Das Landesligaspitzenspiel zwischen Zülpich und Bonn II endete bereits nach dem fünften Inning. Die Bundesstädter sind nun Tabellenführer.
Baseball-LandesligaErsatzgeschwächte Zülpich Eagles gegen Bonn Capitals II chancenlos

Hits gab es für die Zülpich Eagles im Duell gegen die Bonn Capitals II kaum. Hier verpasst Philipp Schulze.
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Zülpich Eagles – Bonn Capitals II 3:18. Das Spitzenspiel der Baseball-Landesliga wurde zu einer klaren Angelegenheit. Im Duell des Tabellenführers Zülpich Eagles mit Verfolger Bonn Capitals II setzten sich die Gäste hochverdient mit 18:3 durch und entschieden die Partie bereits nach fünf Innings aufgrund der 10-Run-Rule für sich. Für die personell stark geschwächten Eagles war gegen einen gestärkten Gegner an diesem Tag nichts zu holen. Gleichzeitig mussten die Zülpicher die Tabellenführung an die Bonner abgeben.
Die Ausgangslage versprach Hochspannung. Die Eagles gingen mit sechs Siegen und zwei Niederlagen aus acht Spielen als Spitzenreiter in die Begegnung. Bonn II folgte mit acht Erfolgen und drei Niederlagen dicht dahinter. Das Hinspiel hatten die Capitals knapp mit 6:4 gewonnen. Entsprechend groß war der Wunsch der Gastgeber, Revanche zu nehmen und den Vorsprung an der Tabellenspitze auszubauen. Stattdessen drohte bei einer Niederlage der Verlust der Spitzenposition – und genau dieses Szenario trat schließlich ein.
Ab dem zweiten Inning lief die Partie nur in eine Richtung
Die Capitals begannen mit dem Schlagrecht, doch das erste Inning verlief auf beiden Seiten unspektakulär. Beide Defensivreihen arbeiteten konzentriert, Hits waren Mangelware und die Schlagrechte wechselten zügig.
Im zweiten Inning ging die Partie dann klar in eine Richtung. Bonn produzierte zahlreiche harte Hits und nutzte gleichzeitig mehrere Unsicherheiten der Eagles konsequent aus. Fangbare Bälle wurden nicht gesichert oder gar nicht erst erreicht, sodass die Gäste gleich fünf Runs erzielten und früh auf 5:0 davonzogen.
Philipp pitcht dem Großteil der Liga die Bälle normal um die Ohren. Die Bonner haben sich das heute ein Inning angeschaut und sich dann auf ihn eingestellt.
Auch im dritten Abschnitt fanden die Gastgeber offensiv kaum Lösungen. Während Bonn die Führung auf 7:0 ausbaute, gelang den Eagles erst danach der erste Run des Tages. Zwar verkürzten die Hausherren noch einmal, doch sie blieben insgesamt zu selten in aussichtsreichen Schlagpositionen. Im vierten Inning hielten die Eagles das Ergebnis mit 2:2 zwar ausgeglichen, dennoch zeigte sich erneut die Dominanz der Gäste. Bonn blieb lange am Schlag und gab das Angriffsrecht erst nach dem Pitcherwechsel von Leon Heidemann zu Philipp Schulze ab.

Besprechung auf dem Spielfeld: Philipp Schulze (l.) und Trainer Jens Weiler tauschen sich aus.
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Co-Trainer Ralf Rosenbaum sah eine auch in der Höhe verdiente Niederlage. Vorwürfe machte er sein Team allerdings nicht.
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Beim Stand von 3:9 keimte kurz die Hoffnung auf, dass Zülpichs stärkster Werfer das Spiel noch einmal beruhigen und vielleicht auch drehen könnte. Doch genau das Gegenteil trat ein. Im fünften Inning demonstrierten die Capitals eindrucksvoll ihre Klasse. Sie hatten sich hervorragend auf Schulze eingestellt, schlugen weiter konstant und sammelten gleich neun weitere Runs. Spätestens damit war die Begegnung entschieden.
