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Fußball-Kreisliga AKeine Tore im Kellerduell zwischen Schöneseiffen und Lommersum

8 min
Je ein Spieler von Lommersum und Schöneseiffen liegen auf dem Boden, ein anderer Lommersumer blickt traurig zu Boden.

Ernüchterung auf beiden Seiten. Das torlose Remis hilft im Abstiegskampf weder Lommersum noch Schöneseiffen so richtig weiter.

Der SV Nierfeld und die SG Flamersheim/Kirchheim feiern Kantersiege. Die Spieler des TSV Schönau waren besonders motiviert.

SV Schöneseiffen – SSV Eintracht Lommersum 0:0 (0:0). Der große Befreiungsschlag blieb auf beiden Seiten aus. Im brisanten Kellerduell der Kreisliga A trennten sich der SV Schöneseiffen und der SSV Eintracht Lommersum torlos. Ein Ergebnis, das tabellarisch vor allem den Gästen zu wenig hilft. Aber auch die Hausherren verpassten die Chance, sich entscheidend Luft im Abstiegskampf zu verschaffen.

Von Beginn an war beiden Teams anzumerken, worum es ging. Risiko wurde zunächst vermieden, Sicherheit hatte Priorität. Spielerisch entwickelte sich keine hochklassige Partie, dafür aber ein intensives Duell, das vor allem von Spannung lebte. Lommersum war insgesamt aktiver und suchte häufiger den Weg nach vorne, fand im letzten Drittel aber kaum Lösungen. Die beste Chance der ersten Halbzeit hatte Joshua Schramm, dessen Abschluss nur die Latte streifte. Auf der Gegenseite sorgte Timo Bornewasser mit zwei Halbchancen für Gefahr.

Marcel Hupp vergibt Riesenchance in der Nachspielzeit

Nach dem Seitenwechsel wurden die Gäste mutiger, klare Torchancen blieben aber weiterhin selten. Erst Mitte der zweiten Halbzeit wurde es wieder gefährlich: Nach einer Ecke setzte Max Jöbges einen Volley knapp am Tor vorbei. In der Schlussphase wurde die Partie dann offener. „Am Ende mussten wir aufmachen, klar, weil ein Unentschieden zu wenig gewesen wäre“, erklärte Lommersums Sportchef Alexander Kill.

Ein Fußballer dribbelt an der Seitenauslinie entlang. Im Hintergrund sind Zuschauer und die Ersatzbank zu sehen.

Schöneseiffens Timo Bornewasser (r.) dribbelt mit dem Ball an der Seitenlinie entlang.

Beide Mannschaften hatten nun Chancen auf den Lucky Punch. Zunächst profitierte Schöneseiffen beinahe von einer Unsicherheit von Lommersums Keeper Leon Wynen, der einen Freistoß nur zentral abwehren konnte. Bernd Jansen setzte den Nachschuss knapp daneben. Wenig später vergab Alexander Joist die große Möglichkeit für die Gäste, er scheiterte aus guter Position an SVS-Keeper Bastian Gerhards. In der Nachspielzeit setzte Schöneseiffens Marcel Hupp den Ball zunächst an die Latte und schoss ihn im Anschluss über das Tor. Die letzte Aktion gehörte der Eintracht: Nach einer verunglückten Abwehraktion landete der Ball vor den Füßen von Tim Kückelhaus – der Angreifer kam jedoch aus dem Rhythmus und verpasste den Ball komplett. Direkt danach war Schluss.

In Lommersum will man kämpfen und nicht aufgeben

„Man hat schon gemerkt, dass beide Mannschaften sehr viel um den Spielstand gekämpft haben“, sagte Schöneseiffens Trainer Heiko Zimmer. „Wir waren anfangs nervös, haben den Druck dann aber gehalten. Natürlich hätten wir lieber gewonnen, aber vielleicht kann der Punkt noch Gold wert sein.“

In Lommersum will man trotz der schwierigen Lage nicht aufgeben: „Bis es rechnerisch nicht mehr möglich ist, werden wir drum kämpfen“, betonte Kill. „Ich glaube noch immer, dass wir eine gute Mannschaft sind. Eine Mannschaft, die den Charakter hat, Spiele zu gewinnen.“

Das 0:0 hilft keinem der beiden Teams wirklich weiter. Lommersum verpasst die große Chance, den Rückstand auf Schöneseiffen entscheidend zu verkürzen. Bei nur noch zwei ausstehenden Spielen bleibt die Ausgangslage schwierig. Immerhin verhinderten die Gäste den direkten Abstieg. Schöneseiffen profitierte gleichzeitig von den Niederlagen der Konkurrenz und konnte den Vorsprung auf die direkten Verfolger (drei Punkte auf Vernich, je vier auf Lommersum und DHO) leicht ausbauen. Während der SVS den Klassenerhalt weiter in der eigenen Hand hat, braucht Lommersum nun zwingend zwei Siege – und zusätzlich Schützenhilfe.


