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Kreisliga BWißkirchen II rettet sich in letzter Minute – Klassenerhalt von Firmenich

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Spieler des SSC Firmenich bejubeln übereinander die 2:1-Führung.

Jubeltraube in Firmenich nach dem wichtigen 2:1 durch David Bohsem.

Die TB-SV Füssenich-Geich steigt ab und verlässt den Fußballkreis. Dahlem-Schmidtheim II ist in der nächsten Saison wieder C-Ligist.

Kreisliga B1: TB-SV Füssenich-Geich – SC Wißkirchen II 1:2 (1:0). Es waren nur wenige Augenblicke, die die TB-SV Füssenich-Geich vom Klassenerhalt und den SC Wißkirchen II vom Gang in die Kreisliga C trennten. Nach einer geklärten Aktion ins Seitenaus sehnten die Füssenicher den Schlusspfiff nach 96 Spielminuten herbei. Doch der blieb aus. Stattdessen ließ Schiedsrichter Ismail Gündogan noch einen letzten Angriff der Gäste im Abstiegskracher laufen – mit dramatischen Folgen für beide Mannschaften.

SC-Keeper Moritz Löhmann führte den Einwurf auf Jens Krämer aus. Dessen hohe Hereingabe von der rechten Seite fand Maximilian Sauer im Strafraum. Der Stürmer nahm den Ball mit der Brust an, spitzelte ihn am Torhüter vorbei und sorgte damit für grenzenlosen Jubel aufseiten der Gäste. Direkt nach dem Wiederanpfiff war Schluss. Während Wißkirchen den kaum noch für möglich gehaltenen Klassenerhalt feierte, herrschte bei den Gastgebern Fassungslosigkeit.

So wollten wir uns natürlich nicht aus dem Fußballkreis Euskirchen verabschieden.
Axel Sendscheid

„So wollten wir uns natürlich nicht aus dem Fußballkreis Euskirchen verabschieden“, sagte ein sichtlich geschockter TB-SV-Coach Axel Sendscheid. Dabei hatte die Partie für sein Team optimal begonnen. Bereits nach fünf Minuten brachte Rudolf Eisfeld die Hausherren in Führung. Der frühe Torschütze wurde jedoch wenig später zur tragischen Figur des Spiels. Nach einer Gelb-Roten Karte musste Füssenich-Geich mehr als eine Stunde in Unterzahl bestreiten. „Die Jungs haben in Unterzahl alles investiert und werden trotzdem nicht für die Aufholjagd in der Rückrunde belohnt. Jetzt einzelne Schuldige für diese bittere Niederlage zu suchen, wäre falsch. Wir gewinnen und verlieren als Team. So grausam kann Fußball sein“, erklärte Sendscheid.

Besonders bitter: Die Begegnung hätte bereits vor dem Ausgleich entschieden sein können. Mehrfach boten sich hochkarätige Kontergelegenheiten, doch die Chancen zum 2:0 blieben ungenutzt. Dadurch durften die Gäste bis in die Schlussphase hoffen, obwohl sie lange wenig mit ihrer Überzahl anzufangen wussten. Gegen die tief stehende Defensive der Füssenicher fanden sie kaum Lösungen.

Die Spieler des SC Wißkirchen bildeten eine Jubeltraube.

Der Jubel nach dem entscheidenden Treffer kannte bei Wißkirchen keine Grenzen.

Spieler der TB-SV Füssenich-Geich sitzen traurig auf dem Spielfeld.

Fassungslosigkeit und Trauer bei Spieler von Füssenich-Geich.

Nach dem Ausgleich durch Sauer in der 88. Minute war plötzlich wieder alles offen – und die Gäste glaubten an ihre Chance. „Wir haben es unnötig spannend gemacht. Lange hat man nicht gemerkt, dass wir in Überzahl waren, aber nach der Umstellung haben wir alles nach vorne geworfen. Natürlich brauchst du in so einer Phase auch etwas Glück. Entscheidend war, dass wir den Lucky Punch gesetzt haben. Chancen hatten wir vorher genug. Am Ende zählt nur, dass wir die Klasse gehalten haben“, erklärte ein erleichterter Maurice Hilger nach dem Abpfiff.


