Im Kellerduell zwischen Nierfeld und Golbach fallen zehn Tore. Zülpich II lässt Punkte gegen Sötenich liegen, Dahlem-Schmidtheim gewinnt hoch.
Fußball-Kreisliga ADer Siegtreffer für DHO gegen Vernich fällt in der Nachspielzeit

Schneller als der Ball sind hier Vernichs Maxim Klinov (l.) und der spätere Siegtorschütze Salah Kacem.
Copyright: Thomas Schmitz
Sportfreunde DHO – TuS Vernich 2:1 (1:1). Abstiegskampf pur ist geboten, wenn der Letzte auf den Drittletzten trifft. Und dieses Weilerswister Gemeindederby hielt dieses Versprechen: Es gab Fehler, die erklären, warum beide Teams unten stehen, intensive Zweikämpfe, ein Last-Minute-Tor und nach Schlusspfiff gab man sich fair die Hand.
Der beruhigende Schiedsrichter: Marco Piselli hatte die Partie im Griff
Derby und Abstiegskampf – da können die Emotionen hochkochen. Dass das nicht passierte, daran hatte Schiedsrichter Marco Piselli vom FC Berrenrath erheblichen Anteil. Zu Beginn pfiff er jeden härteren Zweikampf konsequent ab. Und auch Meckerei ahndete er rigoros. Gleichzeitig erklärte er seine Entscheidungen geduldig und legte dabei fast immer väterlich den Arm um die Spieler. Dieses Verhalten hat funktioniert.
Das Duell des Tages: Arber Kryeziu und Wael Hassan gaben alles
Vernichs Goalgetter Arber Kryeziu erhielt einen Sonderbewacher in Form von Wael Hassan. Die beiden beharkten sich 90 Minuten lang mit allen erlaubten und nicht immer ganz so erlaubten Mitteln. Zu sagen hatten sich die beiden ebenfalls eine ganze Menge. Hassan fiel zunächst auch durch Dramatik auf, wenn er lautstark bei jedem Kontakt zu Boden ging und sich hinterher beim Schiedsrichter echauffierte. Piselli war das irgendwann zu bunt und er gab Hassan fürs Meckern Gelb. Eine erzieherische Maßnahme mit Erfolg. Hassan konzentrierte sich danach auf sein Spiel und zeigte, dass er wirklich gut kicken kann – und alles für seine Mannschaft tut.
Der Spielverlauf: Zwei Freistoßtore und vier Pfostentreffer
Die Partie hatte gerade begonnen, da stand es auch schon 0:1 aus Sicht der Heimmannschaft. Vernichs Maurice Platz zirkelte einen Freistoß über die Mauer ins Eck (1.). DHO-Spieler Sefer Hoxhaj hatte dabei offenbar genau hingeschaut, denn exakt zehn Minuten später machte er es Platz auf die gleiche Art und Weise nach: 1:1.
Gute Chancen gab es auf beiden Seiten, die beste hatte Vernichs Tom Luca Stegink in der 36. Minute, als er von Kryeziu mustergültig bedient wurde und das Kunststück vollbrachte, aus einem Meter anstatt ins leere Tor den Pfosten zu treffen. „Wir müssen das 2:1 machen. Das war eine 1000-prozentige Chance“, sagte sein Trainer Georg Wall. Es sollten noch drei weitere Aluminiumtreffer seines Teams folgen.

Sorgte für verknotete Beine in der Vernicher Abwehr: Dejen Kidane (r.).
Copyright: Thomas Schmitz
Die dickste vergebene Chance von DHO war ein Streitpunkt. Mohamed Omayrats Schuss hatten die DHO-Bank, aber auch der Spieler selbst, hinter der Linie gesehen. Der Schiedsrichter-Assistent war anderer Meinung. Vernichs Torwart Ringo Friedrich sagte dazu: „Der Ball ist über die Linie gerollt.“
Als sich gefühlt alle mit dem 1:1 abgefunden hatten, bot sich dem 20 Minuten zuvor eingewechselten Salah Kacem, dem seit seiner Hereinnahme wenig gelungen war, die Riesenchance, die er auch nutzte. Er traf aus rund 17 Metern den Ball so perfekt, dass er sich hinter Friedrich ins Tor senkte (90.+4). Kacem wurde danach unter einer Spielertraube begraben. Nur wenige Sekunden später war Schluss – und die Vernicher lagen am Boden.