Dahlem-Schmidtheim dreht die Partie und lässt die Korken knallen

SG Dahlem-Schmidtheim – Sportfreunde DHO 6:2 (1:1). Erst die Hausaufgaben, dann die Feierlichkeiten. Die SG Dahlem-Schmidtheim war zwar in der vergangenen Woche durch die Quotientenregel schon aufgestiegen, gefeiert wurde nun aber im Heimspiel gegen die Sportfreunde. „Wir wollen in den letzten Spielen unsere Hausaufgaben machen und so versuchen, noch Kreismeister zu werden“, sagte Christian Hammes, Trainer der SG Dahlem-Schmidtheim, vor dem Anpfiff.

Auch nach dem Ende des Duells mit den stark abstiegsbedrohten Gästen gab es vom Coach keinen Eintrag ins Klassenbuch. Mit 6:2 setzte sich der Bezirksliga-Aufsteiger verdient durch und eroberte sogar die Tabellenführung zurück, weil der TuS Zülpich II im Parallelspiel patzte. Aber das bleibt ohne Folgen, weil der TuS bereits in der Vorwoche aufgestiegen war.

Dahlem-Schmidtheim feiert mit Shirts, Kaltgetränken und Pyrotechnik

Die SG ging durch Sebastian Etten in Führung. Tore von Youssef Khabbaz und Aziz Neziri drehten die Partie zwischenzeitlich. Alex Haep, Leon Merget, Dominik Vilz, Niklas Hahn und Silvio Ferjani schossen den Sieg für die SG DaSch heraus. Anschließend wurde mit den Fans gefeiert – inklusive Shirts, Kaltgetränken und Pyrotechnik.

Die Spieler der SG Dahlem-Schmidtheim tragen Aufstiegs-T-Shirts und versammeln sich zum offiziellen Aufstiegsfoto.

So sehen Wiederaufsteiger aus: die SG Dahlem-Schmidtheim spielt wieder in der Bezirksliga.

Spieler der SG Dahlem-Schmidtheim tanzen, während Bier auf sie tropft und spritzt.

Nach dem Spiel wurde kräftig gefeiert – inklusive Bierdusche.

Mit der Saison ist der Übungsleiter zufrieden. „Wir wollten unter die ersten Fünf. Dass wir die Saison mit dem direkten Wiederaufstieg krönen, zeigt den Charakter der Jungs“, so Hammes. Den Charakter zeigte die Mannschaft schon nach dem Bezirksliga-Abstieg in der vergangenen Spielzeit. Trotz anderer Angebote – auch von höherklassigen Vereinen – blieb das Team zusammen. In der heutigen, schnelllebigen Fußballzeit ist das keine Selbstverständlichkeit. Und so bleibt – wenig überraschend – die Mannschaft auch nach dem direkten Wiederaufstieg zusammen. Übungsleiter Hammes hatte bereits vor einigen Wochen seine Zusage für eine zweite Spielzeit gegeben.

Verstärkt wird die Mannschaft laut dem Trainer vor allem aus der eigenen Jugend. Gleich vier A-Junioren werden mit einem Sonderspielrecht für die Senioren ausgestattet. „Das sind echte Raketen. Die Jungs bringen uns nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ weiter. Sie werden auf jeden Fall mit uns trainieren und das Trainingslager mitmachen“, so Hammes. Zwei Spieltage vor dem Ende hat die SG DaSch mit 98 Toren die beste Offensive der gesamten Liga. Und auch die beste Defensive können die Eifeler für sich beanspruchen. 33 Gegentreffer haben sie in 24 Partien kassiert.


Dahlem-Schmidtheim sorgt für besondere Motivation der Schönauer

TSV Schönau – TuS Chlodwig Zülpich II 2:1 (0:0). Mit einem überraschenden Heimsieg hat Schönau dem bisherigen Spitzenreiter Zülpich II die Tabellenführung entrissen. Nach torloser erster Halbzeit hatte Tim Breuer kurz nach dem Seitenwechsel mit einem Doppelschlag für die Entscheidung (49., 53.) gesorgt. Zülpich fand offensiv lange kaum Lösungen und kam erst in der Nachspielzeit durch Milian Mäurer zum Anschlusstreffer (90.+3.).

