Die Mechernicher Grundschule startet mit einer Baustelle vor der Tür und einem neuen Leiter ins Schuljahr. Der hatte sogar eine Schultüte.
Erster SchultagMehr als 2000 i-Dötzchen gibt es im Kreis Euskirchen

Für einen sicheren Schulweg wirbt die Polizei. Autofahrer sollten in den kommenden Wochen besonders Rücksicht nehmen.
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In diesem Jahr wird kein i-Dötzchen an der Katholischen Grundschule Mechernich vom Elterntaxi bis vor die Tür chauffiert. Aus einem ganz einfachen Grund: Dort, wo früher der Parkplatz war, türmen sich Schuttberge. Und die schmale Fahrbahn, die zwischen Bauzäunen Richtung Eingang verläuft, ist gleichzeitig Baustraße und Rettungsweg. Anhalten und Aussteigenlassen geht da nicht.
Der Start ins Schulleben ist für jedes Kind etwas Besonderes. In diesem Fall ist der erste Schultag nach den Ferien auch für das Kollegium außergewöhnlich. Vor allem ist er es für Martin Schmitz: Der 34-Jährige tritt seinen Dienst als Schulleiter an. Seine Schultüte haben ihm die Kolleginnen und Kollegen schon vor ein paar Wochen geschenkt. Dekoriert ist sie mit Fußballmotiven, denn der Ettelscheider ist aktiver Spieler und, wie er sagt, „ein absoluter Vereinsmensch“.
85 Kinder sind in Mechernich zur Einschulung angemeldet
85 Kinder sind in Mechernich zur Einschulung angemeldet. „Die Schule soll auf lange Sicht vierzügig bleiben“, sagt Schmitz, der die Nachfolge von Uli Lindner-Moog antritt. Gerade noch rechtzeitig sei die Ernennungsurkunde gekommen, erzählt Schmitz, der seit acht Jahren an der Katholischen Grundschule unterrichtet.

Einer hat seine Schultüte schon: Martin Schmitz ist der neue Leiter der Katholischen Grundschule Mechernich.
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Schulweg mit Hindernissen: Wo bis vor kurzem der Parkplatz vor der Grundschule war, türmt sich Schutt. Und auch am Gebäude wird gebaut.
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Den neuen Job übernimmt er in herausfordernden Zeiten. Vor der Tür der Schule wird die Feytalstraße grundsaniert, und das voraussichtlich noch mindestens zwei Jahre lang. Die Busse halten jetzt an der Turnhalle, viele Kinder kommen mit dem Fußbus – sprich: sie gehen gemeinsam auf festgelegten Wegen zur Schule.
In der Mechernicher Grundschule entsteht eine neue schulische Mitte
Die Baustelle draußen ist das eine, die drinnen das andere. Die Schule wird umgebaut. Zum einen, um die Vorgabe zu erfüllen, dass jedes Kind einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung hat. Zum anderen, um neue pädagogische Wege zu gehen, auch in Richtung tatsächlicher Ganztagsschule. „Es entsteht eine neue schulische Mitte “, erklärt der Schulleiter. Im Mehrzweckraum werden die Kinder essen – bisher wird dafür ein Container genutzt. In dem Raum wird eine Kletterwand montiert, Raumtrenner ermöglichen später eine flexible Nutzung. Schmitz: „Wir wollen die Schule hin zu offenen Unterrichtsformen entwickeln.“
In jedem der vier Trakte sollen Cluster entstehen, in denen klassen- und jahrgangsübergreifend unterrichtet werden kann. Es sei seine Aufgabe, die Schule weiterzuentwickeln, sagt der neue Leiter, „Ich bin froh, dass ich auf gewachsene Strukturen zurückgreifen kann.“ Das gebe ihm die Möglichkeit, über Neuerungen nachzudenken und kleine Akzente zu setzen.
Die Mechernicher i-Dötzchen werden erst am Freitag eingeschult. Schuld ist der Priestermangel. Damit an der Katholischen Grundschule das Schulleben mit einem Gottesdienst beginnen kann, hat man Kommern den Vortritt gelassen. An den meisten anderen Schulen im Kreis fangen die Erstklässler am Donnerstag an, einen Tag nach dem regulären Schulbeginn. 2043 Jungen und Mädchen sind es, die in 91 Klassen an 23 Schulen von der Eifel bis in die Zülpicher Börde aufgenommen werden. Im vergangenen Jahr waren es 2034 Erstklässler, wie das Schulamt mitteilt. Ein echter Trend sei nicht zu erkennen: In den Jahren davor seien es immer um die 2000 gewesen.
Die Tipps der Polizei für einen sicheren Schulweg
Die Polizei im Kreis Euskirchen hat eine Reihe von Tipps zusammengestellt, wie Kinder – und vor allem die i-Dötzchen – sicher zur Schule und wieder nach Haus kommen. Das Elterntaxi, also die Variante, bei der das Kind mit dem Auto bis möglichst dicht an die Schule gebracht wird, ist zwar nach wie vor gängig, wird aber zunehmend kritisch gesehen. Oft kommt es morgens vor den Schulen zu Chaos durch die ankommenden, anhaltenden und abfahrenden Autos. Wenn ein Kind im Auto zur Schule gebracht wird, sollten Eltern darauf achten, dass es an der dem Verkehr abgewandten Seite aussteigt und danach möglichst keine Straße überqueren muss. Im Auto müsse das Kind ordnungsgemäß gesichert sein.
Auch der ADAC sieht die Elterntaxis kritisch. Kinder sollten den Schulweg besser zu Fuß, mit dem Tretroller oder dem Fahrrad zurücklegen. Das fördere die Selbstständigkeit, die Fitness und das Sozialverhalten. Zudem entwickelten Kinder dabei ein Bewusstsein für Gefahren und ein räumliches Bild ihrer Umgebung.
Eltern sollten mit ihrem Kind einen möglichst sicheren Weg zur Grundschule festlegen und dabei, wenn möglich, Zebrastreifen, Ampeln und andere Querungshilfen nutzen, so die Polizei. Der kürzeste Weg sei nicht immer der beste. Anfangs könnten Mutter oder Vater mitgehen, bis das Kind nach und nach immer weitere Strecken allein schafft.
Auch für Kinder, die mit dem Bus zur Schule fahren, sei eine gute Vorbereitung wichtig. Nicht nur der Weg zu Haltestelle will geübt sein. Die i-Dötzchen müssen auch wissen, welchen Bus sie nehmen müssen und was sie tun, wenn sie den Bus verpassen.
Schon in ein paar Wochen ist es morgens noch dunkel. Dann ist reflektierende Kleidung ein ganz großer Sicherheitsfaktor auf dem Schulweg. Mindestens genau so wichtig ist aber die Rücksicht der anderen Verkehrsteilnehmer: Die Polizeibehörde Euskirchen appelliert daher, zu Beginn des Schuljahres besonders vorsichtig zu fahren

