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Fußball-Kreisliga AFlamersheim/Kirchheim gewinnt ein einseitiges Spitzenspiel

9 min
Paul Doppelfeld im Laufduell mit Niklas Kirch.

War kaum zu stoppen: Paul Doppelfeld (in Rot).

Zwischen Dollendorf-Ripsdorf und Schönau ging es hin und her.  Klare Siege gabe es von Weilerswist in Golbach und Nierfeld gegen Mechernich.

SG Flamersheim/Kirchheim – SV Schöneseiffen 4:0 (2:0). Es war das Spitzenspiel an diesem Spieltag in der Kreisliga A: Platz zwei empfing Platz drei, wobei zumindest die gute Platzierung des SV Schöneseiffen, der drei Spiele in Folge gewonnen hatte, überraschte – genauso wie der kurze Regenschauer in der Mitte der ersten Halbzeit bei ansonsten sommerlichen 27 Grad.

Das Spiel an sich hatte dann stellenweise, besonders nachdem die SG Flamersheim/Kirchheim in der Mitte der zweiten Halbzeit die Führung auf 3:0 erhöht hatte, etwas von einem lauen Sommerkick und nichts von einem Spitzenspiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe.

Symptomatisch für den Zustand der Gäste an diesem Nachmittag war deren Cheftrainer Heiko Zimmer, der nach Meniskus-Operation im einen Bein und Muskelfaserriss im Oberschenkel des anderen Beines auf Krücken lief und das Spiel aus einem Stuhl verfolgte. Auch bei seinem Team lief es nicht rund, vor allen Dingen personell. Aus diversen Gründen fehlten rund zehn Leute, darunter auch die Torhüter. Zwischen den Pfosten stand deshalb Dennis Fischer. Der ist eigentlich Spielertrainer der zweiten Mannschaft, wo er sich selbst im Sturm aufstellt. An ihm hatte es nicht gelegen, dass er viermal hinter sich greifen musste. Abgesehen von Schwächen beim Abschlag zeigte er eine gute Leistung und einige sehenswerte Paraden. Sein Gegenüber Niels Brück konnte sich deutlich seltener auszeichnen, was vor allen Dingen an der mangelnden Offensivpower der Gäste lag.

Wir waren überhaupt nicht von uns selbst überzeugt, haben nicht unser normales Spiel aufgezogen und nicht geglaubt, dass wir was mitnehmen können.
Heiko Zimmer

Das Spiel hatte mit einer Abtastphase begonnen. FlaKi schob den Ball von links nach rechts und wieder zurück und wartete auf den geeigneten Moment für den öffnenden Pass nach vorne. Die Geduld zahlte sich aus. Ein langer Ball fand auf dem rechten Flügel Ben Schäfer, der in die Mitte auf Paul Doppelfeld passte, der nur noch einschieben musste (12.). Die zweite Flamersheimer Großchance führte dann auch direkt zum 2:0. Jan Osten steckte einen Zuckerpass auf Doppelfeld, der frei auf Fischer zulief, ihn austanzte und einschob (23.).

Erst danach kam Schöneseiffen ins Spiel und hatte Chancen, die aber entweder Brück (gegen Niklas Kirch) parierte oder die vorbeigingen (Schuss von Timo Bornewasser und Kopfball von Maurice Niedermeier). „Wir waren überhaupt nicht von uns selbst überzeugt, haben nicht unser normales Spiel aufgezogen und nicht geglaubt, dass wir was mitnehmen können“, sagte Heiko Zimmer nach dem Spiel und sprach von einem verdienten FlaKi-Sieg.

Dabei hatte seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit tatsächlich das Zepter übernommen, wobei darüber spekuliert werden darf, ob das ausschließlich daran lag, dass Schöneseiffen mehr tat oder Flamersheim/Kirchheim sich zurückzog und den Gegner kommen ließ. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass Schöneseiffen zwar den Ball hatte, aber keine Chancen.

Gefährlicher war immer noch die Heimmannschaft. Einen Steckpass hämmerte Ben Schäfer zum 3:0 unter die Latte (67.). Den Schlusspunkt setzte Yannik Ramm mit einem Slapsticktor kurz vor dem Spielende. Sein Seitfallzieher prallte erst an die Latte, dann an den Hinterkopf des Schöneseiffener Spielertrainerersatztorhüters und von dort zum 4:0 ins Tor (89.).

Weilerswist gewinnt verdient in Golbach

SSV Golbach – SSV Weilerswist 0:6 (0:2). Lange konnte der SSV Golbach die Partie gegen den selbst ernannten Aufstiegsfavoriten aus Weilerswist offenhalten. Erst nach rund einer halben Stunde geriet die Defensive ins Wanken – am Ende wurde es mit 0:6 deutlich.

„Die erste halbe Stunde machen wir echt ein gutes Spiel“, sagte Golbachs Trainer Michael Müller. Seine Mannschaft habe sich bewusst zurückgezogen und kaum etwas zugelassen. Weilerswist habe nicht ins Spiel gefunden, Golbach selbst ein, zwei Konter gefahren. Dennoch ging der SSV mit 0:2 in die Pause.

