In zwei Bauabschnitten soll an der Landesstraße 105 in Kall ein interkommunales Gewerbegebiet entstehen. Gut 25 Hektar stehen zur Verfügung.
Für Kall und SchleidenMit der Erschließung des Gewerbegebiets wird bis zum Herbst begonnen

Auf den Wiesen und Ackerflächen gegenüber dem Gewerbegebiet 2 (l.) wird das interkommunale Gewerbegebiet entstehen. Bis zum Herbst wird mit der Erschließung begonnen.
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Nach Jahren, in denen das interkommunale Gewerbegebiet Kall/Schleiden nur als Grobplanung auf dem Papier existierte, geht nun alles ganz schnell. „Spätestens im Herbst soll mit der Erschließung des Gebiets begonnen werden“, erklärt Markus Auel, Allgemeiner Vertreter des Kaller Bürgermeisters Emmanuel Kunz. Das gut 25 Hektar große Areal an der Landesstraße 105 soll in zwei Bauabschnitten erschlossen werden.
Im Flächennutzungsplan von 2016 hatte das Gebiet noch eine Größe von 36,5 Hektar. Doch seit 2021 hatten Kall und Schleiden daran gearbeitet, jeweils 5,5 Hektar für die Entwicklung eigener Gewerbeflächen aus der Planung herauszunehmen. Schleiden will das Gewerbegebiet in Herhahn um gut fünf Hektar erweitern, Kall rund zehn Hektar für das geplante Gewerbegebiet 4 bereitstellen, das neben dem interkommunalen Gebiet entstehen soll.
Zu den 5,5 Hektar, die der Gemeinde Kall durch die Änderung zufallen, kommen noch rund 4,5 Hektar durch den Tausch von früher geplanten Flächen an den ehemaligen Gewerbehallen „Oben im Auel“ und an der Keldenicher Straße hinzu. Dadurch stehen für das Gewerbegebiet 4 insgesamt zehn Hektar zur Verfügung.
Land fördert die Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebiets
Nach der Reduzierung bleiben gut 25 Hektar für das gemeinsame Projekt von Kall und Schleiden übrig. 2024 hatte das Land NRW eine großzügige Förderung für die Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebiets in Aussicht gestellt. Das interkommunale Gewerbegebiet Kall-Schleiden ist einer von 60 ausgewählten Standorten, die grundsätzlich für eine Förderung infrage kommen.
Die Landesregierung unterstützt mit dem Förderprogramm „Nachhaltige Wirtschaftsflächen im Rheinischen Revier“ Kommunen bei ihrer Gewerbegebietsentwicklung. Das Projekt in Kall ist nach Angaben der Gemeindeverwaltung einer von 60 Standorten, deren Entwicklung im besonderen Interesse der Region liegt.

Auf den Wiesen wurden Flatterbänder gespannt. So soll verhindert werden, dass dort Vögel brüten.
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Der Pferdehof an der B 266 bleibt erhalten. Die Gewerbeflächen werden bis an den Hof heranreichen.
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Der Fördersatz beträgt nach Angaben der Gemeinde bis zu 90 Prozent der Gesamtausgaben. Bezuschusst werden unter anderem die Erschließung der Wirtschaftsflächen, Planungs- und Beratungsleistungen, Personalkosten, Grunderwerbskosten sowie Klima- und Umweltschutzmaßnahmen.
Im Vorfeld waren bereits eine artenschutzrechtliche Prüfung, eine Verkehrsuntersuchung und ein schalltechnisches Gutachten durchgeführt und ein Entwässerungskonzept erstellt worden. Ferner war sondiert worden, wo sich die als Bodendenkmal eingetragene römische Villa befindet, die nicht überbaut werden wird.
Flatterbänder sollen verhindern, dass Vögel mit dem Brüten beginnen
Das Plangebiet liegt direkt an der Kölner Straße (L105) gegenüber dem Gewerbegebiet 2. Es reicht vom Pferdehof an der Bundesstraße 266, der erhalten bleibt, bis zu der Fläche gegenüber der Dekra-Prüfstelle im Gewerbegebiet 2. „Zuerst wird der nördliche Teil des Areals in Richtung B 266 erschlossen. In einem zweiten Schritt dann der südliche Bereich.“
„Auf den dort vorhandenen Ackerflächen werden aktuell Vergrämungsmaßnahmen durchgeführt“, berichtet Auel. Dort wurden Flatterbänder gespannt, die verhindern sollen, dass sich Vögel in den Bereichen ansiedeln und brüten.
„Wir sprechen mit der Stadt Schleiden ab, welche Betriebe sich ansiedeln können.“ Die Kosten und Einnahmen werden auf beide Kommunen aufgeteilt. Eine Ansiedlung steht bereits fest: Für die Firma Schoeller ist eine 6,5 Hektar große Fläche vorgesehen. Das geplante Gewerbegebiet 4, das sich an der L105 in Richtung Kall anschließt, werde erst später realisiert.
Die Kaller Politik begrüßt, dass es nun endlich losgeht. „Mit dem interkommunalen Gewerbegebiet und der Planung weiterer Möglichkeiten zur Ansiedlung von Betrieben, sind wir auf dem richtigen Weg“, hatte Bert Spilles (CDU) bei der Verabschiedung des Haushalts 2026 gesagt. Und Jörg Döhler (FDP) hatte erklärt: „Wir müssen uns weiter mit der Ansiedlung von Gewerbe beschäftigen und für Interessenten Platz schaffen. Auch verbunden mit der Hoffnung, dass neue Unternehmen auch neue Einwohner anziehen und auch das Aufkommen der Einkommenssteuer steigt.“

