Abo

24h-Nürburgring-SerieWenig Zuspruch aus dem Kreis Euskirchen für die neue Rennserie

3 min
Frank Stippler sitzt mit offenem Visier und offener Tür in seinem Auto.

Rät dazu, dass alle Verantwortlichen im Sinne des Motorsports entscheiden sollen: der Iversheimer Fahrer Frank Stippler.

Die Nürburgring Langstrecken-Serie wird von der 24h-Nürburgring-Serie bedroht. Das sagen Fahrer aus dem Kreis Euskirchen zu dem Thema.

Der letzte Angriff auf die Nürburgring-Langstreckenserie (NLS) ist kläglich gescheitert. 2024 war ein Machtkampf zwischen der Nürburgring Holding und dem NLS-Betreiber VLN/VLV entstanden. Die neue Nürburgring Endurance Serie, die an den Start gehen sollte, scheiterte dann mangels Anmeldungen ohne ein Rennen. Nun plant der ADAC Nordrhein erneut eine Konkurrenz zur NLS, die einen bedeutenden Namen trägt: die 24h Nürburgring Serie, bei der ab 2027 Autos an den Start gehen sollen. Ab 1. September ist es möglich, sich für die Serie einzuschreiben. Mit dem Polo-Cup wird eine Einsteigerklasse angeboten.

Die Rennwochenenden stehen ebenfalls schon fest: der Prolog soll am 2./3. April stattfinden, die Qualifiers vom 30. April bis 2. Mai, das 24h-Rennen vom 27. bis 30. Mai, hinzu kommen das Eifelrennen (30. Juli bis 1. August) sowie das 1000-km-Rennen (10. bis 12. September).

Doch wie sehen die Fahrer aus dem Kreis Euskirchen die neue Rennserie? Einige geben zu, sich bisher kaum mit dem Thema beschäftigt zu haben. „Die nächste Saison ist noch so weit weg“, sagt die Stotzheimerin Carrie Schreiner. Das findet auch der Bad Münstereifeler Henry Lindloff, der für 2027 noch keine Entscheidung getroffen hat. „Die Nordschleife ist der Ort, an dem ich mich sportlich weiterentwickeln will. Die Langstrecke dort ist für mich als Fahrer die beste Schule. Welche Serie das am Ende bedeutet, wird sich zeigen“, so Lindloff.

Alex Kroker glaubt nicht, dass sich zwei Rennserien am Ring tragen

Der Mechernicher Alex Hardt gibt zu: „Ich habe mich noch nicht richtig informiert. Grundsätzlich würde ich der NLS gerne treu bleiben.“ Auch der Euskirchener Tobias Müller hat sich mit dem Thema noch nicht sehr beschäftigt. „Ich finde es schade, dass wieder solche Reibereien auftreten. Vielmehr sollte man das Thema ausweiten und miteinander arbeiten anstatt gegeneinander“, findet er.

„Ich finde es nicht gut, dass man so einen getrennten Weg geht“, sagt Philip Wiskirchen, der vor allen Dingen auf die steigende Zahl der Fahrzeuge in diesem Jahr verweist. Die Nordschleife ist – auch durch die gelegentlichen Auftritte von Max Verstappen – attraktiver geworden. „Jetzt eine zweite Langstrecken-Serie zu gründen, ergibt keinen Sinn“, so der Flamersheimer, der aber auch zugibt: „Das 24h-Rennen bleibt das Highlight des Jahres.“

Für den Zülpicher Alexander Kroker gibt es „nur die VLN/NLS“. Schlecht findet er zusätzliche Rennen durch eine weitere Serie nicht, glaubt aber auch, dass sich zwei Serien nicht tragen. „Ganz im Gegenteil: Man macht sich eher kaputt.“ Er bevorzugt die NLS.

Frank Stippler fordert, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen

Der Iversheimer Frank Stippler ist natürlich abhängig davon, was sein Team macht. Aber der Routinier hat auch eine persönliche Meinung: „Ich halte die permanenten Grabenkämpfe da oben aber für ein absolutes Trauerspiel. Am Ende geht es nur darum, dass sich irgendwelche Menschen profilieren wollen und das geschieht auf dem Rücken des Motorsports.“

Es seien nicht genug Teilnehmer vorhanden, um über zwei bis drei Rennserien nachzudenken. Eine Rennserie könne mehr schlecht als recht überleben. „Wenn sich nun alle Gedanken machen über mögliche Piratenserien, ist das für das Projekt Rennenfahren/Langstreckensport auf der Nordschleife nicht zuträglich.“ Stippler empfiehlt, dass sich alle Verantwortlichen an einen Tisch setzen und eine Entscheidung im Sinne des Motorsports und gegen die eigenen Interessen fällen.

Der Weilerswister Björn Simon teilt für die Fahrer-AG ILN mit: „Bei allen aktuellen Diskussionen darf eines nicht aus dem Blick geraten: Der Langstreckensport auf dem Nürburgring ist Breitensport. Die kleinen Teams und Privatfahrer sind sein Rückgrat und müssen bei allen Entscheidungen berücksichtigt werden. Sonst wird es leer im Fahrerlager.“