„Philipp pitcht dem Großteil der Liga die Bälle normal um die Ohren. Die Bonner haben sich das heute ein Inning angeschaut und sich dann auf ihn eingestellt“, so Rosenbaum. Auch im letzten Nachschlag der Partie fanden die Eagles offensiv kaum noch Mittel, sodass die Partie beim Stand von 3:18 vorzeitig nach der 10-Run-Rule beendet wurde – diese besagt, dass ein Spiel vorzeitig beendet wird, sobald ein Team nach einem Inning mit mindestens zehn Runs in Führung liegt.
Das sagt der Co-Trainer: Ralf Rosenbaum analysiert die Partie
Entsprechend realistisch fiel Ralf Rosenbaums Analyse aus. „Die Bonner haben heute das Maximum aufgefahren“, sagte er und verwies darauf, dass die Gäste sich aus dem Verbandsliga verstärkt hatten. „Da waren tatsächlich nur zwei landesligatypische Spieler dabei. Von der Mannschaft darüber haben sie sich entsprechend Verstärkung mitgebracht.“ Er merkte dabei an, dass dieser Wechsel zwischen den Teams laut Regelwerk zulässig ist – und Bonn nutzte diesen Vorteil entsprechend aus.
Gleichzeitig wollte Rosenbaum die Niederlage nicht allein daran festmachen. „Wir haben heute natürlich auch extrem ersatzgeschwächt gespielt. Vier Stammspieler sind kurzfristig erkrankt oder konnten nicht dabei sein. In der Summe war heute einfach nicht mehr drin.“ Zwar habe seine Mannschaft noch Möglichkeiten gehabt, das Ergebnis etwas freundlicher zu gestalten. „Wir hatten noch ein paar Chancen, drei oder vier Punkte zu machen. Aber den Sieg hätten wir heute niemals holen können.“
Wir haben jetzt eine Niederlage mehr als Bonn. Aber auch die können mal einen schlechten Tag haben. Mit nur einem Sieg Rückstand ist da überhaupt noch nichts entschieden.
Auch die schwierigen Windverhältnisse wollte der Co-Trainer nicht als Ausrede gelten lassen. Zwar beeinflusse starker Wind ein Baseballspiel grundsätzlich, etwa wenn hoch geschlagene Bälle ihre Flugbahn verändern. „Aber das gilt für beide Mannschaften gleichermaßen. Das ist kein Vorteil für irgendwen“, erklärte Rosenbaum. Für die Pitcher sei der Seitenwind sogar eher hilfreich gewesen, weil dadurch ein Curveball noch stärker breche und seine Flugbahn dadurch schwerer einzuschätzen ist.
Sein Fazit fiel deshalb eindeutig aus: „Von daher war das heute in der Summe einfach ein glatter und verdienter Sieg für Bonn. Damit kann ich auch wirklich gut leben.
Durch die Niederlage verlieren die Eagles zwar die Tabellenführung, abgeschrieben sieht Rosenbaum sein Team deshalb aber keineswegs. „Wir haben jetzt eine Niederlage mehr als Bonn. Aber auch die können mal einen schlechten Tag haben. Mit nur einem Sieg Rückstand ist da überhaupt noch nichts entschieden.“ Lediglich der direkte Vergleich spricht nun für die Capitals, die beide Saisonduelle gewonnen haben.
Dass die Bonner das Spitzenspiel hochverdient für sich entschieden, unterstreichen auch die Zahlen: Den Eagles gelangen über die gesamte Partie lediglich sieben Hits und damit viel zu wenige, um die Gäste jemals ernsthaft unter Druck zu setzen. Trotz des deutlichen Rückschlags bleibt der Kampf um die Meisterschaft damit weiter offen – wenn auch nun mit Bonn an der Tabellenspitze.