Beide Gegentore fielen nach Standards und aus Müllers Sicht viel zu einfach: „Beim ersten Treffer klären wir nicht konsequent, beim zweiten muss unser kleinster Spieler ins Luftduell gegen Felix Kortholt.“ Der nutzte den Größenunterschied zum 2:0.

Letztendlich eine verdiente Niederlage. Aber auch zwei, drei Tore zu hoch und zu leichte Gegentore.
Michael Müller

Nach der Pause stand Golbach höher, doch spätestens mit dem 0:3 war die Partie entschieden. Mike Nandzik, Kortholt, Firat Bagkan, Stefan Silva Santos mit einem Doppelpack und Maik Morgen sorgten für den Endstand. „Letztendlich eine verdiente Niederlage. Aber auch zwei, drei Tore zu hoch und zu leichte Gegentore“, lautete Müllers Fazit.

Weilerswists Trainer Frederik Ziburske war trotz des klaren Sieges nicht restlos zufrieden. „In der Anfangsphase haben wir uns schwergetan, erst nach einer Viertelstunde haben wir die spielerische Kontrolle übernommen.“ Besonders die Defensive hob er hervor. Torwart Matfej Slinkov und die Abwehr hätten kaum etwas zugelassen, Björn Büscher habe „überragend gespielt“. Auch die Einwechselspieler überzeugten: Ziburske verwies auf den Doppelpack seines Jokers Stefan Silva Santos. Die Spieler von der Bank könnten „eins zu eins nahtlos“ an die Leistung der Startelf anknüpfen.

Führungswechsel zwischen Dollendorf-Ripsdorf und Schönau

FC Dollendorf-Ripsdorf – TSV Schönau 4:3 (2:3). Einen wilden Schlagabtausch lieferten sich der FC Dollendorf-Ripsdorf und der TSV Schönau. Beim 4:3 wechselte die Führung mehrfach. Spielertrainer Alexander Huth sprach von einem Spiel, das fußballerisch nicht besonders ansprechend gewesen sei, dafür aber von Intensität und Einsatz gelebt habe.

Dollendorf ging durch Mathias Diederichs per Elfmeter in Führung. Schönau drehte die Partie noch vor der Pause: Tim Breuer traf doppelt, dazwischen Florian Metzen. Fabian Linden hatte zum zwischenzeitlichen 2:2 ausgeglichen.

Dollendorf hat nie aufgegeben und sich dafür am Ende belohnt.
Angelo Mazza

Huth wechselte zur Pause dreimal und forderte mehr Kampf und Fußball. Das zeigte Wirkung. Der Trainer selbst erzielte in der 74. Minute das 3:3, kurz vor Schluss traf Diederichs zum 4:3. „Ich bin stolz, dass wir Charakter gezeigt haben in der zweiten Halbzeit und den Bock umgestoßen haben“, sagte Huth. Den Sieg bezeichnete er als glücklich.

Schönaus Trainer Angelo Mazza sah das ähnlich kritisch. Der entscheidende Treffer hätte wegen eines „klaren Schubsers“ nicht zählen dürfen, sagte er. Zudem seien alle vier Gegentore nach Standards gefallen. Gleichzeitig erkannte Mazza an: „Dollendorf hat nie aufgegeben und sich dafür am Ende belohnt.“

Sötenich gewinnt eine lange Zeit enge Partie gegen den Aufsteiger

SG Bürvenich/Schwerfen/Sinzenich – SV Sötenich 1:4 (1:2). Das 4:1 des SV Sötenich bei der SG Bürvenich/Schwerfen/Sinzenich klingt nach einer klaren Angelegenheit. Tatsächlich war die Partie lange eng. Vor allem Bürvenichs Trainer Sascha Hillger sah seine Mannschaft zeitweise sogar im Vorteil.

Sötenich erwischte einen Blitzstart: Alexander Bellstädt traf in der zweiten Minute. Michael Maubach glich aus, ehe Jens Knebel die Gäste wieder in Führung brachte. Danach hatte Bürvenich aus Hillgers Sicht mehrere Möglichkeiten, die Partie zu drehen. Zweimal traf die SG das Aluminium, dazu kamen gute Paraden des Sötenicher Torhüters und vergebene Eins-gegen-eins-Chancen. „Wir waren nach dem 1:1 deutlich besser drin“, sagte Hillger. Kurz vor der Pause habe sich sogar die Chance zum 2:2 ergeben, als zwei Bürvenicher Angreifer auf den Torwart zuliefen. Der Querpass blieb jedoch aus.

