturveranstalter kein Unbekannter

Und deshalb hat Bönder, der 2020 auch als unabhängiger Bürgermeisterkandidat in der Gemeinde Blankenheim angetreten war, im Haus Neubou seinen „Kreativraum“ geschaffen: ein gemütlicher Wohnraum in der in Alendorf bekannten Adresse am Wendelinusplatz. Bönder ist als Kulturveranstalter, seit er 2018 das Haus Neubou gekauft hat, kein Unbekannter. 2019 hatte er einen „lebendigen Adventskalender“ veranstaltet, im gleichen Jahr auch den Kölner A-cappella-Chor „Sound about“ zum Konzert in die alte Alendorfer Kirche eingeladen.

Nach einer längeren „Corona-Pause“ geht es nun am kommenden Samstag, 20. Juni, weiter: Dann ist der in Eiserfey lebende Schauspieler Stephan Hellweg mit einer autobiografischen szenischen Lesung zu Gast im Haus Neubou. „Ein Abend mit Stephan Hellweg“, so der Titel der Veranstaltung, verspricht Ungewöhnliches: Hellweg wurde in Brasilien geboren, nach Mechernich adoptiert, wuchs in der Eifel auf, wurde Schauspieler und zog nach Berlin.

Auch Stephan Hellwegs Krankheit wird Thema des Abends sein

Das sei sein „Sehnsuchtsort“ gewesen, so Hellweg. Hier habe er sich verliebt, viele Freunde gefunden, aber auch „Tod und Trauer“ kennengelernt. Während der Corona-Pandemie erkrankte er an einer besonders schweren Form von Long Covid. Auch das wird Thema im Haus Neubou sein. Denn neben Erzähltem aus seinem Leben will der Schauspieler den Abend mit kurzen gelesenen Passagen aus Werken von Theodor Fontane, Christopher Isherwood und Selma Kay Matter anreichern.

Im Anschluss ist das Gespräch mit dem Publikum bei einem Gläschen Wein geplant, so Ralf Bönder. Der Dialog zwischen Künstler und Zuschauern oder Zuhörern soll fester Bestandteil des „Kreativraum“-Konzeptes sein. Das Wichtigste aber ist für ihn, „dass das Kulturformat, das ich hier anbieten will, offen ist“. Das bedeute ausdrücklich „offen auch für queere Kunst.“ Denn die, davon ist der Veranstalter überzeugt, hat es nicht nur in der Region eher schwer, „sichtbar zu werden“.

Bönder, der sein Kulturangebot privat und ohne kommerzielle Interessen anbietet, will eine wenn auch kleine Bühne oder einen Galerieraum anbieten können. Daher könne sich prinzipiell auch jeder und jede, die Kunst zeigen wolle, „gerne bei mir melden“. Für die Veranstaltung mit Stephan Hellweg gibt es noch Restkarten, die per E-Mail bestellt werden können.