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Handball-U20-WMTorfrau Merle Muth aus Euskirchen wurde zur Motivatorin

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Merle Muth macht sich vor einem Ligaspiel warm.

In rund fünf Wochen will Merle Muth wieder ins Training bei Bayer Leverkusen einsteigen.

Die Euskirchenerin Merle Muth wird mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft U20-Weltmeister in China, wirkte aber nur zwei Spiele mit.

Acht Spiele, acht Siege, U20-Weltmeisterin. Nach dieser recht simpel klingenden Rechnung füllt sich die Trophäensammlung von Handballerin Merle Muth weiter. Die Euskirchenerin, seit einem Jahr in Diensten von Zweitligist Bayer 04 Leverkusen, kehrt mit der Goldmedaille aus Jinzhong (China) zurück und setzt damit nach dem Gewinn des U19-Europameisterschaftstitels vor einem Jahr noch einen drauf. Dieses Doppelgold gelang Deutschland zum ersten Mal. Und das hochverdient.

Merle Muth hatte sich nicht nur bei der U19-Eurpoameisterschaft, sondern auch in der abgelaufenen Saison durch starke Leistungen im Bayer-Tor für dieses Turnier empfohlen. Sie bildete das Torhüterinnenduo mit Lena Marie Lindemann vom Bergischen HC. Während Lindemann im ersten Spiel gegen Brasilien (39:22) mehr Einsatzzeit bekam, erhielt Merle Muth dieses Privileg beim 46:11-Erfolg über Kanada zugute. Die 19-Jährige überzeugte nicht nur mit einer sehr starken Fangquote von 61 Prozent, sondern steuerte zusätzlich auch noch sieben direkte Torvorlagen bei. Es lief also für das deutsche Team und Merle Muth nach Maß.

Im Training vor dem dritten Spiel knickte Merle Muth um

Doch dann der Schock vor Spiel drei gegen Rumänien. Die junge Torfrau knickte im Training um und musste mit einer Bänderverletzung, die sich wenig später als Außenbandriss, Innenbandruptur sowie einem „Talus-Bone-Bruise“, einem Knochenmarködem am Sprungbein, herausstellte, für den Rest der Weltmeisterschaft passen. „Ein großer persönlicher Schock für mich“, sagt Merle Muth, die zwar beim 37:31-Sieg gegen die Rumäninnen im Kader stand, aber verletzungsbedingt nicht mehr zum Einsatz kam.

Die deutsche Mannschaft zog letztlich souverän in die zweite Gruppenphase ein. Und Merle Muth? Die junge Torfrau, die sich den Turnierverlauf so natürlich nicht vorgestellt hatte, blieb einfach beim Team in China und übernahm fortan eine neue und für sie nicht minder wichtige Rolle: Als Motivatorin und pausenlose Unterstützerin stand sie ihrem Team bei und verbreitete positive Energie in den folgenden Tagen und Spielen. „Natürlich war es enttäuschend nicht mehr spielen zu können, aber ich wollte trotzdem meinen Teil zum Erfolg des Teams beitragen“, so die 19-Jährige. Für sie wurde Lina Steinecke nachnominiert.

Ein deutlicher Finalsieg gegen die Handballmacht Dänemark

Mit einem deutlichen Sieg gegen Südkorea (40:22) wurde die Pflicht zum Auftakt der zweiten Runde erledigt. Und so stand Deutschland nicht nur vorzeitig im Viertelfinale, sondern durfte sich in der Folge mit den Top-Nationen messen. Zunächst wurde in einem wahren Krimi Mitfavorit Spanien (29:28) niedergerungen. Im Viertelfinale gegen Norwegen ging es ähnlich knapp und erfolgreich weiter. Hier behielt die deutsche U20 mit 23:22 die Oberhand. Im Halbfinale folgte ein bemerkenswertes 36:31 gegen Frankreich, ehe im Finale die Handballmacht aus Dänemark wartete.

Im ersten Spielabschnitt ging es recht ausgeglichen zu, doch die goldene Generation der deutschen Handballfrauen bekam nach der Pause Oberwasser und siegte souverän mit 33:26. Der Rest ist Freudentaumel pur und mittendrin eine junge Frau aus Euskirchen, die für einen kurzen Augenblick alle Schmerzen vergessen konnte. „Die Goldmedaille, vor allem aber die Erfahrung ein Teil dieser besonderen Mannschaft gewesen zu sein, erfüllt mich mit Stolz und großer Dankbarkeit und ich bin froh solche Momente miterlebt zu haben“, sagt eine sichtlich zufriedene Merle Muth, die in gut fünf Wochen wieder in das Training in Leverkusen einsteigen möchte, um dann weiter an ihrer schon jetzt beeindruckenden Handballkarriere zu arbeiten.