Nach dem Vorbild von Euskirchen und Weilerswist planen nun Mechernich und Zülpich eine Zusammenarbeit bei der Geschwindigkeitsüberwachung.
Zusammenarbeit geplantMechernich und Zülpich wollen Raser künftig selbst zur Kasse bitten

Als erste Kommunen im Kreis haben die Stadt Euskirchen und die Gemeinde Weilerswist eine „Blitzergemeinschaft“ gegründet, um Geschwindigkeitskontrollen in Eigenregie durchzuführen.
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Die Mechernicher Stadtverwaltung beabsichtigt, im Bereich der Geschwindigkeitsüberwachung eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Zülpich zu beginnen. Das Thema steht am heutigen Dienstag erstmals auf der Tagesordnung des Stadtrats. Beginn der Sitzung ist um 17 Uhr im Ratssaal des Rathauses.
Ziel soll es sein, die Sicherheit im Straßenverkehr durch intensivere Kontrollen zu verbessern: „Grundsätzlich ist es ja so, dass wir solche Kontrollen nur an Gefahrenstellen durchführen dürfen“, betont Ordnungsamtschefin Silvia Jambor.
Im Fokus stehen demnach insbesondere vulnerable Bereiche wie „Kindergärten, Schulen oder Seniorenheime“, wie es in der Vorlage für die Ratsmitglieder heißt. Bislang werden mobile Geschwindigkeitskontrollen im Mechernicher Stadtgebiet nur von der Polizei und der Kreisverwaltung durchgeführt – Gleiches gilt auch für das Gebiet der Stadt Zülpich. Nach dem Vorbild der Stadt Euskirchen und der Gemeinde Weilerswist, die im vergangenen Jahr eine „Blitzergemeinschaft“ gegründet haben und seit November 2025 Tempomessungen in Eigenregie und auf eigene Rechnung durchführen, wollen nun auch Mechernich und Zülpich aktiv werden.
In Zülpich hat die Politik dem Projekt schon zugestimmt
In der Römerstadt hat der Stadtrat in seiner Sitzung im Juli einstimmig grünes Licht für die weitere Planung der Zusammenarbeit gegeben. „Erste Gespräche mit der Stadt Zülpich fanden bereits 2024 auf Fachbereichsleiterebene statt“, teilt die Stadt Mechernich mit. Schnell habe man dabei mögliche Synergien erkannt: „Erste betriebswirtschaftliche Vorüberlegungen sprechen für eine Zusammenarbeit unserer beiden Kommunen im Vergleich zu zwei Einzellösungen“, so der aktuelle Stand. Geplant sei, dass eine Kommune die Sachbearbeitung und die Abwicklung der Bescheide übernimmt, jede Kommune eigenständig jedoch einen separaten Blitzeranhänger im eigenen Stadtgebiet einsetzt.
Im Stellenplan der Stadt Mechernich müssten zwei zusätzliche Mitarbeitende eingeplant werden. „Der Personaleinsatz wird sich jedoch – so viel können wir aufgrund der vorgenommenen Kalkulationen bereits jetzt sagen – durch die Einnahmen amortisieren“, so die Stadtverwaltung weiter.
Keine „Abzocke“ geplant, nur eine Verbesserung der Verkehrssicherheit
Auch die laufenden Kosten für die Blitzer-Hardware sollen den städtischen Haushalt nicht belasten: Die Kosten für die monatliche Miete eines Blitzeranhängers belaufen sich laut Stadt bei einem zweijährigen Leasing-Vertrag auf rund 8000 Euro. „Bei den Einnahmen kalkulieren wir mit 60 Verstößen pro Tag“, so die Stadtverwaltung weiter. Das zeigten Erfahrungswerte aus anderen Kommunen. Dort werde jeder Verstoß mit durchschnittlich 35 Euro geahndet. „Beim Einsatz des Anhängers an vier Tagen im Monat wären die Kosten für den Anhänger demnach bereits gedeckt“, hat die Verwaltung ausgerechnet.
Allerdings seien die finanziellen Vorteile nicht die „entscheidungsrelevante Zielsetzung“ für die Übernahme der Geschwindigkeitsüberwachung: „Die Verwaltung verspricht sich von der Übernahme der Geschwindigkeitsüberwachung insbesondere die Verbesserung der Verkehrssicherheit im Stadtgebiet und eine Reduzierung von Geschwindigkeitsverstößen“, heißt es dazu in der Ratsvorlage.
Außerdem könne auf diese Weise die laufende Überwachung von Gefahrenstellen im Stadtgebiet übernommen und besser koordiniert werden. Eine vorherige Bekanntgabe der Kontrollstellen sei nach jetzigem Stand der Planung nicht beabsichtigt, teilte Fachbereichsleiterin Silvia Jambor auf Anfrage mit. „Wer sich an die bestehenden Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, hat ja eh nichts zu befürchten“, so Jambor.
