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Umbau des MühlenseesIn Kommern entsteht ein Hochwasserrückhaltebecken mit Freizeitwert

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Ein Mann, der eine orangefarbene Signaljacke trägt, deutet auf eine Schautafel mit der Aufschrift „Kommerner Mühlensee - Umbau in ein Hochwasserrückhaltebecken“.

Dr. Daniel Bittner, beim Erftverband für die Flussgebietsbewirtschaftung zuständig, erläuterte vor Ort die Umbaumaßnahmen.

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe hat der Umbau des Mühlensees begonnen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro.

Die Zeiten, in denen sich das Wasser des Bleibachs als meist sehr unansehnliche, braune Brühe im Kommerner Mühlensee sammelte, sind endgültig Geschichte: Vertreter des Erftverbands, der Stadt Mechernich und der Euskirchener Kreisverwaltung haben sich am Dienstag zum offiziellen Spatenstich für den Umbau des Mühlensees zu einem Hochwasserrückhaltebecken getroffen. Wie bereits berichtet, soll innerhalb eines Jahres auf der rund drei Hektar großen Fläche an der B266 ein Rückhaltevolumen von 83.000 Kubikmetern geschaffen werden.

Mit den Planungen für das Bauvorhaben wurde unmittelbar nach der Flutkatastrophe von 2021 begonnen. „Die Leute haben immer wieder gefragt, wann es denn endlich losgeht“, wusste Prof. Heinrich Schäfer zu berichten. Für den Vorstand des Erftverbands, der mit seinem Stellvertreter Dr.-Ing. Dietmar Jansen zum Ortstermin nach Kommern gekommen war, ist aber auch klar: „Es ist schon sehr viel passiert in diesen fünf Jahren.“

Fünf Jahre Planung, ein Jahr Bauzeit für das Kommerner Rückhaltebecken

Neben den Baumaßnahmen am Vlattener Bach bei Zülpich ist Kommern nun das zweite Hochwasserschutzprojekt des Erftverbands, das in die Umsetzungsphase kommt. „Und auch wenn sich fünf Jahre Planungszeit immer noch sehr lang anhören: Wir sind bereits schneller geworden als in der Vergangenheit“, betonte Schäfer. Dies habe aber nur erreicht werden können, weil alle beteiligten Behörden und Partner eng zusammengearbeitet hätten: „Der Austausch ist viel intensiver geworden seit der Flutkatastrophe.“

Sieben Männer beim symbolischen Spatenstich für den Umbau des Kommerner Mühlensees, dessen Gelände im Hintergrund zu sehen ist.

Zum symbolischen Spatenstich für den Umbau des Mühlensees trafen sich in Kommern Vertreter von Stadt, Kreis und Erftverband.

Ein Bagger steht auf dem Grund des wasserlosen Mühlensees, auf dem sich ein dichter Pflanzenbewuchs ausgebreitet hat.

Um das Rückhaltevolumen weiter zu vergrößern, wird das schwermetallbelastete Sediment des alten Mühlensees abgetragen.

Landrat Markus Ramers (SPD) betonte, dass es auch wichtig sei, die Bevölkerung bei den anstehenden Umbauarbeiten mitzunehmen – schließlich seien anfangs nicht alle in Kommern davon begeistert gewesen, dass der Mühlensee bis auf eine kleine „Restwasserfläche“ verschwinde. „Aber das Projekt ist einfach zu wichtig, um darauf zu verzichten“, so der Landrat weiter: „In Kommern selbst kann man durch die enge Bebauung kaum noch eine Verbesserung in Sachen Hochwasserschutz erzielen.“

Der Mechernicher Bürgermeister Michael Fingel (CDU) stellte heraus, dass man beim Umbau des Seegeländes Synergien schaffe: „Wir bekommen einerseits das dringend benötigte Rückhaltevolumen, um die Menschen in Kommern und den weiteren Orten am Bleibach besser vor Hochwasser zu schützen. Andererseits entsteht aber auch ein ansehnliches Gelände mit einem hohen Freizeitwert.“

Funktion als Laichgewässer für Amphibien soll erhalten bleiben

Dass bei den Planungen auch auf die Ökologie geschaut wurde, ist für Dr. Daniel Bittner ein zusätzlich bedeutender Punkt. „Der See dient vielen Amphibienarten als Laichgewässer, und diese Funktion soll auch künftig erhalten bleiben“, so der Planer, der beim Erftverband für den Bereich Flussgebietsbewirtschaftung zuständig ist. Gleichzeitig stelle das neue Durchlass- und Drosselbauwerk, das im ersten Bauabschnitt des Projekts auf dem Damm des bisherigen Mühlensees errichtet wird, auch die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers sicher.

Es wird künftig nur so viel Wasser in Richtung Kommern weitergeleitet, wie dort abfließen kann, ohne Schäden zu verursachen.
Dr. Daniel Bittner, Erftverband

Mit dem neuen Bauwerk wird bei Hochwasser ein Teil des Abflusses im Becken zurückgehalten. „Es wird künftig nur so viel Wasser in Richtung Kommern weitergeleitet, wie dort abfließen kann, ohne Schäden zu verursachen“, erläuterte Bittner. Auf einen Dauerstau im Becken wird künftig verzichtet, um möglichst viel Wasser bei Hochwasser zurückhalten zu können und den Hochwasserschutz zu verbessern.

Das neue Bauwerk schützt sich auch bei Stromausfall selbst

Der Einstau beginne, sobald der Zufluss – beispielsweise in Folge eines Starkregenereignisses – auf mehr als 300 Liter pro Sekunde ansteige. Wird das Rückhaltevolumen überschritten, muss das zusätzlich ankommende Wasser ungedrosselt weitergeleitet werden, um den Absperrdamm zu schützen.

Dies erfolge über eine Hochwasserentlastungsanlage: „Auf der Krone des Durchlassbauwerks senken sich Klappen selbsttätig ab, über die der zusätzliche Abfluss durch das Durchlassbauwerk reguliert wird. Die Klappen bewegen sich hierbei rein mechanisch und ohne Fremdenergie“, erklärt der Erftverband die Funktionsweise der neuen Anlage. Auf diese Weise sei die Bauwerkssicherheit auch dann gewährleistet, wenn es bei Hochwasser zu einem Stromausfall komme.

Laut Erftverband sind für die Gesamtmaßnahme Kosten in Höhe von rund fünf Millionen Euro veranschlagt. Im zweiten Bauabschnitt wird dann das Gelände gestaltet, das zuvor auf dem Grund des Mühlensees lag. Der war ursprünglich bereits in den 1950er-Jahren als Sedimentfang errichtet worden, um die mit Schwermetall belasteten Sande des Bleibachs aufzufangen. Rund 7000 Kubikmeter bleihaltiges Material müssen ausgebaggert und deponiert werden.