450 Kilometer werden im Juli bei der Classic-Rallye um den Preis der Ahrquelle gefahren. Für Teilnehmer wie Zuschauer soll es ein Erlebnis werden.
120 Old- und YoungtimerBlankenheim wird nach elf Jahren Pause wieder Rallye-Ort

Werbung für die neue Classic-Rallye machen unter anderem an der Pfarrkirche von Reetz Gerd Leuther (v.r.) mit seinem Mercedes Cabrio sowie Thomas Berg und Karl Kaster.
Copyright: Stefan Lieser
Nach elfjähriger Pause wird es im Sommer wieder eine Classic-Rallye mit Start und Ziel in Blankenheim geben. Zwei bekannte Rallyeveranstalter aus der Eifel haben sich für die „1. ADAC Classic-Rallye um den Preis der Ahrquelle“ zusammengetan. Am 3. und 4. Juli werden bis zu 120 Old- und Youngtimer auf 450 Kilometern Strecke durch die Eifel unterwegs sein.
Es sei ihnen einfach ein Bedürfnis gewesen, die Rallye-Tradition, die Blankenheim hat, wiederzubeleben. Thomas Berg vom Motorsportclub (MSC) Oberehe, der seit mehr als 50 Jahren eine ADAC-Rallye veranstaltet, und Karl Kaster von der Sportfahrergemeinschaft Schönau (SFG) sind sich einig. Vor dem Bürgerhaus in Reetz kommt Gerd Leuther in seinem roten Mercedes Benz 280 SC, Baujahr 1985, vorgefahren. Er wird mit seinem eleganten Cabrio bei der Classic Rallye starten, die ebenfalls durch Reetz führen wird. Dass er sich schon eingeschrieben hat, versteht sich.
Die Strecken sind den Rallye-Sportlern bestens bekannt
Leuther ist bewusst, dass es schon einmal eine Rallye-Zeit rund um Blankenheim gegeben hat. Beim Neustart im Juli sind von und zur Weiherhalle in Blankenheim über 450 Kilometer Fahrten durch die Kreise Euskirchen, Daun, Ahrweiler, Mayen-Koblenz und Bitburg-Prüm geplant. 14 sogenannte GLP- und Sollzeitprüfungen werden auf eigens gesperrten Straßen ausgerichtet, so Fahrtleiter Kaster.
Alles zum Thema Ahrtal
- 120 Old- und Youngtimer Blankenheim wird nach elf Jahren Pause wieder Rallye-Ort
- „Einfach nur Menschlichkeit“ 77-jährige Rentnerin aus Wesseling nahm Obdachlosen bei sich auf
- Zum 25. Mal ADFC-Messe im Rhein-Sieg-Forum – Räder, Reisen und Regionen
- Leichtathletik Imke Onnen floppt zur Deutschen Meisterschaft
- Leichte Erschütterungen Erdbeben bei Bad Neuenahr – Auch in Rhein-Sieg registriert
- Naturschutz Nabu sucht Krötenschlepper für einen neuen Hotspot im Kreis Euskirchen
Viele enge, kurvige Straßen, tolle Eifelblicke, es geht vorbei an Burgen.
Es werden Strecken sein, die aus dem Rallye-Sport lange bekannt waren und sind: von der Rallye Blankenheim, der Rallye Oberehe, der Rallye Daun, der Olympia Rallye, der Rallye Köln-Ahrweiler und der Deutschlandrallye, so Thomas Breg vom MSC Oberehe. „Und es wird immer über asphaltierte Straßen gehen“, betont er. Das Fahrerlebnis in den nach sechs Altersklassen unterteilten Old- und Youngtimern bis jüngstens Baujahr 2005 sei dabei garantiert.
„Viele enge, kurvige Straßen, tolle Eifelblicke, es geht vorbei an Burgen“, schwärmt Kaster. Auch die Zuschauer werden auf ihre Kosten kommen, denn zwei Ford Modell A, Baujahr 1929, sind über ihre Fahrerteams ebenso wie der Reetzer R 107-Fahrer Leuther schon angemeldet.
Online-Kartendienste werden bei der Eifel-Rallye keine Hilfe sein
Am Start-Ziel-Punkt an der Weiherhalle wird auch das Rennzentrum sein. Hier erwartet die Teams das Abendessen nach der langen Tagesausfahrt. Hoch sind auch die Anforderungen an den Beifahrer. „Er muss die Fahrstrecken ausarbeiten und ansagen, auch das Führen der Bordkarte gehört dazu“, so Kaster. Dabei sind besondere Orientierungsaufgaben zu meistern. Aus sogenannten „Chinesenzeichen“, Kartenschnipseln, Folienskizzen und Wegepunkten muss die Route erstellt werden. „Mit Online-Kartendiensten kommen Sie auf unserer Rallye jedenfalls nicht weit“, so der Rallye-Experte.
Weil er davon ausgeht, dass außer den alten Rallye-Hasen diese analogen Kenntnisse eher wenige haben, bieten die Veranstalter einen kostenlosen Beifahrerlehrgang am 2. Juli an. Zudem im Paket enthalten ist eine Pannenhilfe und technische Betreuung durch das Oldtimerserviceteam des ADAC Nordrhein, eine Überwachung der Fahrzeuge durch einen Sicherungsdienst über Nacht und GPS-Tracker während der Fahrt. „Wir wissen im Rennzentrum so immer, wo welches Fahrzeug gerade ist“, sagt Berg.
Da die Rallye selbst ja nur das eine ist, die schöne Eifellandschaft unterwegs das andere, gibt es Extras obendrauf. „Am Nürburgring werden wir einen der Formel-1-Ausrüster besuchen“, so Karl Kaster. Ebenso inklusive sind selbstverständlich Preise für 30 Prozent der gestarteten Teilnehmer, heißt es in der Ausschreibung, dazu kommen Sachpreise.
Pokale gibt es für das beste Damen-Team, die ersten drei in der Gesamtwertung und die beste Mannschaft. Geschwindigkeit ist dabei längst nicht alles. Addiert werden die Ergebnisse der 14 Wertungsprüfungen, in denen es etwa um eine Soll-Zeit geht. Die Vorgabe: 26 bis 38 Kilometer die Stunde. Die schaffen auch die beiden Modell A, Baujahr 1929 noch spielend.

