Birken und Eschen sind besonders betroffen. Der Borkenkäfer ist auch in der Gemeinde Blankenheim wieder sehr aktiv.
Erste BilanzDer Wald in Blankenheim hat unter der Hitze enorm gelitten

Am Löschwasserteich von Dollendorf sollten im Rekordhitzesommer nur Landwirte Wasser für ihr Vieh zapfen. So die Idee. Doch die Bitte wurde ignoriert, sagt Ortsvorsteherin Gisela Caspers.
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Der Rekordhitzesommer ist vorbei. Hat er dem Gemeindewald in Blankenheim geschadet? Das wollte jetzt die SPD-Fraktion im Fachausschuss wissen. Die Antwort der Forstverwaltung der Gemeinde: Laub- wie Nadelholzbestände haben unter den anhaltend hohen Temperaturen und den über einen längeren Zeitraum ausbleibenden Niederschlägen gelitten. Es kam zu erheblichem Trockenstress, der die sich im vergangenen Jahr auf ohnehin schon niedrigem Niveau gerade stabilisierenden Wälder erneut belastet und weiter geschwächt hat.
Betroffen, so Martin Ritterbach, technischer Betriebsleiter des Forstbetriebs, seien zum Beispiel die Birkenbestände – und das nicht nur rund um Blankenheim: „In allen Gemeinden im Bereich des Regionalforstamtes Hocheifel-Zülpicher Börde haben sich die Blätter der Birke frühzeitig verfärbt und der Laubabfall hat früher als üblich begonnen.“ Das sei ein Ergebnis der jüngsten Großen Dienstbesprechung im Regionalforstamt gewesen.
An den Bäumen wurden Sonnenbrand und Nekrosen festgestellt
Zudem hat Ritterbach weitere Schäden und Stresssymptome als direkte Folge der Hitzewochen festgestellt: An den Blättern aller Laubbaumarten kam es demnach zu Sonnenbrand und Blattrandnekrosen. Infolge absterbender Äste verlichteten sich Baumkronen, bei älteren wie jüngeren Bäumen wurden zunehmende Vitalitätsverluste festgestellt. Erhebliche Ausfälle habe es auch bei den im Frühjahr durchgeführten Wiederaufforstungen gegeben.
Neben der Birke sind Ritterbachs Angaben zufolge vor allem die Eschen betroffen. Das schon bekannte „Eschentriebsterben“ setzt sich weiter fort. Bei den Fichten führte der Trockenstress zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Borkenkäferbefall.
Ende August habe sich schon ein hoher Borkenkäferbefall abgezeichnet. Jedoch: Wie relevant die Schäden durch den Schädling sind, sei erst im kommenden Jahr seriös zu beurteilen, so der Fachmann. Laut Borkenkäfer-Monitoring des Landesbetriebs Wald und Holz sei für 2026 mit zwei Borkenkäferflügen zu rechnen. „Der zweite ist auf hohem Niveau abgeschlossen“, so Ritterbach. Voraussichtlich im kommenden November wird der Landesbetrieb seinen Waldzustandsbericht 2026 veröffentlichen.
Wie hoch der Schaden in Blankenheim genau ist, steht noch nicht fest
Was kosten diese Schäden? Gibt es Förderprogramme, um den Gemeindewald klimaangepasster umzubauen? Auch das wollten die Sozialdemokraten wissen. Ritterbach konnte da nur eine vorsichtige Einschätzung abgeben: Zusätzliche Kontrollen und Maßnahmen zur Verkehrssicherung, die Aufarbeitung von Schad- und Totholz, Mehraufwendungen durch Borkenkäferbefall, zusätzliche Wiederaufforstungen infolge von Pflanzenausfällen – alles das löse naturgemäß Kosten aus. Gravierend fürs Blankenheimer Gemeindesäckel wären allerdings geringere Erlöse aus dem Holzverkauf aufgrund eines größeren Anfalls von Schadholz.
Um den Gemeindewald besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen, stehen derzeit keine nennenswerten Förderprogramme zur Verfügung, so Ritterbach. Eine Teilnahme der Gemeinde am Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ wurde vom Gemeinderat abgelehnt. Die Fördermittel seien zwischenzeitlich ausgeschöpft, so Ritterbach: Das habe er als Antwort auf eine Anfrage bei der für die Förderung zuständigen Agentur erfahren.
Mittel entsprechend der Förderrichtlinie für Privat- und Körperschaftswald über den Landesbetrieb Wald und Holz seien ebenfalls derzeit eher unwahrscheinlich. Die Region Köln/Bonn, der der Kreis Euskirchen ab dem 1. Januar 2027 angehört, soll auch die Zusammenstellung und Sichtung von möglichen Förderprogrammen für die Kommunen übernehmen. Man habe dort eine entsprechende Anfrage eingestellt, so Ritterbach.
Wasserverbrauch
Es war heiß, sehr heiß im Sommer. Doch seitens der Gemeinde Blankenheim wurde auf einen Aufruf an die Bevölkerung, mit dem Wasser sparsam umzugehen, verzichtet – etwa das Befüllen von privaten Pools oder das Autowaschen zu verschieben.
War das richtig? Diese Frage sorgte im Fachausschuss für einen regen Wortaustausch. Michaela Bell, Leiterin der Kommunalen Betriebe, verteidigte die Entscheidung. „Wir wollten auf die ohnehin schon bestehenden öffentlichen Hinweise nicht noch einen draufsetzen“, so Bell: „Man muss nicht alles regulieren oder maßregeln.“ Stattdessen könne man doch auf den gesunden Menschenverstand setzen.
Im Ausschuss wurde dieser Menschenverstand von einigen Politiker allerdings bezweifelt. Gisela Caspers, Ortsvorsteherin von Dollendorf, brachte ein Beispiel: „Ich habe an unserem Löschwasserteich extra ein Schild angebracht: Wasserentnahme nur für Landwirte, die ihr Vieh versorgen müssen!“ Was dann geschehen sei? „Das wurde einfach ignoriert. Da hat sich wirklich keiner dran gehalten!“
