VollversammlungDeutsche Bischofskonferenz trifft sich im März 2025 im Kloster Steinfeld

Lesezeit 7 Minuten
Die Luftaufnahme zeigt das Kloster Steinfeld mit der Basilika.

Die Deutsche Bischofskonferenz ist im März 2025 in Steinfeld zu Gast.

61 Bischöfe aus ganz Deutschland werden 2025 zur Frühjahrsvollversammlung in Steinfeld erwartet. Die Vorbereitungen starten bereits jetzt.

Das ist das sprichwörtliche große Ereignis, das seine Schatten vorauswirft: Vom 10. bis 13. März 2025 wird die Deutsche Bischofskonferenz der Katholischen Kirche zur Frühjahrsvollversammlung im Kloster Steinfeld tagen. 61 Weihbischöfe, Bischöfe, Erzbischöfe und Kardinäle aus allen deutschen Diözesen werden Messen in der ehrwürdigen Basilika feiern. Das gastgebende Bistum Aachen hat Steinfeld als Tagungsort vorgeschlagen – so wurde es entschieden.

„Wir freuen uns!“ Aachens Bischof Dr. Helmut Dieser ist von der Wahl des Tagungsortes überzeugt: „Das Kloster Steinfeld ist ein großartiger Ort, an dem seit 900 Jahren der christliche Glaube gelehrt und verbreitet wird: zuerst von Prämonstratenser-Chorherren, seit 100 Jahren vom Orden der Salvatorianer.“

Doch Geschichte allein reicht nicht. Das Gästehaus mit Vier-Sterne-Standard, die Tagungs- und Seminarräume sowie die Basilika tun das Ihre dazu. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bischofskonferenz seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, so Dieser, tage man im Bistum Aachen. In Steinfeld, weil es „einer der ältesten geistlichen Orte im Bistum ist“. Und: „Im Gästehaus können wir die große Anzahl von Personen gut unterbringen.“

61 Bischöfe samt ihrer Entourage werden in der Eifel erwartet

In abgeschiedener Lage in einem Dorf auf einem Höhenrücken der Nordeifel lag das Kloster über Jahrhunderte. Doch ganz so ist es nicht mehr. Gerade seit der Sanierung des ehemaligen Internats mit Ausbau zum Gästehaus ist das Kloster eine beliebte und bekannte Übernachtungsadresse.

Den zeitgleichen Besuch von mehr als dem zuständigen Bischof aus Aachen gab es schon lange nicht mehr, erinnert sich Helmut J. Kirfel, stellvertretender Vorsitzender der GdG, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Pfarrei und vor allem kundiger Klosterchronist: „1960 kamen eine Woche lang anlässlich der nicht stattgefundenen Heiligsprechungsfeier des Hermann-Josef in Rom mehrere Bischöfe nach Steinfeld und hielten hier als Ersatz die Hochämter ab. Natürlich der Bischof von Aachen, der Erzbischof von Köln, Bischöfe, die dem Kloster verbunden waren.“ Seitdem tagten in Steinfeld immer mal wieder hochrangige kirchliche Fachgruppen oder Arbeitskreise, doch nicht mehr als ein Bischof.

Ein Gruppenbild der Deutschen Bischofskonferenz.

61 Bischöfe aus allen deutschen Diözesen kommen im März 2025 in die Eifel zur Frühjahrsvollversammlung, hier ein Gruppenbild von 2021.

Im März 2025 sind es gleich 61. „Wir rechnen insgesamt mit an die 100 Personen, denen wir den hohen Standard in unserem Gästehaus auch anbieten können“, ist Gastgeber Christoph Böhnke überzeugt. Er wird dann auch den Apostolischen Nuntius in Deutschland begrüßen können, möglicherweise mit der Generalsekretärin der Bischofskonferenz, Dr. Beate Gilles, eine der wenigen hochrangigen Frauen in der katholischen Kirche. Vermutlich ab dem Wochenende vor Beginn der Vollversammlung und bis einschließlich des Wochenendes danach wird das Gästehaus dann für die Bischöfe und deren Entourage sowie die erwarteten zahleichen Medienvertreter reserviert sein.