Nur ein Sieg konnte Firmenich noch vor dem Sturz in die C-Liga retten

Kreisliga B2: SSC Firmenich – SG Dahlem-Schmidtheim II 4:1 (1:0). Wenn man wie die Gastgeber mit dem Ballast einer Negativserie von fünf Pleiten am Stück (bei einer Tordifferenz von 4:25) ins Saisonfinale gehen muss, stehen die Zeichen eigentlich ziemlich klar auf Abstieg. Umso höher ist die Leistung zu bewerten, die der SSC im Duell mit dem direkten Konkurrenten um den letzten Platz unterhalb des Striches auf dem heimischen Rasen zeigte. Vor allem zu Beginn der Partie machten die Platzherren, die sich nur durch einen Dreier vor dem Sturz in die Kreisliga C retten konnten, eine Menge richtig, indem sie ihre Dahlemer Rivalen frühzeitig anliefen und so Fehler provozierten.

Nutznießer eines solches Patzers war schon nach neun Minuten Christian Kolb, der sich bei seinem letzten Auftritt im Trikot der ersten Mannschaft aus 25 Metern ein Herz fasste und den Ball traumhaft oben links in den Kasten hämmerte.

Dahlems Kapitän ist am Ball und wird von einem Gegenspieler verfolgt.

Doppelt bitterer Nachmittag für Dahlems Stephan Diefenbach.

Die Gäste gestalteten die Begegnung nach einer schwachen Anfangsviertelstunde in der Folge zwar offener, waren aber lediglich bei ruhenden Bällen gefährlich. Mit spielerischen Mitteln gelang es der SG nicht, den Defensivverbund in Verlegenheit zu bringen – bis zur 67. Minute. Da leistete sich die Heimelf auf der rechten Seite einen Stockfehler, der zu einem gefährlichen Steckpass ins Zentrum führte, den Alexander Ritter abgeklärt zum Ausgleich nutzte.

Aber es hätte mit diesem guten Kader nicht so weit kommen dürfen.
Patrick Züll

In diesem Moment waren die Firmenicher abgestiegen, doch das 1:1 sorgte nicht für hängende Köpfe, sondern setzte noch einmal neue Kräfte frei. Den Schussversuch von Leon Flaschentreher ins linke untere Eck konnte Schlussmann Janis Hahn nur nach vorne prallen lassen, wo David Bohsem am schnellsten schaltete und per Abstauber die erneute SSC-Führung besorgte (76.).

In der hochdramatischen Endphase mussten die Platzherren noch einmal zittern, als Ritter eine Hereingabe von der rechten Seite und damit das 2:2 um Zentimeter verpasste. Auf der Gegenseite war es dann Nils Wagner (ebenfalls in seinem Abschiedsspiel für den SSC), der sich mit viel Entschlossenheit gegen Kapitän Stephan Diefenbach und den Keeper durchsetzte und den Ball zur Vorentscheidung im leeren Gehäuse versenkte (87.).

Beim Versuch, den Torschützen irgendwie zu stoppen, zog sich der SG-Spielführer einen Schlüsselbeinbruch zu, was zu einer gut 30-minütigen Unterbrechung führte, in der für beide Teams reichlich Zeit bestand, sich noch einmal Mut für die Nachspielzeit zuzusprechen. Am Ende hatten die Gastgeber, die durch Tim Bohsem schließlich alles klarmachten, verdient die Nase vorn. „Natürlich sind wir heute froh. Aber es hätte mit diesem guten Kader nicht so weit kommen dürfen“, bilanzierte SSC-Coach Patrick Züll, der dem Verein im Gegensatz zu fünf Spielern erhalten bleibt.