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Für guten ZweckFotograf zeigt unerwartete Bilder in der „Blauen Stunde“ in Bergheim

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Das Foto zeigt zwei Männer vor einer Projektion eines Beamers.

Mittels Beamer zeigen Andreas Bastian (r.) und Peter Bösenberg im Eschenhof-Studio die ersten Ergebnisse des Projekts „Nighthawk 8.0“, die später auf Aluminium aufgezogen werden sollen.

Nighthawk (Nachtadler) bezieht sich auf die Tageszeit der mit scharfem Blick fotografierten Aufnahmen.

Die renaturierte Erft bei Gymnich, das Kraftwerk Neurath, der Marktplatz in Lechenich, die Erftquelle in Holzmülheim im Kreis Euskirchen, die Erftmündung bei Neuss – in der „blauen Stunde“ nach Sonnenuntergang, wenn noch Restlicht den Himmel zeichnet, lassen sich unerwartete Ansichten fotografieren. In seinem Projekt „Nighthawk 8.0“ macht und sammelt Andreas Bastian solche Fotos, um sie bei Ausstellungen zu verkaufen zugunsten von Tierschutzprojekten im Erftland.

Bastian (58), gelernter Schildermaler, Werbefotograf und examinierter Werbefachwirt, kam vor zehn Jahren aus Köln nach Rheidt-Hüchelhoven, wo er und seine Frau einen Hof an der St.-Michael-Straße geerbt hatten. Nach einer rund 150 Jahre alten Esche im Garten heißt der im Rahmen des Denkmalschutzes restaurierte Hof seitdem „Eschenhof“. Hier, wo nicht selten professionelle Filmaufnahmen, Tagungen und Workshops stattfinden, befindet sich die Denk- und Organisationszentrale des Projekts.

Bergheim: Den Blickwinkel der Menschen weiten

Nighthawk (Nachtadler) bezieht sich auf die Tageszeit der mit scharfem Blick fotografierten Aufnahmen. „8.0“ ist aus der Belichtungszeit von acht Sekunden der mit Stativ erstellten Fotos abgeleitet. Über eine Community hat Bastian im vor acht Monaten begonnenen Projekt sieben Fotografinnen und Fotografen sowie einen Maler gewinnen können. „Ich mag die Gegend, und ich wollte wissen, ob man das sehen kann“, ist der initiale Gedanke.

„Vertraute Orte werden in den Übergängen der blauen Stunde oder in außergewöhnlichen Situationen neu lesbar“, beschreibt er den Ansatz, zu dem die Akteure jeweils eigene Blickwinkel beisteuern. Im Vordergrund sollen Menschen, Orte und Veränderungen stehen „und jene manchmal sehr kurzen Momente, in denen eine bekannte Gegend plötzlich fremd erscheint“. Auch ein Theatershooting in der urigen Grevenbroich-Barrensteiner „Whiskybar“ gehört zum Programm aus „vorgefundener Wirklichkeit und gebautem Bild“. Aus Gesprächen habe er erfahren, dass „viele die Erft nur in ihrer näheren Umgebung kennen“. Deren Blickwinkel wolle er aufweiten.

Peter Bösenberg (55) ist einer der Fotografen. Er fotografiert seit seinem 15. Lebensjahr und hat an der Kunsthochschule studiert und ist auch Drehbuchautor und Regisseur bei öffentlich-rechtlichen Sendern. „Mich interessiert, mich frei mit einer Gegend auseinanderzusetzen, Menschen zu begegnen und zu erfahren, wie sie auf ihren eigenen Lebensraum blicken, Momente und vergängliche Architektur festzuhalten, mit konkreter Aufgabe und dennoch frei“, begründet er seine Motivation mitzumachen. „Die Kamera soll Bühne sein für Menschen und Objekte, wenn im späten Licht Formen langsam schwinden.“

Die Fotos werden in hochwertigen Prints auf Alu aufgezogen und sollen bei zehn Ausstellungen im nächsten Jahr gezeigt werden. Das Bergheimer Medio und die Volksbank in Horrem hätten schon zugesagt, ebenso wie die Eventhalle im ehemaligen Bergheim-Rheidter Kabelwerk für die Abschlussveranstaltung im Oktober nächsten Jahres. Weitere Orte seien in konkreter Abstimmung. Für 500 Euro können Privatleute, Firmen und Betriebe eines der geplanten 50 Fotos im Format von bis zu 2,40 x 1,0 Metern erwerben, „etwa für Warteräumer oder fürs Wohnzimmer“. Sieben seien bereits verkauft. Der Erlös – angestrebt sind 10.000 Euro – geht an regionale Tierschutzorganisationen. Erlöse aus Zweit- und weiteren Nachdrucken gehen an die Urheber.