Das sagen die Trainer: Ein fast sprachloser DHO-Coach
DHO-Trainer René Urbach fehlten ein wenig die Worte. Er hatte einen offenen Schlagabtausch und besonders in der zweiten Halbzeit intensiv geführte Zweikämpfe gesehen. Es sei ein glücklicher Sieg.
Sein Gegenüber Georg Wall sprach von einem enttäuschenden Ergebnis. „Das verfolgt uns schon die ganze Saison“, sagte er und meinte damit einerseits den Chancenwucher seiner Offensive und andererseits die manchmal etwas zu lässige Spielweise der Abwehr, die den keinen Ball verloren gebenden Gastgebern so einige unnötige Chancen schenkte.
Sötenich ärgert sich über ein nicht gegebenes Tor
TuS Chlodwig Zülpich II – SV Sötenich 1:1 (1:1). Spitzenreiter TuS Chlodwig Zülpich II musste sich gegen den SV Sötenich mit einem Remis begnügen. Zülpich übernahm zunächst die Kontrolle und ging durch einen Foulelfmeter von Jakob-Janis Fischer in Führung (17.). Sötenich brauchte etwas, um ins Spiel zu finden, kam aber kurz vor der Pause ebenfalls vom Punkt zurück, Martin Schmitz traf zum Ausgleich (43.). Zülpichs Trainer Marc Altendorf stellte klar: „Beide Elfmeter sind gerechtfertigt. Aus meiner Sicht war es beides Mal ein klares Foulspiel.“
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine umkämpfte Begegnung, in der beide Teams auf Augenhöhe agierten. Der SVS musste das Spiel nach einer Gelb-Roten Karte gegen Lukas Hanf in Unterzahl beenden (80.), blieb aber stabil. Sötenichs Sportlicher Leiter Uwe Metternich sah die entscheidenden Szenen kritischer als Altendorf und ärgerte sich zudem über ein nicht gegebenes Tor: „Alle Zuschauer haben es gesehen, der Linienrichter hat es angezeigt und der Schiedsrichter gibt es nicht. Bei einem engen Spiel, das 1:1 endet, wäre das die Entscheidung zu unseren Gunsten gewesen. Es war 'ne enge Kiste.“
Dahlem-Schmidtheim deklassiert den TSV Schönau
TSV Schönau – SG Dahlem-Schmidtheim 1:8 (0:4). Die SG Dahlem-Schmidtheim hat beim TSV Schönau mit einem dominanten 8:1-Sieg den Druck auf Tabellenführer Zülpich II hochgehalten. Dabei begann Schönau ordentlich, doch ein Distanzschuss von Alexander Haep brachte die Gäste früh in Führung (10.). „Das frühe Gegentor bricht uns wieder komplett das Genick“, erklärte Schönau-Trainer Gerrit Ueckert.
Kurz darauf erhöhte Dino Halicic per Foulelfmeter (25.), ehe weitere Treffer durch Aleksandr Miller (34.) und Niklas Hahn per Freistoß (39.) bereits zur Pause für klare Verhältnisse sorgten. Dahlem ließ auch dann nicht nach: Dominik Vilz (60.) und erneut Haep (61.) schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe. Tim Breuer gelang zwar der Ehrentreffer (66.), doch ein Eigentor von Christoph Schmauder (68.) und ein weiterer Treffer von Hahn (76.) machten den Kantersieg perfekt.