Für Trainer Marc Altendorf ging die Niederlage deshalb auch „in Ordnung“, weil seine Mannschaft „einfach zu wenig dafür getan“ habe. Für Schmunzeln sorgte dagegen TSV-Coach Gerrit Ueckert nach dem Spiel mit einem Kommentar zur Konkurrenz: „Dahlem hat 50 Liter Bier für einen Sieg geboten, da haben die Jungs mal eben Gas gegeben.“

Paul Doppelfeld mit Viererpack, Lukas Heiwolt erzielt drei Tore

TuS Vernich – SG Flamersheim/Kirchheim 0:9 (0:5). FlaKi hat nach dem furiosen Auswärtssieg Rang vier übernommen, während Vernich weiter tief im Abstiegskampf steckt. Die SG überrollte die Gastgeber bereits in der ersten Halbzeit: Leon Trichkovski traf doppelt (15., 18.), ehe Lukas Heiwolt (23.) und Paul Doppelfeld nachlegten (28., 33.). Auch nach der Pause blieb Flamersheim dominant. Doppelfeld schnürte seinen Viererpack (70., 71.), bevor Heiwolt mit zwei späten Treffern den Endstand herstellte (82., 84.).

Trainer Marco Markwald zeigte sich entsprechend zufrieden: „Die Mannschaft hat von Anfang an sehr konzentriert gespielt.“ Besonders die Konsequenz vor dem Tor und das hohe Tempo hätten den Unterschied gemacht. Bei Vernich machte sich erneut die angespannte Personallage bemerkbar. Trainer Georg Wall sprach davon, dass man sich „als Absteiger präsentiert“ habe, betonte aber zugleich, dass der Klassenerhalt rechnerisch weiterhin möglich sei.

Golbach gewinnt Kaller Gemeindederby gegen Sötenich

SSV Golbach – SV Sötenich 2:1 (2:1). Mit einem umkämpften Derbysieg unterstrich Golbach seine Klasse in der Rückrunde. Die Gäste waren durch einen umstrittenen Foulelfmeter, den Dennis Jäckel verwandelte, in Führung (6.) gegangen. Selbst auf Sötenicher Seite sei man laut Michael Müller „überrascht über den Elfmeterpfiff“ gewesen.

In der Folge fand Golbach jedoch besser ins Spiel und drehte die Partie noch vor der Pause durch einen Doppelpack von Max Hofmann (32., 45.). Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offenes Derby, in dem die Gastgeber leidenschaftlich verteidigten und den knappen Vorsprung über die Zeit brachten. Müller sprach von einer „kämpferisch richtig starken Leistung“.

Frauenbergs Trainer Marcel Timm spricht vom Offenbarungseid

SV SW Nierfeld – SV Frauenberg 9:1 (3:0). Nierfeld hat sich eindrucksvoll im direkten Duell im Tabellenmittelfeld gegen Frauenberg durchgesetzt. Thomas Nonnen hatte die Gastgeber in Führung (21.) gebracht, ehe Marlon Vogt mit einem Doppelpack nachlegte (23., 34.). Auch nach der Pause blieb Nierfeld überlegen: Jonas Küpper (50., 76., 83.) und Niclas Hampel (71., 80.) schraubten das Ergebnis in die Höhe. Den Ehrentreffer für Frauenberg erzielte Marcel Kaiser (78.), bevor Andre Bach den Schlusspunkt setzte (88.).

„Die hatten über 90 Minuten nicht den Hauch einer Chance“, sagte Nierfelds Trainer Dirk Scheer. Frauenberg-Coach Marcel Timm bezeichnete den Auftritt als „absoluten Offenbarungseid“ und kritisierte vor allem das Zweikampfverhalten seiner Mannschaft, die „in allen Belangen unterlegen“ gewesen sei.

Viele müde Beine bei Weilerswist und Mechernich

SSV Weilerswist – TuS Mechernich 2:0 (1:0). Weilerswist hat seine Pflichtaufgabe gegen Mechernich erfüllt und den dritten Tabellenplatz verteidigt. Die Gastgeber hatten den besseren Start erwischt und waren durch Firat Bagkan in Führung (7.) gegangen. Danach kontrollierte der SSV die Partie weitgehend, ließ jedoch mehrere Möglichkeiten liegen und musste bis in die zweite Halbzeit auf die Vorentscheidung warten. Felix Kortholt sorgte schließlich für das 2:0 (66.).

„Mit dem Ergebnis bin ich absolut zufrieden“, sagte Weilerswists Übungsleiter Frederik Ziburske, der allerdings auch von „vielen müden Beinen“ auf beiden Seiten sprach. Mechernich stemmte sich trotz großer Personalsorgen gegen die Niederlage. Trainer Mirco Mertens erklärte, seine Mannschaft laufe „personell sehr auf dem Zahnfleisch“, lobte aber dennoch den Einsatz seiner Spieler.