Drinnen erwarten den Kunden liebevoll arrangierte und dekorierte landwirtschaftliche Erzeugnisse in alten aufgearbeiteten offenen Schränken.
Ohne PersonalDer Kerpener Kolpinghof verkauft regionale Produkte im Smartstore

Auf einer Pinnwand können Kunden Nachrichten hinterlassen, zum Beispiel, was ihnen im Sortiment noch fehlt, berichtet Monique Kolping.
Copyright: Michael Henke
Ein neuer Flachbau schmiegt sich an die landwirtschaftlichen Gebäude des Kolpinghofs am Ortsrand von Kerpen in Richtung Gymnich. Darin ein Hofladen, der von fünf Uhr morgens bis ein Uhr nachts geöffnet hat. Das ist möglich, weil hier kein Kunde persönlich bedient wird. Dieser verschafft sich selbst am Eingang mit seiner Bankkarte oder der Anmeldung über einen QR-Code Zugang.
Drinnen erwarten ihn liebevoll arrangierte und dekorierte landwirtschaftliche Erzeugnisse in alten aufgearbeiteten offenen Schränken, auf Tischen, Holzfässern und einer ausrangierten Hobelbank, aber auch moderne Kühlschränke und Gefriertruhen für Milch- und Fleischprodukte.

Die ergänzenden Produkte kommen überwiegend von regionalen Erzeugern.
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Der Kern des Sortiments besteht aus Rindfleisch und Freilandeiern aus eigener Produktion und Produkten, in denen diese weiterverarbeitet wurden, zum Beispiel verschiedene Würste, Bolognese-Ragout, Nudeln, Eierlikör oder Eierplätzchen. Ergänzt wird das Sortiment mit allem, was zu diesen eigenen Produkten passt und es nicht überall gibt, wie Monique Kolping erläutert, die den Hof 2007 zusammen mit ihrem Mann Michael in siebter Generation übernommen hat.
Die Produkte stammen vor allem von regionalen Anbietern, zum Beispiel Milch, Käse und Joghurt vom Milchhof Schäfer in Gymnich, Kartoffeln von Klingenmaier aus Kerpen-Bergerhausen, Mehl, auch in verschiedenen Mischungen, von der Horbacher Mühle, Honig aus Dirmerzheim und Olivenöl von Familie Panter aus Gymnich, die auf Sizilien eine eigene Plantage bewirtschaftet. Freitags liefert Herter aus Grevenbroich frisches Brot. Dazu kommen Dekoartikel für einen schön gedeckten Tisch.

Geschlachtet und gewurstet wird in der Eschweiler Metzgerei Nießen.
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Hat der Kunde ausgewählt, geht er mit seinem Einkauf zur Kasse. Sie funktioniert im Prinzip genauso, wie die Selbstbedienungskassen in Supermärkten: Man legt die Waren in eine Scannerbox, die sie erkennt und verbucht. Gezahlt wird im Anschluss wie gewohnt am Kartenterminal.
Kolpings halten 100 Rinder und 1600 Hühner, die auf angrenzenden Wiesen mit mobilen Ställen leben. Direktvermarktung spielt für solche kleinen, landwirtschaftlichen Betriebe eine immer wichtigere Rolle. Kolpings sind Mitglied im Arbeitskreis Direktvermarktung der Landwirtschaftskammer. Sie schauten sich verschiedene smarte Hofläden an, nachdem sie die Bewilligung für ihr Geschäft von der Stadt bekommen hatten, und entschieden sich für das nun installierte SimpliStore-System.
Seit 22. Mai hat der smarte Hofladen der Kolpings geöffnet. Rund 2000 Kunden haben sich seitdem über den QR-Code registriert. Da man aber auch einfach mit der Bankkarte Zugang erhält, schätzt Monique Kolping die Zahl derjenigen, die zumindest mal vorbeigeschaut haben, auf 10.000. Der bisherige Umsatz entspreche den Erwartungen und das Selbstbedienungskonzept funktioniere in dem kameraüberwachten Ladenlokal gut. Sie fühlt sich in ihrer Entscheidung für den smarten Hofladen bestätigt: Denn jetzt können die eigenen Produkte überwiegend selbst vermarktet werden. Daneben gebe es noch einige Cafés, die die Erzeugnisse des Kolpinghofs beziehen.