Dahlems Trainer Christian Hammes zeigte sich hochzufrieden: „Wir haben Schönau von Anfang an unter Kontrolle gehabt und in der Höhe absolut verdient gewonnen.“ Ueckert musste anerkennen: „Dahlem war uns in allen Belangen einfach komplett überlegen.“
Einfallsloses Schöneseiffen verliert gegen diszipliniertes Weilerswist
SV Schöneseiffen – SSV Weilerswist 1:3 (0:2). Weilerswist hat sich mit einem Auswärtssieg beim SV Schöneseiffen auf den dritten Tabellenplatz vorgeschoben, während die Gastgeber gefährlich nah an die Abstiegsränge rutschen. Die Gäste erwischten einen perfekten Start: Luis Kampermann traf früh zur Führung (4.). Schöneseiffen fand kaum ins Spiel, leistete sich viele einfache Fehler. „Die Basics haben einfach nicht gepasst, wir waren völlig einfallslos“, kritisierte Trainer Heiko Zimmer. Noch vor der Pause erhöhte Kai Karamouzas per Kopf (33.).

Doppeltorschütze beim Weilerswister 3:1-Sieg in Schöneseiffen was Luis Kampermann.
Copyright: Marian Stanienda
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Weilerswist überlegen und baute die Führung durch Kampermann weiter aus (62.). Die Gäste standen defensiv stabil und ließen kaum Chancen zu. „Es war wirklich von der ersten bis zur letzten Minute ein sehr disziplinierter Auftritt“, lobte SSV-Trainer Frederik Ziburske. Erst spät gelang Schöneseiffen durch Martin Hupp der Ehrentreffer (88.). Zimmer zog ein klares Fazit: „Wir haben zurecht verloren.“
Flamersheim/Kirchheim dreht die Partie in Lommersum
SSV Lommersum – SG Flamersheim/Kirchheim 1:2 (1:1). Trotz eines frühen Rückstands hat die SG Flamersheim/Kirchheim die Partie beim vor Anpfiff Tabellenvorletzten gedreht und sich drei wichtige Punkte gesichert. Lommersum erwischte den besseren Start und ging durch ein Kopfballtor von Lars Mechernich in Führung (10.). Die Gastgeber hielten lange dagegen und hätten die Führung beinahe mit in die Pause genommen. „Das wäre wichtig gewesen“, haderte Lommersums Trainer Sebastian Reisenauer. Doch kurz vor dem Halbzeitpfiff glich Timo Jäntgen aus (44.).
Nach dem Seitenwechsel nutzte FlaKi das Momentum und drehte die Partie durch Paul Doppelfeld (56.). Die Gäste blieben stabil, während der SSV nicht mehr entscheidend zurückkam. Reisenauer kritisierte: „Wir haben es dann verpasst, uns voll reinzuhängen und noch einen Punkt zu retten.“ FlaKi-Coach Marco Markwald lobte sein Team für die Reaktion: „Die Jungs haben sich nicht durch den frühen Rückstand aus dem Konzept bringen lassen.“
Beim Golbacher 7:3-Sieg erzielte Max Hofmann vier Tore
SV SW Nierfeld - SSV Golbach 3:7 (2:3). Ein wildes Kellerduell mit zehn Treffern entschied Aufsteiger Golbach klar für sich und feierte in Nierfeld einen deutlichen 7:3-Erfolg. Die Partie begann spektakulär: Niclas Hampel brachte Nierfeld früh in Führung (2.), doch Golbach antwortete umgehend durch Jean-Claude Kamano (4.). Nils Hahn sorgte für den erneuten Vorteil für Nierfeld (5.), ehe Max Hofmann wieder ausglich (7.). „Wir fangen uns einfach wieder viel zu einfache Standards“, kritisierte Nierfeld-Trainer Dirk Scheer. Noch vor der Pause drehte Kai Müller das Spiel endgültig (26.).
Nach dem Seitenwechsel blieb es zunächst offen: Luca Bläser glich per Foulelfmeter aus (51.). Scheer: „Elfmeter, das war ein klares Foulspiel.“ Doch Golbach schlug erneut zurück: Hofmann traf zum 4:3 (59.) und leitete die Entscheidung ein. In der Schlussphase schraubten Hofmann (78., 85.) und Müller (83.) das Ergebnis weiter in die Höhe. Golbach-Coach Michael Müller zeigte sich zufrieden: „Wir haben ein gutes Spiel gezeigt, standen hinten kompakt und haben unsere Chancen genutzt.“
Die Partie zwischen dem SV Frauenberg und der TuS Mechernich wurde wegen einer Unbespielbarkeit des Frauenberger Rasenplatzes abgesetzt.

