In Euskirchen rückt die Feuerwehr zu einem großflächigen Feuer auf einem Feld aus. Derweil steigt die Waldbrandgefahr auf die zweithöchste Stufe.
HitzewelleWaldbrandgefahr im Kreis Euskirchen steigt – In Euskirchen brennt ein Feld

Die Feuerwehr kämpfte an der Kirschenallee nicht nur mit dem dichten Rauch, sondern auch mit dem Wind.
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Für die Feuerwehren im Kreis Euskirchen steigen die Anforderungen: Mit der anhaltenden Hitze und der zunehmenden Trockenheit wächst die Gefahr von Wald- und Flächenbränden deutlich. Der Deutsche Wetterdienst stuft den Waldbrandindex seit Donnerstag auf die zweithöchste Warnstufe 4 von 5 ein. Auch der Graslandfeuerindex erreicht die Stufe 4 und signalisiert damit eine hohe Brandgefahr auf Wiesen, Feldern und anderen ausgetrockneten Flächen.
Noch bevor die Warnstufe angehoben worden war, brannte in Euskirchen die erste größere Fläche. An der Kirschenallee, zwischen der Euskirchener Südstadt und der Euskirchener Heide, war am Mittwochnachmittag aus noch ungeklärter Ursache ein abgeerntetes Feld in Brand geraten. Nach Angaben der Euskirchener Feuerwehr standen rund 10.000 Quadratmeter in Flammen, die Löscharbeiten zogen sich bei 35 Grad im Schatten über zweieinhalb Stunden.
Kleine Funken können großen Schaden anrichten
Kreisbrandmeister Peter Jonas warnt nicht nur wegen des Brandes in Euskirchen vor Leichtsinn und Unachtsamkeit. Bereits kleine Funken könnten unter den derzeitigen Bedingungen ausreichen, um größere Brände auszulösen. Besonders in den Abendstunden, wenn viele Menschen im Garten, in Parks oder im Grünen zusammenkommen, sei erhöhte Vorsicht geboten.
„Bei den derzeit hohen Temperaturen und der anhaltenden Trockenheit reicht oft schon eine kleine Unachtsamkeit, um einen Brand auszulösen“, betont Jonas. Dies gelte nicht nur für offenes Feuer, sondern auch für Feuerwerkskörper. Aufgrund der trockenen Vegetation sei das Risiko derzeit besonders hoch. Schon einzelne Funken könnten schwere Wald- oder Flächenbrände verursachen.
Vegetationsbrände entstehen häufig durch menschliches Fehlverhalten
Nach Angaben des Kreisbrandmeisters entstehen Vegetationsbrände deutlich häufiger durch menschliches Fehlverhalten als durch natürliche Ursachen wie Blitzeinschläge. Eine achtlos weggeworfene Zigarette, ein Grill, ein Lagerfeuer oder sogar heiße Fahrzeugteile könnten ausreichen, um trockenes Gras oder Unterholz in Brand zu setzen.
Besonders Katalysatoren und andere heiße Fahrzeugkomponenten stellten eine Gefahr dar, wenn Autos auf ausgetrockneten Wiesen oder Feldrändern abgestellt würden.
Der Kreis Euskirchen appelliert deshalb an die Bevölkerung, auf offenes Feuer in Wäldern, auf Wiesen und Feldern vollständig zu verzichten. Auch Grillen im Wald oder am Waldrand sei nur dort erlaubt, wo dies ausdrücklich ausgewiesen ist. Zudem gilt in Nordrhein-Westfalen vom 1. März bis zum 31. Oktober ein gesetzliches Rauchverbot in Wäldern.

Die Euskirchener Feuerwehr bekämpfte die Flammen auf dem Feld an mehreren Stellen gleichzeitig.
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Durch die hohen Temperaturen steigt auch in der Eifel die Waldbrandgefahr. Hier ein Hinweisschild an einer Wanderkarte in der Nähe der Katzensteine.
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Darüber hinaus sollten Wald- und Feldwege nicht zugeparkt werden, damit Feuerwehr und Rettungskräfte im Notfall schnell zu Einsatzorten gelangen können. Ebenfalls wird davon abgeraten, Unkraut mit Gasbrennern zu entfernen. Die Gefahr, dabei unbeabsichtigt einen Brand auszulösen, sei derzeit zu groß.
Wer Rauch oder Feuer bemerkt, sollte umgehend den Notruf 112 wählen und möglichst genaue Angaben zum Standort machen. Hilfreich seien dabei die in vielen Waldgebieten vorhandenen Rettungspunkte, deren Kennzeichnungen der Leitstelle mitgeteilt werden können.
So können die Einsatzkräfte den Brandort schneller erreichen. Kommt es zu einem Wald- oder Flächenbrand und Menschen geraten selbst in Gefahr, rät Kreisbrandmeister Jonas zu besonnenem, aber schnellem Handeln.
Betroffene sollten sich sofort vom Brandherd entfernen und möglichst quer zur Windrichtung flüchten. Da sich Feuer in Windrichtung besonders schnell ausbreitet, sei eine Flucht mit dem Wind gefährlich. Auch Hanglagen bergen Risiken, da sich Flammen bergauf deutlich schneller ausbreiten können.
Sichere Bereiche seien möglichst freie Flächen, Wege, Schneisen oder Bachläufe. Dichte Vegetation sollte dagegen gemieden werden. Zudem weist die Feuerwehr darauf hin, dass Rauchgase lebensgefährlich sein können. Wenn ein Aufenthalt in verrauchten Bereichen nicht zu vermeiden ist, sollte man sich möglichst bodennah bewegen, da dort die Rauchbelastung in der Regel geringer ist. Von eigenen Löschversuchen rät die Feuerwehr ausdrücklich ab.
Wer einen gefährdeten Bereich verlassen kann, sollte dies sofort tun und auf das Eintreffen der Einsatzkräfte warten. „Im Zweifel gilt immer: Bringen Sie sich in Sicherheit, wählen Sie den Notruf 112 und warten Sie das Eintreffen der Einsatzkräfte an einem sicheren Ort ab“, mahnt Jonas. Angesichts der Wetterprognosen dürfte diese Warnung in den kommenden Tagen besondere Bedeutung haben.

