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WaldbrändeLöschflugzeuge bleiben am Boden, Polizei ermittelt in Euskirchen und Eifel

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Zwei Feuerwehrleute löschen mit Wasser aus einem Hohlstrahlrohr den Brand im Wald bei Flamersheim.

Überörtliche Hilfe beim Waldbrand in Flamersheim leisteten am Freitag Einsatzkräfte aus der Stadt Rheinbach. Die Euskirchener Polizei ermittelt weiter zur Brandursache.

Nach dem Regen wurden die Gefahrenstufen im Kreis Euskirchen gesenkt. Beim Großbrand im Venn hat der Niederschlag nur bedingt geholfen.

Die gute Nachricht direkt zu Beginn: Durch die jüngsten Regenfälle ist im Kreis Euskirchen aktuell die Gefahr für neue Wald- und Vegetationsbrände gesunken. Der Waldbrandgefahrenindex und der Graslandfeuerindex wurden für die Wetterstationen in Lommersum und Sistig   am Dienstag auf die Stufe 1 („sehr geringe Gefahr“) zurückgestuft.

„Während die Prognose in Sachen Waldbrandgefahr an beiden Stationen bis einschließlich Freitag weiterhin als sehr gering eingestuft wird, steigt die Prognose beim Graslandfeuerindex ab Donnerstag wieder an“, informiert Kreis-Pressesprecher Wolfgang Andres, der die Mitteilungen des Deutschen Wetterdienstes täglich im Blick hat. In Sistig wird dann voraussichtlich wieder Stufe 2 („geringe Gefahr“), in Lommersum Stufe 3 („mittlere Gefahr“) ausgerufen.

Beim Brand im Hohen Venn hat der Regen den Einsatzkräften nur bedingt geholfen: „Durch das feuchte Wetter hat sich die Lage im Brandgebiet zwar etwas entspannt. Luftfahrzeuge konnten allerdings bisher am Dienstag nicht eingesetzt werden“, hieß es am Nachmittag aus der Einsatzzentrale in Belgien. Dafür seien die Wetterbedingungen aktuell zu schlecht.

Oleftalsperre in Hellenthal ist bereit für Löschflugzeuge aus Schweden

An der Hellenthaler Oleftalsperre ist man aber weiterhin bereit für die beiden schwedischen Löschflugzeuge, denen vonseiten der Euskirchener Kreisverwaltung bereits am Sonntag die Möglichkeit eingeräumt worden war, dort ihre Wassertanks aufzufüllen. Talsperrenwärter Sebastian Offermann und sein Team hatten zum Beispiel schon am Montag ein Rettungsboot am Wasser postiert, um im Falle eines Falles direkt einsatzbereit zu sein.

„Nach Angaben der Leitstelle in Lüttich werden die Löschflugzeuge die Oleftalsperre auch am Mittwoch nicht nutzen. Ob sie dies an den folgenden Tagen tun, hängt von der weiteren Entwicklung des Brandes ab“, berichtete Andres am Dienstag.

Weiterhin hoch und auch am Dienstag wieder deutlich wahrnehmbar ist die Geruchsbelästigung durch den Großbrand im Venn.

Kräfte aus dem Kreis Euskirchen helfen weiterhin im Hürtgenwald

Der Schleidener Bürgermeister Ingo Pfennings war in den vergangenen Tagen mehrfach darauf angesprochen worden, warum die beiden Tankwagen der Schleidener Feuerwehr nicht bei den Bränden im Hürtgenwald und im Hohen Venn zum Einsatz kamen. Doch beteiligte Einheiten und Abläufe derartiger überörtlicher Einsätze sind in Konzepten festgelegt. Die   Tankwagen seien in der Region geblieben. Sie seien etwa am Samstagmorgen zu einem Brand in Blumenthal ausgerückt. „Wir sind bereit, wenn unsere Hilfe irgendwo benötigt wird“, betonte Pfennings. Im Stab für außergewöhnliche Ereignisse sei man aktuell, was die Brände in der Nachbarschaft betreffe, auf verschiedene Szenarien vorbereitet.

Feuerwehrkräfte aus dem Kreis Euskirchen sind auch weiterhin im Hürtgenwald im Einsatz: Die Feuerwehren Euskirchen und Mechernich stellen kurzfristig für den Einsatz im Hürtgenwald jeweils ein Quad als ergänzendes Einsatzmittel für schwer zugängliche Bereiche zur Verfügung, teilte die Kreisverwaltung mit. Während die Helfer des THW-Ortsverbands Schleiden und die Katastrophenhelfer des DRK-Kreisverbands ihren Einsatz inzwischen beendet haben, sind die THW-Kollegen aus Euskirchen weiterhin mit zwei Fachgruppen vor Ort.

Polizei ermittelt nach Brand in Flamersheimer Wald

Unterdessen haben verschiedene Polizeibehörden mit den Ermittlungen zu den Brandursachen im Hohen Venn sowie im Hürtgenwald begonnen. Auch die Kollegen im Kreis Euskirchen ermitteln aktuell in mehreren Fällen, zum Beispiel in Bezug auf den Waldbrand am Freitagabend zwischen Flamersheim und Rheinbach. Dort waren etwa 1,4 Hektar Waldfläche verbrannt. Wie ein Zeuge ausgesagt hatte, hatte er einen etwa 20 bis 25 Jahre alten Mann in der Nähe des Brandortes gesehen. Als der Zeuge diesen ansprach, habe der Mann laut Polizei „auffällig überrascht“ reagiert, sich auf sein Motorrad gesetzt und sei in Richtung Rheinbach davongefahren.

Die Suchmeldung, die die Polizei daraufhin am Dienstagmittag veröffentlichte, war von Erfolg gekrönt und wurde inzwischen zurückgenommen. Der Motorradfahrer habe sich   bei der Polizei gemeldet und eine Zeugenaussage getätigt. „Der Mann wurde nicht als Verdächtiger, sondern   als Zeuge gesucht“, stellte eine Polizeisprecherin klar: Es habe sich um den Mann gehandelt, der den Brand bemerkt und   die Feuerwehr verständigt habe.

Vieles spreche dafür, dass sowohl der Brand in Flamersheim als auch das kurz zuvor ausgebrochene Feuer in Schweinheim menschengemacht seien: In beiden Fällen soll das Feuer in Böschungen am Straßenrand entstanden sein, beispielsweise durch eine weggeworfene Zigarette, heißt es von der Polizei.