Die Gastgeber in Steinfeld haben bereits ein Pflichtenheft erhalten

Haupttagungsort der nicht-öffentlichen Versammlung ist der Hermann-Josef-Saal, den Böhnke bis dahin noch sanieren lassen will: „Wir werden die Wände neu streichen und die Beleuchtung verbessern. Und wir müssen neben Mikrofonen auch kleinere Tische anschaffen.“ Für die gesamte Technik will man einen externen Dienstleister verpflichten. Er soll vor allem für eine gute und zuverlässige Internetverbindung sorgen, da einige Veranstaltungen online gestreamt werden.

Christoph Böhnke zeigt in den Hermann-Josef-Saal im Kloster Steinfeld, in dem zahlreiche Tische und Stühle stehen.

Gästehaus-Gastgeber Christoph Böhnke im Hermann-Josef-Saal: Hier wird die Vollversammlung zwischen dem 10. und 13. März 2025 tagen.

Um den Überblick zu behalten, hat Böhnke seitens des Sekretariates der Bischofskonferenz in Bonn eine Art Pflichtenheft bekommen, in dem steht, wie der Ablauf ist, was wann, wo und wie benötigt wird. „Alle Räume sind abgenommen. Ab Neujahr 2025 werden wir intensiv in die Vorbereitungen einsteigen“, so Böhnke. Tatsächlich haben sie spätestens mit der offiziellen Bestätigung begonnen. Dazu gehört auch der Aufbau eines Pressezentrums, wahrscheinlich in den Räumen der Kunstakademie, samt Schülerkapelle für Pressekonferenzen.

Andernorts werde es allerdings keine Extras geben, sagt Böhnke: „In der Küche werden wir das kochen, was auch unsere Hausgäste bekommen.“

Für die Konferenz in Steinfeld werden zahlreiche Helfer benötigt

Und wie steht es um die Sicherheit? Auch diese Frage treibt Pater Wieslaw Kaczor, Pfarrer von Steinfeld und Regionalvikar, um. Steinfeld-Historiker Kirfel gibt da eine gewisse Entwarnung: „1789 und später auch von den Preußen wurde die Mauer um das Kloster erneuert und verstärkt.“ Die Sicherheitsbehörden werden sich einzig darauf kaum verlassen – auch zu dem Thema wird es ein Konzept geben.

Die Wahl der Tagungsadresse folgt auch einem übergeordneten Prinzip. Man wolle Glaubwürdigkeit und Präsenz vor Ort zeigen, heißt es, indem man eben nicht ins Nobelhotel geht. „Die Organisatoren der Vollversammlung haben gute Erfahrungen mit abgeschiedenen Orten gemacht, wenn ich mich an die Vollversammlung vor einigen Jahren im Kloster Schöntal im Bistum Rottenburg-Stuttgart erinnere“, so Dieser.

Pater Wieslaw Kaczor ist Pfarrer an der GdG Steinfeld und Regionalvikar.

Für Pater Wieslaw Kaczor, Pfarrer an der GdG Steinfeld und Regionalvikar, ist Vollversammlung große Ehre und eine Herausforderung.

Pater Wieslaw Kaczor hört die Worte wohl. Er geht jedoch davon aus, dass es für Steinfeld auch ein Kraftakt wird: „Es wird zweifellos eine Vielzahl von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern benötigen, um Aufgaben wie die Verkehrsführung, Parkplatzreservierungen für die Autos der Bischöfe und mögliche Aktivitäten für deren Chauffeure zu bewältigen.“

Die Vorfreude in Steinfeld ist schon jetzt groß

Apropos Aktivitäten: Nach den Beratungen wird es Veranstaltungen wie den „Misereor-Abend“ oder einen Abend für die Medienvertreter im Schafstall geben. Und es sind Messen in der Basilika geplant. „Schon jetzt lade ich die Eifeler und alle Interessierten zur Mitfeier der Gottesdienste während der Vollversammlung ein. Alle Gottesdienste werden öffentlich sein“, so   Dieser.

