Das Team von Sybille Gruner trotzt dem Spitzenreiter der Zweiten Bundesliga ein 31:31 ab.
HandballBayer Leverkusen gelingt Coup in Leipzig

Jessy Souza (beim Wurf) erzielte acht Treffer für Bayer Leverkusen.
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Es gibt Geschichten, die schreibt nur der Sport. Ja, Ligaprimus HC Leipzig hatte zuletzt einen schweren Stand gegen Teams aus dem Bergischen Land. Sowohl gegen den HSV Solingen-Gräfrath (27:27) als auch gegen den Bergischen HC (29:29) konnte der souveräne Tabellenführer der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen keinen Sieg einfahren.
Dass dies aber gegen den dritten Zweitligisten aus der Region im Bunde, Bayer 04 Leverkusen, auch so kommen würde, wollte im Vorfeld nicht mal die sonst so optimistische Interimstrainerin Sybille Gruner glauben. Am Ende stand jedoch ein 31:31 (13:18) auf der Anzeigetafel – und die Leverkusenerinnen feierten eine faustdicke Überraschung.
Eigentlich lief aus Sicht der Leipzigerinnen zunächst alles nach Plan. Schnell stand es 1:0 (1.), 2:1 (2.) und 3:2 (3.), doch dann übernahmen die Gäste aus Leverkusen das Kommando und drehten das Spiel zum zwischenzeitlichen 5:3 (8.). In der Folge führte Bayer stets und erhöhte sogar. Zunächst auf einen Vier-Tore-Abstand (12:8/17.), später im ersten Durchgang dann auf sechs Treffer Differenz (17:11/28.), wobei der Pausenpfiff beim Stand von 18:13 und damit einem Abstand von fünf Toren ertönte.
Auch nach dem Seitenwechsel hatte Bayer den Ligaprimus weiterhin im Griff. Erst in der 50. Spielminute kamen die Gastgeberinnen auf zwei Tore heran (25:27). Eine 4:0-Serie ab der 56. Minute mit dem 31:30 acht Sekunden vor Schluss hätte fast sämtliche Bemühungen der Leverkusenerinnen zunichte gemacht.
Doch diesmal – anders als in anderen Partien in dieser Saison – bäumten sich die Werkselfen ein letztes Mal auf und entrissen dem Spitzenreiter den sicher geglaubten Heimerfolg: Mit der letzten Aktion des Spiels kam Britt van der Bahn rechts am Kreis noch einmal an den Ball und bugsierte ihn in die Maschen zum umjubelten Ausgleich.
Das war sowas von verdient. Wir haben auf den Rückstand sehr cool geantwortet. Das war eine geile Mannschaftsleistung
„Das war sowas von verdient. Wir haben auf den Rückstand sehr cool geantwortet“, sagte Gruner freudestrahlend. Es sei „eine geile Mannschaftsleistung“ gewesen. Annika Ingenpaß, Bayers Sportliche Leiterin hob zwei Mitspielerinnen hervor: Jessy-Marlonne Souza, die acht Treffer beisteuerte, und Torhüterin Merle Muth, die eine Paradenquote von 28,6 Prozent erreichte.

