Im Spitzenspiel der Football-Verbandsliga unterliegen die Euskirchen Lions in Stotzheim Tabellenführer Mülheim Shamrocks.
American FootballFür die Euskirchen Lions ist der Traum von der Meisterschaft geplatzt

Der Extrapunkt-Versuch der Lions wurden von den Mülheim Shamrocks in letzter Sekunde geblockt.
Copyright: Tom Steinicke
Ausgerechnet im wichtigsten Spiel der Saison haben die Euskirchen Lions nicht ihr bestes Football-Gesicht gezeigt. Im Duell mit den Mülheim Shamrocks unterlagen die Euskirchener mit 6:21 (0:7). Damit ist der Traum von der Meisterschaft geplatzt. Drei Auswärtsspiele bleiben den Lions noch – am verpassten großen Saisonziel ändern können sie aber nichts mehr.
„Die Enttäuschung sitzt natürlich tief“, sagte Lions-Spieler Jonas Reuter. „Mit dieser Niederlage ist der Traum von der Meisterschaft geplatzt und wir haben unser großes Saisonziel verfehlt.“
Das Bittere aus Euskirchener Sicht: Die Shamrocks überraschten die Lions keineswegs. Mülheim spielte genau den Football, den die Gastgeber erwartet hatten – doch sie bekamen ihn trotzdem nicht entscheidend in den Griff. Die Gäste setzten fast ausschließlich auf ihr kompromissloses Laufspiel, erkämpften sich First Down um First Down und nahmen dabei immer wieder wertvolle Zeit von der Uhr.
Die Mülheim Shamrocks hatten das Spiel jederzeit im Griff
„Sie kamen praktisch ohne Passspiel aus und haben das Spieltempo diktiert“, sagte Reuter: „Wir haben es defensiv zwar über längere Phasen gut gemacht, aber hinten raus nicht geschafft, diese Drives rechtzeitig zu stoppen.“

Spektakulärer Catch: Lions-Spieler Fynn Handschke sichert sich den Ball in Bedrängnis und holt für die Euskirchener einen First Down. Am Ende war es aber zu wenig.
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Hebefigur bei Dirty Dancing? Nein, Freude über den Touchdown von Lions-Akteur Berke Güven.
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Vor allem über die Außenbahnen waren die Gäste immer wieder erfolgreich. Und wenn die Lions die Shamrocks im Griff zu haben schienen, brachen diese über die Flanken durch und sicherten sich so das im Sport oft zitierte Momentum.
Das allein wäre möglicherweise noch zu verkraften gewesen. Doch auch offensiv fanden die Lions zu selten Mittel, um Mülheim ernsthaft unter Druck zu setzen. Die entscheidenden Nadelstiche blieben aus.
Nach einem Touchdown kehrte die Hoffnung für die Lions kurz zurück
Dabei schien die Partie zwischenzeitlich doch noch in Richtung der Gastgeber kippen zu können. Im dritten Viertel verkürzten die Lions auf 6:7. Plötzlich war die Hoffnung zurück. Nach einem tollen Angriff, der aus einer Mischung aus Lauf- und Passspiel bestand, näherten sich die Lions der Endzone der Shamrocks Yard für Yard an. Nicht zu stoppen in dieser Phase: Fynn Handschke, der einen spektakulären Catch beisteuerte.
Den Touchdown erzielte dann aber Mannschaftskollege Berke Güven, der vom Quarterback perfekt in Szene gesetzt wurde. Der Extrapunkt-Versuch wurde allerdings geblockt. Als den Gästen wenige Augenblicke später bei eigenem Ballbesitz ein technischer Fehler unterlief, hatte die Partie das Potenzial zu kippen. „Da war das Momentum kurz auf unserer Seite“, sagte Reuter.

Quarterback und Cheftrainer im Gespräch.
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Die Fans genossen das Spiel und das Spätsommerwetter.
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Doch die Lions konnten diese Chance nicht nutzen. Die Gäste zogen unmittelbar vor der eigenen Endzone geschickt den Kopf aus der Schlinge – mit einem Laufspiel über die Außenbahn.
Das wichtigste Spiel des Jahres war nicht das beste der Lions
Zudem leisteten sich die Euskirchen Lions im Schlussviertel unnötige Strafen und ließen Möglichkeiten liegen. Mülheim blieb konsequent, zog davon und machte mit dem 21:6 schließlich auch die Euskirchener Meisterschaftshoffnungen zunichte. Der entscheidende Touchdown ging dabei sogar der Stadionsprecherin durch die Lappen. Die Shamrocks hingegen drückten den Football mit geballter Manpower in die Lions-Endzone – das nennt sich „Tush Push“. Die Philadelphia Eagles in der NFL haben den Spielzug, bei dem der Quarterback über die Linie geschoben wird, perfektioniert.
„Wir haben ausgerechnet im wichtigsten Moment des Jahres nicht unser bestes Spiel auf den Rasen gebracht“, sagte Lions-Akteur Reuter, der zudem auch im Vorstand der Footballer aktiv ist. Die Saison abhaken wollen die Lions deshalb aber keineswegs. Drei Auswärtsspiele stehen noch aus, drei Spiele, in denen sich die Mannschaft noch einmal von der Seite zeigen will, die sie über weite Strecken der Saison ausgezeichnet hat. „Wir knicken jetzt nicht ein“, kündigte Reuter an. „Wir haben in dieser Saison bereits herausragende Spiele gezeigt und bewiesen, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Genau dieses Gesicht wollen wir in den verbleibenden drei Partien zeigen, um die Saison mit erhobenem Kopf zu beenden.“
Dass die Niederlage nachwirkt, daraus machte Reuter keinen Hehl. „Der Körper tut noch weh, im Kopf kreist noch eine extrem bittere Niederlage.“ Lange Zeit zum Grübeln bleibt allerdings nicht. Schon am Abend steht die nächste Trainingseinheit an. Der Blick richtet sich auf das kommende Auswärtsspiel in Gelsenkirchen. Oder, wie Reuter es ausdrückt: „Bis Gelsenkirchen sind es vier Einheiten.“

