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Nürburgring-LangstreckenserieKlassensieg und Podestplatz für Euskirchener Tobias Müller

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Tobias Müller steht hinter seinem Auto in der Box und erklärt einer verdeckten Person etwas.

Erneut hatte Tobias Müller ein erfolgreiches Wochenende. Hier ist er im Gespräch mit einem Crew-Mitglied.

Der Mechernicher Alexander Hardt ist beim siebten Lauf der NLS schnellster Cup2-Fahrer. Auch das McChip-Team darf sich freuen.

Wenn man einer rheinländischen Redewendung Glauben schenken mag, hat der Euskirchener Rennfahrer Tobias Müller am Wochenende auf dem Nürburgring eine Tradition begonnen. Zum zweiten Mal in Folge wurde er nicht nur Sieger der Klasse SP9 Pro-AM, sondern fuhr auf den dritten Gesamtplatz. Gelingt ihm das am 12. September erneut, spricht der Rheinländer von Brauchtum.

„Megageil“ fällt Müller als Erstes zum Auftritt von ihm und seinem Team von 48 Losch Motorsport by Black Flacon ein. Angesichts der zahlreichen GT3-Fahrzeuge und der starken Konkurrenz, die beim Sechs-Stunden-Rennen, dem siebten Lauf der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS), an den Start gegangen waren, sei der Erfolg besonders hoch einzuschätzen. Dabei befinde sich das Team immer noch in der Reifen-Entwicklungsphase. Müller und sein Teamkollege Patrick Assenheimer aus Heilbronn waren besonders gefordert, weil Fahrer Nummer drei, der Luxemburger Dylan Pereira, nach seinem Stint direkt zur GT World Challenge Europe nach Magny-Cours aufgebrochen war. „Wir sind ein fehlerfreies Rennen gefahren“, so Müller, der auch das Team lobte.

Kollision kurz vor dem Ende mit einem Audi

Kurz vor Schluss gab es noch eine Berührung mit einem Audi, der bei einem Überholvorgang mit dem Porsche von Müller kollidierte und sich überschlug. Für den Audi, der laut Müller auf dem Dach liegen blieb, war Schluss, Fahrer Pierre Lemmerz kam mit ein paar blauen Flecken davon. Das bedeutete auch das Aus für den Zülpicher Alexander Kroker, der Teil des Audi-Fahrertrios war. „Tobi hat sich umgehend bei mir gemeldet und gefragt, ob bei Pierre alles in Ordnung ist“, teilte Kroker mit. Er und Müller seien eben nicht nur Freunde auf, sondern auch neben der Strecke. Kroker hatte schon beim Start Pech gehabt. Weil sich ein Audi vor ihm gedreht hatte, musste er ausweichen und gleich drei Cup-Autos passieren lassen, sodass er den Anschluss an das Feld verlor.

Der Porsche von Alex Hardt ist von hinten zu sehen, wie er durch eine Kurve fährt.

Nur die Rücklichter hat die Konkurrenz vom Porsche des Mechernichers Alex Hardt gesehen, der in der Cup2-Klasse den Sieg einfuhr.

Freuen durfte sich hingegen der Mechernicher Alexander Hardt: Ihm und dem Black Falcon Team Zimmermann gelang ein Sieg in der Cup2-Klasse – man fuhr auf Gesamtplatz zwölf. Es war der erste Sieg in der Pro-Klasse in dieser Saison. „Wir haben uns gesteigert, besonders meine Teamkollegen haben sich sehr gut verbessert. Wir konnten aus unserer eigenen Pace das Rennen gewinnen und haben keine Fehler gemacht“, so Hardt. „Das fühlt sich sehr gut an.“

Frank Stippler hatte trotz des Ergebnisses viel Spaß

Unterschiedlich war die Gefühlswelt bei den Brüdern Philip und Moritz Wiskirchen. Erstgenannter fuhr den BMW M4 von Hofor Racing by Bonk Motorsport auf Platz drei in der SP10-Klasse. Wiskirchen selbst hatte das Auto auf Platz zwei übergeben. Durch eine Strategieänderung verlor man noch einen Rang. Unzufrieden war hingegen sein Bruder. Zwar war man im Rennen in der Cup3-Pro-AM-Klasse zwischenzeitlich sogar führend, doch eine Zeitstrafe und ein Problem mit dem Hauptbremszylinder und einem dadurch notwendig gewordenen zusätzlichen Boxenstopp führten zu einem nicht zufriedenstellenden Ergebnis mit Platz 14 in der gesamten Cup3-Klasse.

Der Bad Münstereifeler Frank Stippler war aus Startreihe eins ins Rennen gegangen. Zwischenzeitlich war der Ford Mustang des Haupt Racing Teams sogar führend in der SP9-Pro-Klasse. In einer Code-60-Zone fuhr ein unachtsamer Fahrer aber ungebremst ins Heck des Mustangs. Wegen eines dadurch entstandenen Reifenschadens verlor das Team laut Stippler vier bis fünf Minuten. Und auch wenn das Ergebnis mit Gesamtplatz neun und Platz vier in der Klasse nicht so gut war, zieht Stippler ein positives Fazit: „Das Rennen hat trotzdem Spaß gemacht.“

132 Fahrzeuge waren bei NLS7 an den Start gegangen

Das dürfte auch für den Nettersheimer Christoph Breuer und die Obergartzemer Crew von McChip-dkr gelten, die im Lamborghini Huracan von Renazzo Motorsport die Klasse SP9 AM gewonnen haben und auf Gesamtplatz sieben landeten.

Der Bad Münstereifeler Henry Lindloff fuhr im Porsche 718 von Smyrlis Racing auf Platz 15 in der Cup3-Klasse, was Gesamtplatz 56 bei 132 Startern bedeutete, von denen 100 Fahrzeuge ins Ziel kamen.


Carrie Schreiner gibt ihr Debüt in Magny-Cours

Nicht bei der NLS dabei war die Euskirchenerin Carrie Schreiner. Der Grund: Sie startete am Wochenende als einzige Frau beim Sprint Cup der GT World Challenge Europe in Magny-Cours. Für die 27-Jährige war es eine Premiere auf dem früheren französischen Formel-1-Kurs. Der Plan, die Strecke in den beiden freien Trainingseinheiten kennenzulernen, wurde durch Starkregen zunichte gemacht.

Beim ersten Rennen musste sie sich deshalb auch erst etwas eingewöhnen. Mehr als Platz zehn in der Bronze-Cup-Klasse (und Gesamtplatz 39) war aber nicht mehr möglich. Beim zweiten Rennen lief es deutlich besser. Auf Klassenposition fünf liegend, übergab sie den Audi von Tresor Attempto Racing, der am Ende Sechster (Gesamtplatz 33) wurde. Das nächste Rennen findet am letzten August-Wochenende auf dem Nürburgring statt.