Sr. Gratia ist Äbtissin des Schweigeklosters der Trappistinnen in Steinfeld.

Sr. Gratia ist Äbtissin des Schweigeklosters der Trappistinnen in Steinfeld. Sie schreckt der erwartbare Trubel rund um die Vollversammlung nicht.

Die Gelegenheit wird sich vermutlich auch Sr. Gratia, Äbtissin der zehnköpfigen Gemeinschaft aus Trappistinnen und Anwärterinnen im kleinen Kloster in Steinfeld, wohl nicht entgehen lassen. Ein bisschen viel Trubel vor den Türen des Schweigeordens? „Ach wo“, winkt Sr. Gratia tiefenentspannt ab: „Der Trubel gehört einfach dazu. Und nach vier Tagen hat man es ja überlebt.“ Sie ist überzeugt: „Steinfeld ist ein heiliger Ort. Das kann auf die Vollversammlung nur eine positive Ausstrahlung haben.“

Die Vorfreude ist auch bei Kaczor groß: „Die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz kommt. Das ist so, als ob die Bundesliga oder die Bundesregierung in unser kleines Dorf und Kloster Steinfeld kommt.“

Gastgeber Christoph Böhnke ist ebenfalls entspannt. Er war unter anderem im Luxushotel „Bayerischer Hof“ in München beschäftigt: „Da hatten wir schon Robin Williams oder die Rolling Stones zu Gast. Letztere wollten damals unter anderem in ihren Suiten jeder eine komplette Küche stehen haben. So schlimm wird es bei den Bischöfen garantiert nicht.“


Der theologische Kontext

„Eine Vollversammlung mitten in der Eifel weist auf das Geheimnis der Kirche hin: Sie baut auf dem Zeugnis des Glaubens aus den früheren Generationen auf und kann und muss doch zu jeder Zeit neu bezeugen, wie derselbe Glaube in den Fragen von heute Orientierung, Kraft und Lebensbejahung hervorbringt.“ Bischof Dr. Helmut Dieser rückt die Konferenz in Steinfeld in einen großen theologischen Zusammenhang.

Dort habe man gerade mit dem Grab des heiligen Hermann-Josef auch noch eine starke Hilfe: „Er war es, der von seinem Kloster Steinfeld aus im 12. Jahrhundert ein überzeugender Glaubensbote war und bis heute dort verehrt wird.“ Steinfeld-Historiker Helmut J. Kirfel weist auf eine weitere Bedeutungsebene hin: „2025 ist das nächste Heilige Jahr. Dass ausgerechnet das Kloster Steinfeld in diesem Jahr Ort der Frühjahrsvollversammlung ist, das ist zusätzlich bemerkenswert.“

Fragt man Bischof Dieser, mit welchem Eindruck seine Amtsbrüder die Eifel dann wieder verlassen sollen, ist seine Antwort klar: „Schön ist es bei uns!“ 


Die Konferenz

Die Deutsche Bischofskonferenz ist ein Zusammenschluss der katholischen Bischöfe der (Erz-)Bistümer in Deutschland. Derzeit gehören ihr 61 Mitglieder aus den 27 deutschen Bistümern an. Sie wurde eingerichtet zur Förderung gemeinsamer pastoraler Aufgaben, zur Koordinierung der kirchlichen Arbeit, zum Erlass von Entscheidungen sowie zur Kontaktpflege zu anderen Bischofskonferenzen.

Oberstes Gremium ist die Vollversammlung aller Bischöfe, die regelmäßig im Frühjahr und Herbst für mehrere Tage zusammentrifft. Während die Herbst-Vollversammlung immer in Fulda, am Grab des heiligen Bonifatius, stattfindet, trifft man sich zur Frühjahrs-Vollversammlung an jeweils wechselnden Orten. Bei der Vollversammlung beraten sich die Bischöfe in zahlreichen Arbeitssitzungen, koordinieren Aufgaben und treffen Entscheidungen für die Kirche in Deutschland.

Seit 3. März 2020 ist Dr. Georg Bätzing, Bischof von Limburg, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. 

Nachtmodus
KStA abonnieren