Du musst hier gegen den Gegner auch dann so gewinnen.
Markus Sabel

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die SG gefährlich. Sötenich traf zwar ebenfalls die Latte, doch Bürvenich setzte den Spitzenreiter immer wieder unter Druck. „Wir haben richtig gut dagegengehalten“, sagte Hillger. Die Entscheidung fiel erst spät: Nach einem Bürvenicher Eckball traf ein Kopfball die Unterkante der Latte. Im direkten Gegenzug erhöhte Knebel auf 3:1. Hillger sah den Treffer klar im Abseits. Den Schiedsrichter kritisierte er ansonsten nicht grundsätzlich.

Sötenichs Trainer Markus Sabel war erleichtert, dass seine Mannschaft trotz des langen 2:1 nicht die Kontrolle verlor. „Es hat aus meiner Sicht leider viel zu lange 2:1 gestanden“, sagte er. Sötenich habe viele Chancen gehabt, Bürvenich das Spiel aber unangenehm gemacht. Mit Martin Schmitz kam in der Schlussphase frische Energie. Er bereitete einen Treffer vor und erzielte einen weiteren selbst. Die Breite des Kaders habe geholfen, die enge Partie noch deutlich zu entscheiden. „Du musst hier gegen den Gegner auch dann so gewinnen“, sagte Sabel. Knebel machte seinen Doppelpack perfekt, Marvin Neumann traf in der Nachspielzeit zum 4:1.

Nach der Frauenberger Führung übernahm Bliesheim die Kontrolle

SV Frauenberg – Bliesheimer BC 1:1 (1:0). Beim SV Frauenberg stand gegen den Bliesheimer BC die mannschaftliche Geschlossenheit im Vordergrund. Am Ende hieß es 1:1. Julian Crombach hatte Frauenberg in der zehnten Minute in Führung gebracht. Trainer Marcel Timm sah seine Mannschaft zunächst gut im Spiel. Nach dem Treffer habe sein Team jedoch an Spielanteilen verloren, Bliesheim übernahm zunehmend die Kontrolle. Trotzdem hielt Frauenberg den Gegner lange vom Tor fern.

Ein Spieler des SV Frauenberg passt einen Ball.

Frauenbergs Pascal Schröder ist hier eher am Ball als Bliesheims Severin Kreutner.

Benedikt Mordhorst erzielte in der 78. Minute den Ausgleich. „Vom kämpferischen Einsatz her bin ich absolut zufrieden“, sagte Timm. Seine Mannschaft habe keinen Ball verloren gegeben. Spielerisch gebe es dagegen noch Luft nach oben. Angesichts der personellen Situation müsse Frauenberg „kleine Brötchen backen“. Den Punkt nahm Timm mit: Das Unentschieden sei „absolut verdient“. Für Frauenberg war der Punkt wegen der schwierigen personellen Situation wichtig. Entsprechend konnte Timm mit dem Unentschieden durchaus leben.

Nierfeld spielt stark, Mechernich enttäuscht

SV SW Nierfeld – TuS Mechernich 6:1 (2:0). Mit 6:1 setzte sich der SV SW Nierfeld gegen die TuS Mechernich durch. Schon nach einer Minute eröffnete Jonas Küpper den Torreigen, nach 20 Minuten legte er seinen zweiten Treffer nach. Nierfeld hätte zur Pause nach Ansicht von Trainer Marcel Schmitz sogar mit vier oder fünf Toren Vorsprung führen müssen. Das Manko sei die fehlende Effizienz gewesen. Ansonsten habe seine Mannschaft mit Ball „richtig, richtig gut“ gespielt und sich im Vergleich zum Pokalspiel deutlich entwickelt.

Besonders zufrieden war Schmitz mit dem Spiel gegen den Ball. Nierfeld setzte Mechernich früh unter Druck und provozierte Fehler. Nach der Pause kam Mechernich durch Vitali Leonhardt noch einmal auf 1:2 heran. Danach machten Nils Hahn, Julian Schlag und Michael Jansen mit einem Doppelpack den 6:1-Endstand perfekt.

Schmitz wollte die Niederlage nicht allein mit einer schwachen Leistung des Gegners erklären. Nierfeld selbst habe so stark gespielt, dass Mechernich kaum ins Spiel gekommen sei.

Nierfeld war in allen Belangen überlegen.
Mirco Mertens

Mechernichs Trainer Mirco Mertens war enttäuscht. Nach dem frühen Gegentor habe seine Mannschaft versucht, sich aufzubäumen, nach zwei verletzungsbedingten Wechseln sei davon aber wenig geblieben. Nierfeld sei „in allen Belangen“ überlegen gewesen. Das erste Gegentor entstand nach einem individuellen Fehler: Der Torwart traf beim Klärungsversuch einen eigenen Verteidiger am Kopf, Nierfeld musste den Ball nur noch ins leere Tor befördern.

Auch die ungewohnte Abwehrformation mit den A-Jugendlichen Tim Kabowiak und Ben Rottland machte sich bemerkbar. Vor allem die tiefen Läufe bekam Mechernich nicht in den Griff. Nun gehe es darum, aus der Partie zu lernen und in den kommenden Wochen gegen Mannschaften aus dem direkten Tabellenumfeld die benötigten Punkte zu sammeln.