Die 42-jährige Fotografin aus Marmagen hat sich mit dem „Light Loft“ einen Traum verwirklicht.
SelbstständigkeitSarah Pfeiffer-Schröder eröffnet Fotostudio in der Firmenicher Zikkurat

Hat sich einen Traum verwirklicht: Sarah Pfeiffer-Schröder hat in der Zikkurat ein Fotostudio eröffnet.
Copyright: Tom Steinicke
Während vielerorts Fotostudios schließen, geht Sarah Pfeiffer-Schröder den umgekehrten Weg: In der Zikkurat hat die 42-jährige Fotografin ein Studio eröffnet: das Light Loft. Eine Entscheidung, die selbst in ihrem Umfeld zunächst für erstaunte Reaktionen sorgte. „Meine Mutter hat mir auch schon einen Vogel gezeigt“, sagt die Marmagenerin. Doch die Idee kam nicht aus dem Nichts. Eigentlich wollte Pfeiffer-Schröder das Studio mit einer Kollegin betreiben, die schon lange auf der Suche nach geeigneten Räumen war. Am Ende entschied sie sich spontan, das Projekt allein umzusetzen.
„Ich bin ein Mensch, der entweder Ja oder Nein sagt – dazwischen gibt es nichts“, sagt Pfeiffer-Schröder, die auf Instagram unter „Glorious Viktoria“ aktiv ist. Ganz ohne Bauchschmerzen sei die Entscheidung aber nicht gewesen. Schließlich sei es eine Investition. Der Raum in der Zikkurat ist rund 100 Quadratmeter groß, hat eine Deckenhöhe von etwa fünfeinhalb bis sechs Metern und einen industriellen Charakter. „Ich wollte den minimalistischen Fabrikstil behalten, aber gleichzeitig viele Möglichkeiten schaffen.“ Mit beweglichen Rollwänden, verschiedenen Hintergründen und Möbeln lassen sich unterschiedliche Sets aufbauen.
Das Studio kann auch von anderen Kreativen gemietet werden
Viele Einrichtungsgegenstände hat sie im Internet, bei Antiquitätenhändlern oder unterwegs zwischen Koblenz, Kerpen und Köln gefunden. Darunter sind auch Designstücke, etwa aus den 1950er- und 1980er-Jahren. Insgesamt schätzt Pfeiffer-Schröder ihre Investition auf etwa 5000 Euro: „Allein das Material für die verschiebbaren Wände hat schon rund 400 Euro gekostet.“
Das Studio ist nicht nur für ihre eigene Arbeit gedacht. Es kann von anderen Fotografen, Videografen oder Content-Creatorinnen gemietet werden. Gebucht werden kann über ein Formular auf ihrer Website oder per Nachricht über Instagram.
Ich möchte, dass Menschen hierherkommen, um sich auszuprobieren und ihre Ideen umzusetzen.
Die Mietzeiten liegen zwischen zweieinhalb und acht Stunden, längere oder kürzere Nutzungen sind individuell möglich. Neben klassischen Foto- und Video-Produktionen sieht Pfeiffer-Schröder auch andere Optionen: Sportkurse, Workshops oder kreative Events könnten hier ebenso stattfinden wie Junggesellenabschiede oder kleine Aktionen mit Kunden. „Mir ist wichtig, dass Fotografen sich nicht als Konkurrenz sehen“, sagt sie: „Viele Kolleginnen und Kollegen waren auch bei meiner Eröffnungsfeier. Wir helfen uns gegenseitig.“
Zur Fotografie kam Sarah Pfeiffer-Schröder eher zufällig
Zur Fotografie kam Pfeiffer-Schröder eher zufällig. Früher stand sie als Hobby-Model vor der Kamera und arbeitete auf TFP-Basis mit verschiedenen Fotografen zusammen. TFP steht für „Time for Prints“ oder „Time for Pictures“, wobei kein Geld fließt, sondern Fotograf und Model Zeit gegen Fotos tauschen. Nach einigen Jahren stellte sich jedoch Ernüchterung ein: „Oft haben wir drei Stunden lang immer dieselbe Pose gemacht. Da habe ich gedacht: Das muss doch auch anders gehen.“

Das „Light Loft“-Studio kann auch von Fotografen gemietet werden.
Copyright: Tom Steinicke

Mit viel Liebe zum Detail hat die Marmagenerin das Studio eingerichtet.
Copyright: Tom Steinicke
2017 kaufte sie ihre erste Spiegelreflexkamera und begann, Freunde zu fotografieren. Die Resonanz war positiv, bald meldeten sich auch fremde Menschen für Shootings. Heute fotografiert sie vor allem Menschen: Porträts, Businessbilder, Familien und Hochzeiten. Letztere seien eine besondere Herausforderung: „Eine Hochzeit hat enormen Druck. Du kannst den Moment nicht wiederholen.“ Deshalb habe sie sich lange nicht getraut, solche Aufträge anzunehmen.
Trotz wachsender Nachfrage bleibt die Fotografie für Pfeiffer-Schröder vorerst ein zweites Standbein. Sie arbeitet weiterhin in ihrem Hauptjob im Bereich Marketing. „Die Fotografie ist für mich auch Ausgleich“, sagt die junge Mutter: „Es ist eine ganz andere Art von Kontakt mit Menschen.“ Das Studio soll ihr ermöglichen, flexibler zu arbeiten – auch mit Blick auf Familie und Alltag. Ob es sich langfristig trägt, wird sich zeigen. Zunächst läuft der Mietvertrag ein Jahr. Die ersten Reaktionen stimmen jedoch optimistisch. Zur Eröffnungsfeier kamen rund 50 Gäste.
Besonders Videografen und Stylisten haben laut Pfeiffer-Schröder sofort Ideen entwickelt, wie sie den Raum nutzen könnten. Ihre größte Hoffnung: dass das Studio ein Ort für kreative Zusammenarbeit wird: „Ich möchte, dass Menschen hierherkommen, um sich auszuprobieren und ihre Ideen umzusetzen."
