Abo

Mit kleinem WasserlaufMülheimer haben ihren Dorfplatz in Eigenregie neu gestaltet

4 min
Fünf Männer, zwei Kinder und eine Frau sitzen auf einer Bank. Ein Mann steht daneben.

Die Mülheimer gestalteten ihren neuen Dorfplatz: Walter Blindert (v.l.), Achim Sünn, Britta Schiffers (Vereinskartell Mülheim), Kevin Sarner (Ortsvorsteher, mit Alice), Kevin Weiler (mit Kira) und Frank Kreuel.

In rund elf Monaten haben die Mülheimer ihren Dorfplatz zum Spielen, Klönen und Feiern geschaffen. Rund 25.000 Euro hat das Projekt gekostet. 

In der Ortsmitte von Mülheim gibt es jetzt einen neuen Dorfplatz zum Spielen, Klönen und Feiern. Die Örtlichkeit hat Historie: Hier stand bis 1969 Mülheims erste Dorfschule.

„Die Mülheimer sind sehr engagiert. Es war klar, dass, wenn ich frage, ich viel helfende Hände finden würde.“ Mülheims Ortsvorsteher Kevin Sarner strahlt. Auf die Mülheimer konnte er sich tatsächlich verlassen. Die Dorfgemeinschaft hat innerhalb von rund elf Monaten den neuen Dorfplatz geschaffen. Jetzt wurde er mit einem Fest eingeweiht.

Auf dem knapp 600 Quadratmeter großen Platz hat bis zu ihrem Abriss 1969 die 1860 erbaute erste Dorfschule von Mülheim gestanden. Zuletzt war an der Stelle eine kahl wirkende Grünfläche angelegt. Allein einige wenige Bäume am Rand und ein paar Sitzbänke strukturierten den Platz hinter dem alten Buswarteunterstand an der Haltestelle Ecke Pützgasse/Talgasse.

Auf dem Platz hat früher die Dorfschule gestanden

Im Januar 2025 hatte man im Dorf damit begonnen, das zu ändern. Der Platz sei doch der traditionelle Mittelpunkt von Mülheim, da könne man mehr draus machen, dachten sich die Mülheimer. Frank Kreuel und Kevin Weiler zeichneten Pläne, wie ein künftiger Dorfplatz aussehen könne. Mit Raum zum Spielen für die Mülheimer Kinder, Sitzbänken und einer Sitzgruppe zum Klönen.

„Die Pläne haben wir an die Gemeinde Blankenheim weitergeleitet. Die hat für uns den Förderantrag auf Leader-Mittel gestellt“, ist Britta Schiffers, Vorsitzende des Vereinskartells Mülheim, dankbar für die Unterstützung. Rund 25.000 Euro kostete das Projekt am Ende, 15.000 Euro davon kamen aus dem Leader-Budget.

Zu sehen ist ein kleiner künstlicher Bachlauf mit einem „Matschtisch“.

Ein kleiner künstlicher Bachlauf mit „Matschtisch“ daneben ist bei den Mülheimer Kindern beliebt.

Ein Mann stemmt einen kleinen Jungen in die Höhe. Große und kleine Zuschauer schauen zu.

Liano Bügler zeigte mit Vater Enrico Bügler Artistisches beim Einweihungsfest.

Im Oktober des vergangenen Jahres begannen dann die Arbeiten fast vollständig in Eigenleistung und meist an den Wochenenden. Am 23. August waren sie beendet. Wie von Ortsvorsteher Sarner erhofft, packten tatsächlich viele mit an: Mitglieder des Junggesellenvereins, des Musikvereins und Aktive der Löschgruppe waren ebenso dabei wie nicht organisierte Mülheimerinnen und Mülheimer, etwa die beiden „aktiven Rentner“ Walter Blindert und Achim Sünn. Und natürlich die Bauleitplaner Kevin Weiler und Frank Kreuel.

Joshua Haas stiftete die Bepflanzung für Tröge und neue Beete, Elmar Stoll und Wolfgang Reichertz finanzierten die neue Dacheindeckung des alten Buswartehäuschens. Das wurde für den neuen Dorfplatz vom alten Standort, wo es durch einen überdachten Standard-Warteunterstand ersetzt worden ist, umgehoben zu einer Ecke des neuen Platzes und gedreht. Es öffnet sich jetzt zum Platz hin und bietet abgewandt von der Straße auch den Mülheimer Jugendlichen einen kleinen Rückzugsort.

Wasser einer Quelle wird in Mülheim ans Tageslicht befördert

Das Prinzip, nicht alles neu zu machen, sondern Vorhandenes aufzuarbeiten und neu zu platzieren, gilt auch für einige der Sitzbänke. Eine lange Sitzbank allerdings ist neu. Die alte Schaukel ist so weiter nutzbar wie auch die lediglich umgestellte Tischtennisplatte. Neu sind ein drehbarer Kletterturm und ein Wasseranschluss zur oberen Dorfstraße in Höhe des Ehrendenkmals gegenüber, was den Mülheimerinnen, die sich um die Gedenkstättenbepflanzung kümmern, künftig die Arbeit erleichtert.

Neu ist aber vor allem ein rund 40 Meter langer, gewundener Wasserlauf, der am linken Rand des neuen Dorfplatzes vor allem als Spielgelände für die Kinder gedacht ist. Ein neuer „Matschtisch“ gehört auch dazu. Um den Bach anlegen zu könne, habe man das Wasser einer Quelle, das eigentlich unterhalb des Platzes verrohrt weitergeführt wird, ans Tageslicht befördert, so Kevin Sarner.

Der Dorfplatz ist sicherlich ein Kandidat für den Heimat-Preis

Mit viel Eigenleistung und Spenden haben sich die Mülheimer so ihren neuen Dorfplatz geschaffen, der sicherlich ein Kandidat für einen „Heimat-Preis“ in der Gemeinde Blankenheim ist.

Ein Bücherschrank in der alten gelben Mülheimer Telefonzelle und eine Übersichtskarte der Wanderwege rund um den Ort an der Außenwand des alten Buswarteunterstands ergänzen das Angebot im Ortskern. Der Platz an der Ecke Pützgasse/Talgasse hat nun eine neue Bestimmung gefunden. An die Historie der Örtlichkeit erinnert eine Foto-Text-Tafel, die zum historischen Dorfrundgang gehört


Heimathäppchen

Am kommenden Sonntag, 13. September, sind im historischen Ortskern von Blankenheim zum „Tag des offenen Denkmals“ nicht nur einige Baudenkmäler für Besucher geöffnet, sondern es gibt auf dem Curtius-Schulten-Platz auch die „Heimathäppchen“.

Auf der „regionalen Genussmeile“ werden kulinarische Leckerbissen angeboten. Ob Eifeler Brot, Weine von der Ahr und der Mosel, Fisch aus der Region oder Törtchen mit Zutaten aus Wald und Garten –   die Veranstalter versprechen Genüsse für „jeden Geschmack“ zwischen 11 und 17 Uhr.

Dazu gibt es ein Rahmenprogramm: Um 11 Uhr wird der diesjährige „Heimat-Preis“ verliehen, um 12 und 13 Uhr kommt Kinderunterhalter Uwe Reetz vorbei, zwischen 14.30 und 17 Uhr sind zudem „Schmitzbackes & Co.“ im gesamten Ortskern unterwegs.