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Hochwasser 2021Das sind die beeindruckendsten Bilder der Flut aus dem Kreis Euskirchen

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Das Luftzeigt zeigt den Gemünder Ortsteil Nierfeld. An den Fassaden ist zu erkennen, dass der Wasserstand mal deutlich höher war.

Flut im Kreis Euskirchen: Auch die Eifel war von der Hochwasserkatastrophe stark betroffen. Das Luftbild zeigt Nierfeld.

Fünf Jahre nach der Flut sind Wunden und Baustellen geblieben. Warum Erinnerung wichtig ist – und der Wiederaufbau noch nicht beendet ist.

Es ist ein Tag, der bleibt. Es sind Erinnerungen, die bleiben. Viele Menschen im Kreis Euskirchen wissen noch genau, wie sie die Flut vom 14. auf den 15. Juli 2021 erlebt haben. Sie erinnern sich daran, was sie taten, als das Wasser kam. An die Ängste, die sie durchstehen mussten. Daran, wo sie waren.

Manches hat sich wie eine Schlammschicht auf die Seele gelegt. Eine Schicht, die auch fünf Jahre nach der Katastrophe noch nicht aufgebrochen ist. Und nicht selten steigt einem dieser modrige Geruch wieder in die Nase, wenn es regnet. Diese Mischung aus Benzin, Öl, Wasser und Dreck. Es ist eben eine Nacht, die bleibt.

Abgeschlossen ist der Wiederaufbau noch lange nicht

Seit der Flutkatastrophe ist im Kreis Euskirchen viel passiert. Abgeschlossen ist der Wiederaufbau aber noch lange nicht. Die Steinbachtalsperre ist nach wie vor eine offene Wunde. Wann sie verheilen und diese Scharte geschlossen sein wird, ist weiterhin eine Frage von Jahren.

Für alle Beteiligten und Betroffenen ist das nur schwer zufriedenstellend. Viele Menschen streiten noch immer mit Versicherungen oder können von einem abgeschlossenen Wiederaufbau ihrer Häuser nur träumen.

Auch Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte in Kall und Euskirchen müssen weiterhin viele Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Die Berufskollegs gleichen an einigen Stellen noch immer einer Großbaustelle. Gerade beim Hochwasserschutz wird das besonders deutlich. Viele Menschen wünschen sich dort spürbar mehr Tempo.

Das Bild zeigt die zerstörte Brücke über die Erft.

Die Brücke über die Erft bei Stotzheim ist eingestürzt.

Das Bild zeigt einen Strömungtaucher, der gesichert zu einem Auto geht.

Einsatzkräfte kämpfen sich zu einem Auto im Veybach am Veybachpark vor.

Der Sürstbach, sonst ein Rinnsal, ist in der Flutnacht zu einem reißenden Fluss mutiert.

Hochwasser in Schweinheim: Das Bild zeigt den Gasthof zum Steinbach Tal.

Das Bild zeigt unter anderem ein zerstörtes Feuerwehrfahrzeug aus Wahlen.

Entlang der Eisenbahnstrecke in Urft waren die Schäden groß.

Das Bild zeigt die Zerstörung in Gemünd.

Der Morgen nach der Flutkatastrophe in Gemünd.

Doch vielerorts geht es nur langsam voran – manchem viel zu langsam. Dass Planung, Genehmigung und Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens viele Jahre in Anspruch nehmen, ist für viele Betroffene nur schwer nachzuvollziehen.

Mehr als neue Brücken Es ist viel passiert. Aber es gibt eben auch noch viel zu tun. Der Kreis Euskirchen und seine Menschen sind widerstandsfähiger geworden. Perfekt auf Krisen vorbereitet ist jedoch niemand. Dennoch hat sich vieles verbessert. Es gibt Notfallmeldestellen, die nicht nur bei Hochwasserlagen angesteuert werden können.

Neue Kommunikationssysteme installiert

Es gibt Feuerwehren und Kommunikationssysteme, die auch im Krisenfall funktionieren. Doch selbst die besten Systeme, zusätzliche Hochwasserrückhaltebecken oder Notstromaggregate in Häusern werden eine Katastrophe wie im Sommer 2021 niemals vollständig verhindern können.

Verdrängt oder vergessen werden darf sie dennoch nicht. Deshalb sind im Kreishaus und im Euskirchener Stadtmuseum in den jeweiligen Sonderausstellungen Bilder aus der Flutnacht und der Zeit des Wiederaufbaus zu sehen.

Das Bild zeigt den Platz am Nepomuk in Gemünd.

Tagesanbruch am 15. Juli 2021. Das Wasser zieht sich nach Höchststand von drei Meter über Straßenniveau langsam zurück.

Das Bild zeigt einen Fluss in der Euskirchener Fußgängerzone.

Wassermassen an der Neustraße in Euskirchen.

Das Bild zeigt die Zerstörung in Kreuzweingarten.

Ein Bild der Zerstörung in Kreuzweingarten. Auch die Maria-Figur wurde abgetrieben, später aber wiedergefunden.

Das Bild zeigt ein Auto im Wasser. An der Fassade ist zu erkennen, dass der Wasserstand in der Nacht deutlich höher war.

Hochwasser in der Euskirchener Mühlenstraße.

Das Bild zeigt die Steinbachtalsperre am 16. Juli 2021.

Der Damm der Steinbachtalsperre drohte zu brechen.

Auch wir als Redaktion haben uns entschieden, noch einmal beeindruckende Bilder aus der Zeit der Jahrhundertkatastrophe im Kreis Euskirchen zu zeigen. Sie erinnern an das Leid, an die anschließende enorme Hilfsbereitschaft – und daran, dass die Folgen dieser Nacht bis heute spürbar sind.

Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis fünf Jahre nach der Flut: Wiederaufbau bedeutet mehr als neue Brücken, sanierte Straßen oder reparierte Häuser. Es geht auch um Vertrauen – in die Zukunft, in funktionierende Warnsysteme und in die Gewissheit, dass aus den Fehlern gelernt wurde. Vieles ist erreicht worden, manches bleibt unvollendet. Gerade deshalb darf die Flut nicht zu einem Kapitel werden, das man irgendwann zuschlägt.

Erinnerung ist kein Selbstzweck. Sie ist Voraussetzung dafür, Verantwortung zu übernehmen. Für die Menschen, die damals alles verloren haben. Für diejenigen, die bis heute mit den Folgen leben. Und für kommende Generationen, die hoffentlich niemals erleben müssen, was sich im Juli 2021 abgespielt hat. Es ist eine Nacht, die bleibt. Und sie sollte allen eine Mahnung bleiben.