Züchterpaar aus Blankenheim kann sich über Riesenerfolg freuen: Platz eins im bundesweiten Ranking des Jahres 2025 errungen.
„Hannibal“Deutschlands bestes Isländerfohlen kommt aus Blankenheim

Deutschlands bestbewertetes Islandpferde-Fohlen: Hannibal – hier mit Züchter Achim Nelles.
Copyright: Privat/Dagmar Scholl/Veybachhof
Das Züchten von Pferden ist schon eine komplizierte Wissenschaft. Längst nicht jede Paarung verspricht Erfolg. Vor allem das äußere Erscheinungsbild mit Aussehen und Körperbau (das Gebäude), die Gänge, aber auch der Charakter eines Fohlens spielen eine bedeutende Rolle für den Züchter, der jedes Mal aufs Neue mit Spannung die Geburt erwartet.
Die Blankenheimer Islandpferdezüchter Achim Nelles und Dagmar Scholl haben nun einen großen Coup gelandet. Ihr Hannibal vom Recherbusch ist deutschlandweit das „höchst beurteilte Islandfohlen 2025“, wie der zuständige Islandpferdezuchtverband (kurz: IPZV) jetzt bestätigt.
Er hat nahezu alles gewonnen, was man gewinnen kann. Er ist ein absolutes Ausnahmepferd und ein echter Traum-Deckhengst.
„8,33“ lautete für ihn die Gesamtbestnote von der erfahrenen Wertungsrichterin Barbara Frische, die in Blankenheim insgesamt 35 Stut- und Hengstfohlen von diversen Züchtern eingehend beurteilte. „Besonders langliniges, elegant gebautes Fohlen mit hochweiten Bewegungen, sehr guter Balance, viel Tölt und sehr guter Gangverteilung“, lobte sie abschließend den siegreichen Hannibal, der seitdem zusätzlich das Prädikat „Elite-Fohlen“ tragen darf. Die Freude war natürlich groß bei Nelles und Scholl, dennoch mussten sie erst einmal abwarten, denn unzählige Fohlenbeurteilungen in weiteren Bundesländern sollten noch folgen, bevor ein abschließendes Deutschland-Ranking vom Verband erstellt werden konnte.
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Bei der Pferdezucht geht Qualität von Quantität
Mit Hannibal auf Platz eins des bundesweiten Rankings beweisen beide ein besonderes Näschen und Händchen für Qualität statt Quantität. „Wir legen in unserer Zucht tatsächlich großen Wert darauf, geprüfte Pferde einzusetzen, oder bei jungen Pferden, bei denen zumindest deren Eltern ebenfalls leistungsgeprüft sind. Wichtig sind uns ein einwandfreier Charakter, schöne, klare Gänge, ein korrektes Gebäude und Pferde, die man selbst gerne reitet“, erläutert Achim Nelles.

Junghengste unter sich: Auch Hannibal wird auf weitläufigen Eifelwiesen mit gleichaltrigen Fohlen aufwachsen.
Copyright: Privat/Dagmar Scholl/Veybachhof

Ein wichtiger Baustein für den Zuchterfolg ist die Auswahl guter Vererber: Hannibal mit seiner Mutter im Stroh.
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Ein wichtiger Baustein für den Erfolg sind also gute Vererber, zuvorderst Vater wie auch Mutter, zuweilen spielen sogar noch Omas und Opas Gene mit rein. „Hannibals Papa Stjörnustaell frá Dalvík hat nahezu alles gewonnen, was man gewinnen kann. Er ist ein absolutes Ausnahmepferd und ein echter Traum-Deckhengst“, verrät Nelles. So konnte Stjörnustaell Siege bei internationalen Islandpferdeturnieren wie Europa- und Weltmeisterschaften und nationalen Meisterschaften in Island und Norwegen für sich verbuchen.
Die Mutter sei dagegen eine noch recht junge, großrahmige und leichtrittige Stute mit tollen Gängen. Mit der Kombination der beiden scheinen sie jedenfalls perfekt ins Schwarze getroffen zu haben.
Hannibal ist „ein mutiges und menschenbezogenes Hengstfohlen“
In „WorldFengur“ wurde der junge braunfarbene Hengst auch bereits eingetragen. In dieser internationalen Datenbank lässt sich alles Wesentliche über mehr als fünfhunderttausend reinrassige Islandpferde finden, beispielsweise Informationen über Stammbäume, Nachkommenschaften, Körungen, Eigentümer, Züchter, Zuchtbewertungen oder Farben. Seinem Namensvetter, dem furchtlosen Heerführer der Antike, macht Hannibal alle Ehre.
Scholl: „Er ist ein sehr mutiges, aufgewecktes, großes und menschenbezogenes Hengstfohlen.“ Eins, das sich selbst vom großen Publikum nicht aus der Ruhe bringen ließ: Vor den Augen der Richterin und zahlreichen Zuschauern präsentierte der fünf Monate alte Hengst routiniert seine ausgezeichneten und klar getrennten fünf Gänge, mit Schritt, Trab, Galopp sowie Tölt und Pass. Die zwei letztgenannten gelten als typische Spezialgänge der isländischen Pferderasse.
Aber auch das Fohlen hat es mit dem Blankenheimer Recherbusch gut erwischt und dort beste Voraussetzungen zu gedeihen. Er werde in einer großen Hengstherde auf den weitläufigen Eifel-Wiesen aufwachsen, so Scholl. Denn Spielen mit anderen Junghengsten sei immens wichtig, nicht nur um groß und stark zu werden, sondern ebenso charakterlich zu reifen.
„Das macht uns die größte Freude, die Pferde von Geburt an zu begleiten, bei uns im großen Herdenverband aufwachsen zu sehen und später selbst einzureiten. Wir wollen nicht einfach vermehren – wir wollen wirklich züchten.“ Und der Erfolg gibt ihnen Recht, denn neben Hannibal sind noch etliche weitere vielversprechende eigene Elite-Jungpferde zur Aufzucht in Blankenheim.

